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Amok-Rentner Kneubühl
14. Dezember 2012 07:26; Akt: 14.12.2012 10:02 Print
«Ich entschuldige mich nicht»
Vor zwei Jahren schoss Peter Hans Kneubühl einem Polizisten in den Kopf und hielt die Bieler Polizei auf seiner Flucht mehrere Tage in Atem. Nun spricht er zum ersten Mal im Fernsehen darüber.
Der Rentner, der sich vor über zwei Jahren mit Waffengewalt gegen die Räumung seines Hauses in Biel wehrte und einen Polizisten schwer verletzte, will sich bei seinem Opfer nicht entschuldigen. «Er hat mich angegriffen», sagte Kneubühl in einem Fernsehinterview mit dem Sender TeleBärn am Donnerstagabend.
Peter Hans Kneubühl am Donnerstag auf TeleBärn. (Screenshot: TeleBärn)
Der Sender strahlt das Interview in drei Teilen aus. Wie schon am Mittwochabend antwortete Kneubühl klar und präsent auf die Fragen der Journalistin. Er sieht sich aber durchs Band weg im Recht. Am Tattag sei «nichts Spezielles» in ihm vorgegangen. «Verstehen sie, ich wusste ja, dass dieser Tag kommt und war vorbereitet», sagte Kneubühl.
Auf die Frage, ob er denn keinen anderen Ausweg gesehen habe, als sich mit Waffengewalt zur Wehr zu setzen, antwortete er: «Es gab keine andere Möglichkeit.» Er habe alles ausgeschöpft, jahrelang mit Behörden und Gerichten gekämpft.
«Ein gutes Gefühl»
Selbst ein paar Tage vor dem Räumungstermin habe er beim Regierungsstatthalter und beim Obergericht Eingaben gemacht und geschrieben, es gehe um Leben und Tod. Doch nichts sei geschehen. Er habe also gewusst, dass die Polizei kommen und ihm alles wegnehmen würde. Kneubühl sprach von einem Polizeiüberfall: «Sie kamen, um einen gefährlichen Psychopathen abzuholen.»
Ob er denn so etwas wie Stolz empfinde, dass über tausend Polizisten ihn tagelang nicht zu fassen bekamen, wollte die Reporterin wissen. Nein, Stolz sei das nicht, erklärte Kneubühl. Ein bisschen ein gutes Gefühl habe er aber schon gehabt. «Ich war damals 67 und wusste nicht, was ich mir noch zutrauen konnte.»
Wie und wo genau er die neun Tage auf der Flucht verbrachte, wollte Kneubühl aber nicht sagen. Er betonte lediglich, dass er keine Hilfe gehabt habe.
Flucht bleibt im Dunkeln
Im Herbst 2010 hatte sich Kneubühl im Zuge einer Erbstreitigkeit mit Waffengewalt gegen die Zwangsräumung seiner Liegenschaft gewehrt. Er verschanzte sich in seinem Haus. Als die Polizei anrückte, schoss Kneubühl einem Polizisten in den Kopf und verletzte ihn schwer.
Dem Rentner gelang die Flucht. Tagelang lieferte er sich ein Katz- und Mausspiel mit einem riesigen Polizeiaufgebot. Nach neun Tagen konnte ihn die Polizei oberhalb von Biel verhaften. Wie von ihm beschrieben, lag Kneubühl schon vor der Tat jahrelang im Streit mit verschiedenen Behörden. Er hatte Behördenvertreter immer wieder mit seitenlangen Schreiben eingedeckt und galt als querulatorisch.
Anfang Januar wird sich das Regionalgericht Biel mit seinem Fall befassen. Das Gericht wird zu beurteilen haben, ob Kneubühl schuldunfähig ist und in eine Anstalt eingewiesen wird.
(sda)
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Warnung an Behörden und Politiker
Ich kann nur an die Behörden und Politiker appellieren, keine Zwangsenteignungen von Wohneigentum durchzuführen, schon gar nicht, wenn es ein Haus aus dem Familienbesitz ist!
Ist Recht immer gerecht?
Das Problem heute ist, dass die verschiedenen Behörden nicht mit gleichem Mass messen. Klar, Menschen machen Fehler. Doch wir lernen aus diesen und es gibt Mitmenschen, die uns auf unsere Fehler aufmerksam machen. Wenn man es mit Behörden zu tun hat, ist es eine Art Lotterie. Es kommt immer darauf an mit welchem "Typen" man es zutun hat.
Nicht aus Täter ein Opfer konstruieren
Dass es sich beim Täter um eine Person handelt, welche seit Jahren mit Behörden, Nachbarn, Familie etc. im Streit lebte und sich immer tiefer in sein Querulantentum und sein von ihm selber definiertes "Recht" hineinsteigerte, ist für einige "verständnisvolle" Schreiber offenbar kein Faktor. Kommt mir vor wie der Geisterfahrer, welcher stur die Meinung vertritt, er liege richtig, aber alle entgegenkommenden Lenker eben falsch. Einfach so grundlos ist man nicht gegen den "armen Mann" vorgegangen. Aber was interessieren schon die Fakten, wenn man seinem eigenen Früstchen Luft verschaffen kann.