Berner Tierpark

04. Januar 2018 22:42; Akt: 04.01.2018 22:42 Print

Die Schäden sind grösser als beim Orkan Lothar

Umgestürzte Bäume haben am Mittwoch Teile der Gehege des Berner Tierparks zerstört. Die Wölfe hätten ausbrechen können. Doch sie blieben, wo sie hingehören.

Der Sturm zerstörte die Tiergehege im Dählhölzli. (Video: ber)
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Die Zäune bei den Wölfen und den Bären im Berner Tierpark Dählhölzli wurden durch den Sturm Burglind beschädigt. Bei Meister Petz kein Problem, der macht derzeit Winterruhe. Anders bei den ganzjährig aktiven Wölfen. Die sechs Berner Wölfe hätten problemlos ausbrechen können. So entstand eine gewisse Unruhe, als am Mittwochnachmittag nur fünf von sechs Tieren gezählt wurden. Hat ein Wolf die Flucht aus dem beschädigten Gehege ergriffen?

Der Tierparkdirektor gibt Entwarnung. Am Donnerstagabend wurden die Tiere nun sicherheitshalber in ein Übergangsgehege getrieben und nochmals gezählt. Auch der sechste Wolf war inzwischen wieder aufgetaucht. Doch wieso ist keiner entwischt? «Wölfe sind Rudeltiere. Wenn man fünf von sechs Wölfen gesichtet hat, kann man davon ausgehen, dass der sechste auch da ist», hatte Bernd Schildger bereits gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF gesagt.

Keine Fluchtgefahr mehr

Bereits beim Orkan Lothar vor 19 Jahren wurde das Wolfsgehege durch einen fallenden Baum geöffnet, auch damals blieben die Tiere im Rudel zusammen und im Gehege, erzählt der Direktor.

Doch die Suche nach Wolf Nummer 6 machte die Wölfe im Gehege «extrem nervös». Inzwischen wurden sämtliche beschädigten Raubtier-Gehege provisorisch geflickt. Bis am Freitag sollen sämtliche Zaun-Schäden definitiv behoben werden.

Areal derzeit gesperrt

Auch auf Hochtouren läuft derweil die Behebung der Baumschäden. Rund 25 grosse Bäume sind am Mittwoch im Dählhölzli vom Wind gefällt worden. Auch jetzt kracht es im dortigen Wald noch von Zeit zu Zeit: Bäume mit gelockertem Wurzelwerk werden jetzt von Spezialisten notgefällt. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Tiere ist das Areal derzeit für Besucher gesperrt, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

All die von Burglind verursachten Schäden lassen sich derzeit noch schwer beziffern. «Sie bewegen sich sicherlich im sechsstelligen Bereich, aber es wäre unseriös, eine Zahl zu nennen.» Jetzt schon ist aber von Tierparkseite her klar: Die Schäden sind grösser als beim Orkan Lothar.

Dählhölzli nach dem Sturm

(ber /sda)