Mutmasslicher Katzenhasser

15. Juni 2017 05:52; Akt: 15.06.2017 13:51 Print

«Unsere Bella wurde brutal getötet und gehäutet»

Schock für die Familie S.*: Nachdem ihr Büsi verschwunden war, fanden sie nur noch das Fell der Katze. Ihre Vermutung: Bella fiel einem brutalen Tierhasser in die Hände.

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Gabi S.* ist sicher, dass in Oberburg ein Katzenhasser sein Unwesen treibt. Über eine Woche lang suchte sie verzweifelt mit Tochter Vanessa nach ihrer Katze Bella. Sie hängten Vermissten-Plakate auf und teilten Fotos des Büsis in den sozialen Medien. Am Pfingstmontag fanden sie Bella – oder was von ihr übrig blieb.

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«Ich fuhr mit dem Auto weg, als ich am Ortsschild Oberburg Bellas Halsband hängen sah», sagt Gabi S. Ihrer 22-jährigen Tochter Vanessa bot sich dort ein grausamer Anblick: «Ich habe das Fell von Bella erkannt. Aber den Anblick habe ich kaum ertragen und nur kurz hingesehen.»

Nur noch Fell gefunden

Am nächsten Tag hätten sie die Gemeinde informiert. «Der Mitarbeiter sagte mir, dass nur noch das Fell der Katze am Boden gelegen sei. Innereien, Knochen oder Muskeln habe er keine gesehen», so Gabi S. Der Gemeindemitarbeiter glaube, dass die Katze von einem Menschen und nicht etwa von einem Tier so zugerichtet wurde. Sie vermutet: «Unsere Bella wurde brutal getötet und gehäutet.»

Gabi S. weiter: «Es ist himmeltraurig. Wir haben anfangs nur geweint.» Die schwarze Langhaarkatze sei erst ein Jahr alt und wie ein Familienmitglied gewesen: «Wir haben sie aufgezogen und ihr sogar den Schoppen gegeben.» Auch Bellas Bruder und die Mutter, die auch bei der Familie S. leben, hätten extrem unter dem Verlust gelitten. Vanessa S. sagt: «Nachts wache ich manchmal auf – wegen der Bilder.»

Flyer warnen vor Katzenhasser

In ganz Oberburg hängen mittlerweile Zettel der Familie S. Darin beschreibt sie, was ihr widerfahren ist. Wie es aussehe, seien sie zudem nicht die einzigen Opfer: «Die Katze einer Nachbarin wurde so schlimm geschlagen, dass sie von einem Tierarzt operiert werden musste. Einer anderen Anwohnerin sind gleich vier Katzen abhandengekommen.»

Gabi und Vanessa S. treten an die Öffentlichkeit, um vor dem Katzenhasser zu warnen – und ihn einzuschüchtern: «Er soll wissen, dass in der Region alle die Augen und Ohren offen halten und hier viele sehr, sehr wütend auf ihn sind.» Dennoch werde für sie das Leben nie mehr sein wie vorher, sagt Gabi S.: «Jedesmal wenn ich meine zwei übriggebliebenen Katzen aus dem Haus gehen sehe, habe ich Angst, dass sie nicht mehr heimkommen.»

*Name der Redaktion bekannt

(cho)