Pendler-Probleme

06. Oktober 2017 05:53; Akt: 06.10.2017 06:54 Print

Schweiss, Stinkfüsse und Döner machen ÖV zur Qual

ÖV-Unternehmen erhalten immer wieder Beschwerden von Fahrgästen, weil diese sich über ihre Mitreisenden aufregen. Stinkfüsse sind besonders verpönt.

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Wer regelmässig mit dem ÖV unterwegs ist, musste bestimmt schon unangenehme Mitreisende erdulden, die die Fahrt zu Pein machen. So müssen sich in Thuner STI-Bussen Fahrgäste und Buschauffeure mit einem stinkenden Passagier herumschlagen. (20 Minuten berichtete). Es sei eine Zumutung, so Betroffene im Artikel. «Sich bei solchen Gerüchen noch konzentrieren zu können, ist manchmal nicht ganz einfach», bestätigte auch ein Kommentarschreiber, der beruflich als Busfahrer unterwegs ist.

Umfrage
Hatten Sie auch schon ein schlimmes Geruchs-Erlebnis im ÖV?

Eine 20-Minuten-Umfrage zeigt: über 80 Prozent der Teilnehmer hatten im ÖV bereits ein prägendes Geruchserlebnis. Wegen fremdem Schweiss suchte ein Leser gar das Weite: «Kam auch schon vor, dass ich bei der nächsten Haltestelle ausstieg und auf den nächsten Bus wartete», so sein Kommentar. Andere verzichten wegen Körpergeruch sogar ganz auf öffentliche Verkehrsmittel: «Einer der vielen Gründe, weshalb ich mit dem Auto unterwegs bin», schreibt ein weiterer Leser.

Doch nicht nur Gerüche wegen mangelnder Körperpflege sind im Bus, Zug und Tram unbeliebt: «Auf meinem Arbeitsweg empfinde ich die Belästigung durch Parfum weit schlimmer», schreibt ein Leser. Leute, «die sich jeden Morgen das halbe Parfumfläschchen über den Kopf kippen», findet ein weiterer Leser schlicht «furchtbar».

Klassenkämpfe zwischen erster und zweiter Klasse

Es gibt aber noch andere Ärgernisse für ÖV-Benutzer: Laute Musik und nervige Telefonate sorgen ebenfalls öfter für Ärger. «Reklamationen wegen Lärmstörungen sind uns bekannt», sagt RBS-Sprecherin Fabienne Thommen. Auch dass der Sitznachbar seine Füsse auf dem Sitzpolster statt auf dem Boden platziert, nervt Reisende – «deswegen gingen bereits Meldungen ein.»

Auch Fastfood im ÖV ist ein Streitpunkt unter Pendlern. «Wenn jemand einen Kebab im Bus isst, dann riecht oft das ganze Fahrzeug – das mögen viele Fahrgäste ebenfalls nicht», sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer.

In Zügen komme es auch immer wieder zu «Klassenkämpfen»: Erstklass-Reisende ärgern sich über Passagiere, die sich ohne Upgrade in den weichen, grossen Sitzen der teuren Klasse breitmachen.

Beschwerden gegen das Buspersonal

Doch nicht nur andere Reisende, sondern auch die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe selbst sorgen bisweilen für Unmut. Laut Rolf Meyer erhält das Unternehmen auch Beschwerden, weil Gäste mit der Fahrweise des Lenkers unzufrieden sind – manchmal seien ihnen die Chauffeure etwa zu rasant unterwegs. Auch fühlen sich Kunden veräppelt, wenn ihnen das Transportmittel direkt vor der Nase davonfährt.

Egal um welches Ärgernis es sich handelt, bei Bernmobil würden sämtliche Reklamationsfälle individuell angeschaut, damit Unannehmlichkeiten geklärt werden können. Insgesamt erreichen die Kundenstelle der RBS rund 1000 Meldungen pro Jahr – beinhalten würden diese sowohl Kritik wie auch Lob.



Womit haben Sie im ÖV zu kämpfen? Erzählen Sie es uns in den Kommentaren.


(nla)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 06.10.2017 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverzeihlich

    Es tut mir leid, dass es in der Schweiz so weit gekommen ist. War für Ferien diesen Sommer da. Es gibt einfach eine Minderheit die sich über alles hinwegsetzt. Frage mich, wie jemand seine Füsse mit oder ohne Schuhe auf einem Sitz platzieren kann. Der nächste hat dann den Strassenschmutz oder schlimmeres an seiner Kleidung. So etwas erlebe ich weder in Bangkok, noch in Singapor. Anstand und Freundlichkeit war mal eine Stärke der Schweiz. Leute die so etwas tun gehören massiv gebüsst, mindestens 1000 chf. Sonst verstehen die das nie.

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  • Giboldoh am 06.10.2017 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja oder:

    Gestern lag einer im Zug quer über 3 Sitze um in Ruhe zu schlafen.... In der Stosszeit. Gahts no?!

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  • Herrcool.es am 06.10.2017 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleinigkeiten

    Der Geruch von Take away Food mit abgestandenem Fett zubereitet, übertrifft alle anderen feinen Gerüche. Gruuusug

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Leser am 06.10.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Darum fahre ich mit dem Auto

    Ich habe das Problem nicht denn ich fahre mit dem Auto. Und meistens alleine. Wenn ich schon genug bezahle brauche ich niemand der neben mir sitzt und stinkt.

  • BMC am 06.10.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    laut,schmutzig und gestank

    also mich kann man überhaupt nicht für öv begeistern. wir fuhren diesen sommer im zug nach zürich zum flughafen,es war schmutzig und stank wie in einem zoo und für das soll ich noch solch horende preise bezahlen. NEIN DANKE.

  • fofo am 06.10.2017 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    fekalios

    Jetzt fehlt nur noch, dass die Leute öffentlich ihre Notdurft verrichten oder den GV vollziehen; dann kommt das Tier dann so richtig schön zur Geltung! Vielleicht gibt es auch da noch Leute, die den "Wohlgeruch" - warum auch immer - besser als Parfum finden?????

  • Hecht am 06.10.2017 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Meine Erfahrung im Zug ohne Kontrollen ist, dass ich im Jahr, nie oder nur ein bis 2 mal konntrolliert werde und selbst dann viel Kulanz gegen Leute in der Falschen Klasse oder ohne Billette gezeigt wird. Ein Mann hat zu seinen Kollegen grosse und Laute Reklame gemacht, Das mann hier sowieso keine Kontrollen zu befürchten habe und Sie in die 1. Kl. eingeladen. Ich möchte aber dennoch einen grossen Dank an alle Mitarbeiter im öV ausprechen, die Ihre Arbeit nicht unter einfachen Bedingungen durchführen, Merci!!!!

  • Regi am 06.10.2017 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Bereicherung

    Seitdem wir soviel "Bereicherung" im Übermass von aussen erfahren haben und inzwischen viele dies hier übernommen haben, herrschen überall in der Öffentlichkeit solche Zustände, als Wohnungsnachbar von solchen Leuten kann man dies dann auch privat weiter geniessen. Respekt und Rücksichtnahme sind eben uncool geworden. Sein Ich ausleben geht vor und provozieren und auffallen geht vor.