Landeverbot für Schneider-Ammann

07. Juni 2018 19:33; Akt: 07.06.2018 19:33 Print

«Bundesräte brauchen keine Extrawürste»

Dass ein Bauer dem Helipiloten von Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ein Landeverbot erteilte, gibt in Hasliberg zu reden. Dabei haben viele Verständnis für den Mann.

Der eigentliche Grund für den Helikopterflug auf den Hasliberg war ein Treffen mit Jüngstunternehmern. (Video: 20min/ miw)
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Bundesrat Schneider-Ammann hat den Brünigpass samt Helikopter längst wieder verlassen – doch sein Besuch auf dem Hasliberg klingt bei den Einheimischen bis heute nach. Denn der Zusammenstoss zwischen einem Bauern, der seine Kühe nicht vom Landeplatz vertreiben wollte, und der Entourage des Magistraten gibt zu reden – und spaltet gleichzeitig auch die Gemüter.

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Während die einen das Verhalten des Landwirts gegenüber dem Bundesrat und dessen Gefolge respektlos finden, unterstützen andere Hasliberger dessen Haltung: «Ich hätte genau gleich gehandelt. Auch Bundesräte brauchen keine Extrawürste», meint ein Nachbar gegenüber 20 Minuten. Die Bauersfrau, auf deren Feld der Helikopter schliesslich ausweichen musste, ist ebenfalls erzürnt. Als sie den Helikopter und «viele Krawattentypen» gesehen habe, habe sie dies umgehend ihrem Mann mitgeteilt: «Auch wir wurden von niemandem informiert», ärgert sich die Haslibergerin. Dem Aufmarsch habe man tatenlos zusehen müssen.

So findet man auch im Dorfladen das unangekündigte Eintreffen der Bundesberner etwas unhöflich: «Niemand freut sich über unangemeldeten Besuch», meinen weitere Einheimische.

«Es war ein Landeplatz der Armee»

Während man im Dorf über die Geschichte spricht, hat auch die Armee Kenntnis vom Vorfall. Diese fühlt sich aber nach wie vor im Recht: «Der Ort, an dem Helikopter landen wollte, ist der offizielle Landeplatz des dortigen Truppenlagers», sagt Armee-Sprecherin Delphine Allemand gegenüber 20 Minuten. Auch bei der zweiten Landung im etwas entfernten «Weidli» sei nicht gegen Regeln verstossen worden: «Helikopter der Armee dürfen grundsätzlich überall landen – besonders auch, wenn ein Bundesrat mit an Bord ist», sagt die Sprecherin.

Für eine Wandergruppe, die über dem Brünigpass marschiert, ist dies völlig verständlich: «Ob unangemeldet oder nicht – ein Bundesrat wäre bei mir immer willkommen. Sie stehen letztlich ja im Einsatz des Volkes», sagt einer.


(20min)