Scharfer Beton

19. Juni 2017 16:14; Akt: 19.06.2017 16:14 Print

Aare-Schwimmer zahlen hier blutiges Lehrgeld

Eine heimtückische Aaretreppe in der Stadt Bern führt regelmässig zu blutigen Verletzungen beim Schwimmern. Die Stadt reagiert nicht darauf.

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Mit den steigenden Wassertemperaturen, steigt auch die Zahl der Aareschwimmer drastisch an. Etliche trieben in den letzten Tagen im kühlen, grünen Fluss – sei es nun zwischen Tierpark Dählhölzli und dem Marzilibad oder mitten in der Stadt zwischen Altenberg und Lorraine. In kurzen Abschnitten signalisieren roten Treppengeländer Ein- und Ausstiegsorte für die Schwimmer. Beim Lorrainebad hilft seit dieser Saison gar ein neuer Ausstieg, die hohe Anzahl Aareschwimmer abzufertigen.

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«Die neue Treppe ist ja schön und gut – die Stadt hätte aber besser den gefährlichen Ausstieg unter vis-à-vis vom Blutturm saniert», sagt Leser-Reporterin Lorena P. Seit Jahren würden sich dort Badende die Knie oder Füsse aufschlagen, weil ein scharfkantiges und grosses Betonelement direkt vor der Aare-Treppe liege. Das Element sei etwa dreissig Zentimeter unter Wasser: «Als Schwimmer hat man keine Chance, dieses zu sehen.» P. habe dort schon blutende Menschen aussteigen sehen – sie selber sei an dieser Stelle auch schon mit einem blutigen Knie aus dem Wasser gekommen. Immerhin passiere es den meisten nur einmal – danach achte man sich.

Handgemachtes Schild soll warnen

«Ich verstehe nicht, warum die Stadt neuen Stegen den Vorzug gibt und an diesem wird nichts macht. Nicht einmal eine anständige Signalisation hat es nämlich», so die Leser-Reporterin. Seit Jahren weise lediglich ein kleines Blatt Papier mit roten Petflaschen-Deckeln auf die Gefahr hin – dieses wurde offenbar von einer Privatperson montiert. «Die Stadt könnte zumindest ein anständiges Schild hinstellten – eines, dass man von weitem sieht», so P.

Guter Einstieg, schlechter Ausstieg

Dem Tiefbauamt ist die Problematik bekannt. «Wegen des Betonelements im Wasser eignet sich der Aarezugang unter der Lorraine-Brücke nur bedingt, um auszusteigen», sagt Christoph Bussard, von der Berner Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. Dennoch habe der Aaresteg seine Berechtigung: «Jedoch wird dieser Zugang oft dazu benutzt, in die Aare einzusteigen.» Aus diesem Grund wolle die Stadt den Aarezugang beibehalten. Es sei nicht zu verhindern, dass Aareschwimmer diesen Einstieg auch zum aussteigen benutzen würden.

Eine entsprechende Signalisation plant das Tiefbauamt derzeit nicht. Bussard: «In diesem Zusammenhang sei wieder einmal darauf hingewiesen, dass das Schwimmen in einem Fliessgewässer immer auf eigene Verantwortung erfolgt.»

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Aare am 19.06.2017 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Aareschwimmer

    Die Aare ist ein Fluss und keine Badi!!! Normalerweise schaut man sich die Strecke an, bevor sie geschwommen wird. Dann passiert nichts. Das ist für die meisten zu anstrengend. Man konsumiert eben lieber.

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  • Eli am 19.06.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso der Kanton?

    Jeder, der in einen See, Fluss oder Bach schwimmen geht muss die Verantworung für sich und seine Gesundheit selbst übernehmen!

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  • LUZ93 am 19.06.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser

    Das element Wasser ist einfach unberechenbar auch wenn manchmal nicht verstehen kann wie diese Unfälle passieren...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frank am 20.06.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zur Information...

    ... für alle die hier die Selbstverantwortung hochhalten und die Aare in Bern vielleicht nicht kennen: es gibt die zwei oben genannten Abschnitte, wo sehr SEHR viele Leute schwimmen gehen (hunderte jeden Feierabend). Auf diesen zwei Abschnitten sollte es doch möglich sein, ein bisschen aufzuräumen oder Tafeln aufzustellen. Ansonsten ist natürlich jeder selber verantwortlich.

  • Logiker am 20.06.2017 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Betonplatte entfernen reicht

    Wenn die Unfallrate hoch ist, dann muss nach "gesundem Verstand" das entfernt werden. Wo liegt das Problem? Oder sollen wir dies weiterhin mit der Krankenkasse bezahlen?

  • Bernerin am 20.06.2017 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Wieso hat heute jeder das Gefühl, die Stadt müsse die Bürger immer jegliche potentielle und eventuelle Gefahr schützen? So gesehen dürfte niemand mehr Autofahren oder überhaupt aus dem Haus! Es kann immer und überall etwas passieren, mit oder ohne Massnahmen! Liebe Leute, wo bleibt die Eigenverantwortung?!

  • Peter am 20.06.2017 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung

    Für was soll eigentlich der Staat, Stadt, oder Gemeinde alles Verantwortung tragen? Auf der einen Seite schreit alles nach der SVP die weniger Staat wollen und auf der andern Seite schreien die gleichen Leute sofort wegen allem nach dem Staat.

  • Ratmal Werwol am 20.06.2017 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Skandalöse Zustände

    Unsere Gewässer sollten dringend mit Keramik geplättelt werden. Es kann ja nicht sein, dass da einfach so Schutt und Geröll rumliegt.