Berner Spuk-Geschichten

12. Juli 2017 06:51; Akt: 12.07.2017 06:51 Print

Durch dieses Schlössli geistert eine tote Jungfer

Auch in Bern spukt es: Mehrere Leser berichten von ihren übersinnlichen Erlebnissen. Ein Experte nimmt Stellung zu den unheimlichen Phänomenen.

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Im alten Schlössli in Kehrsatz wandelt der Legende nach der Geist einer toten Jungfer durch die Gänge. (Bild: wikimedia / Marianabeauty)

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Im Zuge eines Artikels über mysteriöse Schauplätze in der Ostschweiz lancierte 20 Minuten die Umfrage «Kennen Sie einen Ort, an dem es spukt?». Vor allem aus dem Kanton Bern meldeten sich mehrere Leser und berichten von unheimlichen Begebenheiten.

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Glauben Sie an Paranormales und Spuk-Geschichten?
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Insgesamt 6330 Teilnehmer

So etwa Anina Rütsche. Nach der Matura arbeitete sie ein Jahr lang als Klassenassistentin in einem Schulheim in Kehrsatz . Während dieser Zeit bewohnte sie ein Zimmer im alten Schlössli, das zur Anlage gehört. Man habe gemunkelt, dass dort der Geist einer gewissen Frau Hackbrett umgeht, die sich vor einigen hundert Jahren auf dem Dachboden im Turm erhängt hatte. «Natürlich glaubte ich nicht daran», sagt Rütsche.

Fräulein Hackbrett geistert im Schloss rum

In einer eisigen Winternacht jedoch, als sie schon im Bett lag, habe sie schleppende Schritte und jämmerliches Geheul vor ihrer Tür gehört. «Ich war wie gelähmt und traute mich gar nicht nachzusehen», erinnert sie sich. Am nächsten Morgen habe sie ihre Kollegen gefragt, ob diese ihr einen Streich gespielt hätten. «Niemand wusste aber etwas von dem Vorfall.»

In Kehrsatz kennen noch einige ältere Bewohner die Legende. «Sie besagt, dass die jung verstorbene Tochter des Generals Hackbrett – der Besitzer des Schlösslis im späten 16. Jahrhundert – wegen etwas liederlichem Lebenswandel nie zur ewigen Ruhe gelangen konnte», erzählt Ueli Affolter, der zwölf Jahre lang als Sozialpädagoge im Schlössli arbeitete. In stürmischen Sommernächten geistere die Jungfer Hackbrett daher durch das ihr nicht mehr vertraute Haus. «Die unheimlichen Geräusche sind aber wohl eher auf eine alte Uhr zurückzuführen als auf einen Geist», so Affolter.

«Der Spuk verzaubert die Welt»

Dass übersinnliche Begegnungen auch angenehm sein können, zeigt die Geschichte von Alessandra Wenzler aus Herzogenbuchsee. Ihre 1996 verstorbene Grossmutter liebte Blumen über alles, speziell Maiglöckchen. «Es kommt immer wieder vor, dass ich, egal wo ich bin und was ich tue, plötzlich einen intensiven Maiglöckchenduft wahrnehme», erzählt sie. Wenzler ist überzeugt, dass ihr Grosi sie in solchen Momenten besucht. «Es zaubert mir immer ein Lächeln aufs Gesicht.»

Sektenexperte Georg Otto Schmid überrascht die Faszination der Menschen für das Übersinnliche nicht. «Das Rationale ist zwar nützlich, macht das Leben aber auch trocken und wenig zauberhaft.» Das Paranormale verzaubere quasi die Welt und mache sie dadurch interessanter. Es sei das Gefühl von «da könnte doch mehr sein». Das Interesse an Geistern rühre auch daher, dass sie der Beweis für ein Leben nach dem Tod seien und der Tod die Menschen seit jeher stark beschäftige.

Probleme können Ursache für Spuk sein

«Auch ein sehr rationaler Mensch kann sich plötzlich für die Thematik interessieren, etwa nach einem Schicksalsschlag oder wenn er sonst viele Probleme hat», sagt Schmid. Wenn einem verschiedene schwierige Dinge gleichzeitig zugemutet werden, dann könne der Glaube an Spuk die vertrackte Realität radikal vereinfachen. Hinter der Ehekrise, dem Zoff mit den Kindern im Teenie-Alter, dem Stress im Büro und den Rückenschmerzen stehe dann ein und dieselbe Ursache: die Spuk-Belastung des Hauses. Schmid: «Eine solche Vereinfachung der Probleme kann erleichternd wirken, aber einer nachhaltigen Lösung eher im Weg stehen.»

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom Berger am 12.07.2017 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Liederlicher Lebenswandel !

    "wegen liederlichem Lebenswandel nie zur Ruhe kommen" ? Ich denke dann werden wir in ein paar Jahren von Geistern überflutet werden. Heute betrieben wir doch alle "liederlichen Lebenswandel". Die grössten Heuchler sind meistens die Schlimmsten ;-)

  • Markus am 12.07.2017 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube dran

    Meine Mutter pflegt als Krankenschwester eine ältere Frau. Diese hat Ihr anvertraut Sie könne die Verstorbenen sehen und mit ihnen reden. Sie konnte es aber nie jemandem sagen weil Sie sonst in die Klabsmühle gekommen wäre und zur damaligen Zeit Elektroschock Therapien bekommen hätte. Sie erzählt jeweils viele interessante Geschichten. Auch gibt es Geisterfotos die von Wissenschaftler nie Bewiesen werden konnte dass es fakes sind (Photoshop etc.). Naja wir werden es spätestens nach unserem Tod erfahren wer Recht hatte :)

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  • Kim Trump am 12.07.2017 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Mich hat auch ein Satz stutzig gemacht: wegen etwas liederlichem Lebenswandel...... Äh Hallo... Wenn man den Lebenswandel von unserer Bevölkerung ansieht, mich eingeschlossen!, dann wird es aber in absehbarer Zeit eine neue Ära geben: Die modernen Geister oder so. Geister die anstatt rumzuspuken einfach Nachrichten per WhatsSchreck oder Geistergram senden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sbu am 13.07.2017 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Omi

    Meine Grossmutter sah immer 2 Tage bevor eine Person starb deren Gesicht und ihr Name wurde zweimal gerufen. Man nannte sie die Totenkünderin. Meine Oma nahm das locker, zündete eine Kerze an und betete damit die Person friedlich gehen konnte. Woher sollte sie denn sonst Wissen, dass jemand stirbt als von der geistigen Welt sprich der Person selber. Bei Unfällen oder Selbstmord war es praktisch zeitgleich. Sie sagte immer, dass sind diejenigen Seelen die nicht allein hinübergleiten wollen und Angst haben vor dem Sterben. Mein Omi "rief" mich auch 2 Tage bevor sie starb doch sie lachte dabei.

  • Gisi M.Claudi Spöri. am 13.07.2017 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Experte

    Ich habe dort meine Jugend unfreiwillig verbracht, glaubt mir da spukt er wirklich.

  • Frau51 am 12.07.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    ewiger Kreislauf

    Durchaus denkbar, die Geschichte des Fräulein Hackbrett. Zumindest glaube ich persönlich, dass das Leben ein ewiger Kreislauf ist, wir von einer Inkarnation zur anderen wandern, bis wir die Dualität überwunden und Vollkommenheit erreicht haben. Ein Mensch der zu sehr an der Materie haftet und dessen Bewusstsein die körperliche Hülle nicht verlassen kann, geistert dann unter Umständen herum. Nur weil wir etwas wissenschaftlich nicht belegen können heisst es noch lange nicht, dass es das auch nicht gibt. Ein Individuum macht mehr als nur der Körper aus, es gibt auch das Bewusstsein.

  • Simu B. am 12.07.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es sicher auch andernorts

    Ich wette in der Verwaltung gibt es auch zig alte jungfern die umhergeistern, bestimmt auch tote darunter...

  • marc am 12.07.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    WARUM NUR?

    Einfach nur schwachsinn... wie kann man im 21.Jh. noch an solchen Kram glauben... wurde 100-fach immer wieder widerlegt - wissenschaftlich... es gab bis heute nicht ein einziges solches "Geisterhaus" oder irgend eine "Seance" oder sonst was aus dem Bereich welches einer fundierten Untersuchung stand gehalten hat. Aber eben ist wohl wie religion, wo man an hirngespinste und unsichtbares glaubt, auch wenn die harten Fakten klar zeigen, dass es schwachsinn ist.

    • Frage am 12.07.2017 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marc

      Und was genau sind "die harten Fakten? "

    • Typhoeus am 12.07.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marc

      Alle Religionen sind voll von Toten mit Spukgeschichten, Wiederauferstehung ist nur das Geringste.

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