Sensationsfund

04. Dezember 2017 16:16; Akt: 04.12.2017 18:31 Print

Wurde im Fricktal eine neue Dino-Art entdeckt?

Bei Grabungen in der Gruhalde in Frick AG sind Knochen eines Raubdinosauriers entdeckt worden. Der Fund sei eine weltweite Sensation, sagt ein Paläontologe.

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Im aargauischen Frick sind im Verlaufe des Sommers bei Grabungen in der Tongrube Gruhalde mehrere Knochen eines 1,5 Meter langen, fleischfressenden Sauriers gefunden worden. Der Raubsaurier stammt aus der Trias-Zeit (vor mehr als 200 Millionen Jahren). Bereits Mitte Mai war Paläontologe und Grabungsleiter Ben Pabst auf die Zehen des Sauriers gestossen. Nach 2006 ist dies der zweite Raubsaurier, der in Frick gefunden wurde.

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Die Fundstelle Gruhalde ist bereits für ihre unzähligen Funde von Plateosauriern bereits weltweit bekannt. «Wir haben Skelettteile von rund hundert dieser Pflanzenfresser gefunden, davon ein Dutzend komplette Skelette», sagte Paläontologe und Grabungsleiter Ben Pabst am Montag vor den Medien im Sauriermuseum in Frick.

Raubsaurier-Funde sind extrem selten

Aufgrund von weiteren Skelettteilen wird die Länge des Tieres, das auf den Hinterbeinen lief und möglicherweise als Isolationsschutz ein Federkleid trug, auf 1,5 Meter geschätzt. Da dieses Tier jedoch zwölf Meter tiefer als der erste Raubsaurier lag, dürfte es mehrere Millionen Jahre älter sein.

In Europa wurden bisher erst vier bis fünf Raubsaurier gefunden. Daher kommt der Fund in Frick gemäss Grabungsleiter Pabst einer weltweiten Sensation gleich. Es könne sich um eine neue Art handeln. Wissenschaftliche Abklärungen der Universität Zürich sollen die genaue Art bestimmen.

Neben den Raubdinosaurierknochen wurde auch Plateosaurier-Material gefunden. Die gesamte Grabungsfläche erstreckte sich über rund 6x6 Meter.

Die Funde aus Frick gehen auch ins Ausland. So dieses Jahr nach Belgien, wo um den Plateosaurier «Ben» ein Medienhype entstand. Mit «Fabian», dem weltweit ersten juvenilen Plateosaurierskelett, wird das Sauriermuseum Frick bald über einen weiteren Anziehungspunkt verfügen. Der im Sommer 2016 ausgegrabene, zwei Meter lange Pflanzenfresser ist zum grossen Teil präpariert und wird dann ausgestellt.

Alle sechs Meter ein Skelett

Als vor 205 bis 210 Millionen Jahren diese Tiere in hiesigen Breitengraten lebten, herrschte ein subtropisches Klima mit Regen- und Dürreperioden. An den Wasserstellen fanden sich die Tiere ein. Dies erklärt die hohe Konzentration der Skelette in Frick.

«Bei gewissen Funden sahen wir direkt aufgrund der Stellung der Gliedmassen, dass die Tiere erschöpft waren und starben. Raubsaurier konnten nicht fliegen. Doch aus ihnen entwickelten sich später die Vögel», erläuterte Papst.

Kleines Budget, viele Freiwillige

Der einzigartigen Fundstelle steht jedoch nur ein kleines Budget zur Verfügung. Aus dem kantonalen Swisslos-Fonds fliessen für die Grabungen 50'000 Franken pro Jahr. Der Kanton selbst zahlt weder an die Grabungen noch an die Präparation der Tiere.

Für die Präparation müssen private Geldgeber gefunden werden. So steht zurzeit ein grösserer Geldbetrag dank einer Spende aus Frick zur Verfügung. «Ohne unsere zahlreichen freiwilligen Helfern, die privat viele Wochen in die Grabungen investieren, könnten wir diese Grabungen nie in diesem Umfang durchführen», sagte Pabst.

Die 25'000 Euro für die Präparation des Sauriers in Brüssel kamen via Crowdfunding zusammen. «Ben» wird Mitte Dezember an einer Pressekonferenz unter dem Patronat der Schweizer Botschaft der Öffentlichkeit vorgestellt.

(20 Minuten/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Beck. am 04.12.2017 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Kohäsionsmilliarde?

    Unserer Politik investiert lieber eine Kohäsionsmilliarde für hirnrissige Projekte im Ausland. Hier könnte mit kleinem Betrag grosses gemacht werden.

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  • Gion am 04.12.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefunden!

    Danke für die Meldung! Suche meine Schwiegermutter schon seit 2 Tagen^^

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  • Gesunder Mensch am 04.12.2017 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Huiii

    Das wird keine gute Mitteilung im Vegan-Business! ;-))

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp Hitz am 05.12.2017 02:27 Report Diesen Beitrag melden

    Dino

    Na jetzt sind wir wieder einmal Neidisch weil der Fund im Aargau liegt? Hätte man solches in Zürich oder Basel gefunden, wäre es eine Sensation. Ja, es ist ja nur im Aargau? Vermutlich wissen es auch die meisten nicht dass die erste Haupstadt in der Schweiz im Kt.Aargau war.

    • Django am 06.12.2017 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Sepp Hitz

      Autsch, da fühlt sich wohl einer ans Bein gepinkelt? Der Aargau ist aber genausowenig der Nabel der Welt wie Zürich und Basel. So ein Statement kann ja nur aus der Region kommen, die Aargauer, die kenne haben entweder den GW oder einen Minderwertigkeitskomplex. Passt! Also ich freue mich über den Fund, egal in welcher Gegend der Schweiz er gemacht wurde.

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  • Spiritualist am 05.12.2017 02:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessanter Fund

    Es ist immer wieder faszinierend, die Überreste von Sauriern zu finden. Was wird einmal aus unserem Zeitalter gefunden? - Elektroschrott vielleicht Atommüll?

  • Füdimangäugis am 04.12.2017 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Hat die Menschheit keine anderen Probleme als sich um alte Knochen zu kümmern.

    • am 05.12.2017 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Füdimangäugis

      Es kümmert sich auch nicht jeder um diese Überreste sondern nur Interessierte. Machen Sie das öfters, so alle in den gleichen Topf werfen und so?

    • Flutschi am 07.12.2017 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Füdimangäugis

      Es gibt Leute die machen etwas für ihre Bildung. Wie man sie sind es aber nicht die Leute die es nötig haben ;-) Denkmal darüber nach wenn du kannst.

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  • Alter Meckeri am 04.12.2017 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Schon krass, für Müll wie der Bachelor oder unnötige Srf Produktionen ist Geld vorhanden von Seiten Bürger und Staat. Aber Geld für Ausgrabungen und Kulturgut muss über Crowdfounding und Spender besorgt werden.

    • ueli am 05.12.2017 01:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alter Meckeri

      und wer ist schuld daran frage nach bern.

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  • Typhoeus am 04.12.2017 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich einmal ein

    wirklich gefährlicher Schweizer Raubsaurier. Wird heute nur vob UBS und CS übertroffen.