Radio Rabe und BeO

02. November 2017 05:48; Akt: 02.11.2017 15:48 Print

Berner Lokalradios zittern wegen No-Billag-Initative

von Mira Weingartner - Lokale Radiosender aus dem Bernbiet fürchten sich vor einem Ja zur No-Billag-Initative: Ihnen drohe bei einer Annahme die Funkstille.

Rabe-Redaktor Martin Schneider über die No-Billag-Initiative. (Video: 20min / miw)
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Am 4. März 2018 geht das Schweizer Stimmvolk an die Urne und befindet über die No-Billag-Initiative: Soll dem gebührenfinanzierten Radio und Fernsehen der Geldhahn zugedreht werden – ja oder nein?

Bereits jetzt sorgt die bevorstehende Abstimmung für hitzige Diskussionen. «Dabei wird immer nur über die SRG gesprochen – alle anderen Betroffenen gehen völlig vergessen», ärgert sich Martin Muerner, Geschäftsleiter von Radio BeO. Laut ihm würde ein Ja zur Initiative dem Oberländer Regionalsender das Genick brechen. Fast die Hälfte der finanziellen Mittel des Radios stammen nämlich aus Billag-Gebühren. «Ohne Subventionen könnten wir nicht mehr wirklich existieren und so auch unseren 75'000 Hörern keinen Service public mehr bieten», sagt Muerner.

Ähnlich sieht es auch beim Stadtberner Radio Rabe aus. Dort stammen gar zwei Drittel der verwendeten Gelder aus Billag-Gebühren. «Die Abschaffung dieser Subventionen würde für uns das Aus bedeuten», sagt Martin Schneider vom Radio Rabe. Dass der nicht kommerzielle Sender nur dank Mitgliederbeiträgen und Freiwilligenarbeit fortbestehen könnte, glaubt Schneider nicht: «Ohne Billag weiss ich nicht, wie es mit uns weitergehen soll.»

Mitarbeiter entlassen

Sollten sich die Schweizer im Frühling für die Initiative aussprechen, müssten die Rabe-Mitarbeiter laut Präsident Schneider per 1. Januar 2019 entlassen werden. «Da wir weder die Studio-Miete noch die Infrastruktur finanzieren könnten, müssten auch die 200 freiwilligen Rabe-Mitarbeiter ihre Tätigkeit bei uns aufgeben.» Nachrichten, Morgensendungen, Rock und Pop, Dubstep, Rap und etwa Tango-Sendungen könnten nicht mehr aus dem Studio in der Berner Lorraine über den Äther geschickt werden.

Doch die Radiomacher aus dem Berner Oberland und der Stadt wollen nicht kampflos aufgeben. «Jetzt, da wir das Abstimmungsdatum kennen, bereiten wir uns auf den bevorstehenden Abstimmungskampf vor», sagt Muerner von Radio BeO. Auch im Studio in der Berner Lorraine will man gegen die Initiative ankämpfen. Rabe-Redaktor Schneider meint: «Es ist wichtig, das Stimmvolk aufzuklären und aufzuzeigen, was ein Ja tatsächlich bedeuten würde.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz W. am 02.11.2017 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung nötig

    So, aufklären will RaBe. Ich auch. Ein JA bedeutet, dass wer nicht gehört wird, vom Markt verschwindet und nicht mit meinem Geld künstlich am Senden erhalten wird. Mein Ja steht fest.

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  • Na Und am 02.11.2017 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hört auf zu jammern

    Na und? Wieso sollten Sender, die ohne Zwangsgebühren nicht bestehen könnten, überhaupt existieren? Gibt genug andere die super ohne Billag Gebühren auskommen. JA zu NO-BILLAG!!!

  • Mani Motz am 02.11.2017 05:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu bequem?

    Da Frage ich mich dann, wie andere Stationen leben und überleben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • säckelmeister am 03.11.2017 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat die Vorschriften gemacht?

    Wieso regen sich die Rundfunk-Anstalten dermassen auf. Bisher wussten sie sehr genau wo sie anklopfen müssen um mehr Geld und Rechte zu erhalten (auf Kosten von "Mitbewerbern"). Der BR entscheidet über Gebühren und die Regierung hat die Gesetze und Konzessionen formuliert. Der BR soll zuerst die Gebühren aus der Steuerkasse nehmen, wo das Budget von der gesamten Regierung genehmigt werden muss. Der BR kann den Medienauftrag an das Parlament zurückweisen, wo die Rahmenbedingungen zeitgemäss definiert werden müssen. Für Pflichtkonsum gibt es zwei Produkte. KK & Billag. Beide kosten immer mehr.

  • Timo am 03.11.2017 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    RaBe müsste nicht aufgeben

    die haben nach eigenen Angaben etwa 1000 Mitglieder. Wenn jedes Mitglied bereit ist einen Fünfliber pro Monat in die RaBe-Kasse zu spenden dann wären das pro Jahr immerhin 60'000 CHF. Weitere Spender würden sich sicher finden lassen. Und zusätzlich es wie die Reitschule machen und von der Stadtverwaltung finanzielle Zuschüsse als "Kulturförderung" bekommen, im roten Bern sollte das keine all zu grosse Schwierigkeit sein.

  • Peter am 03.11.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Darauf kann man verzichten.

    Die meist links gerichteten Dorf Radios wird man bestimmt nicht vermissen. Da machen sich x Leute ein schönes (Hobby) Leben

  • tivi am 03.11.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe die Sender

    Was ist wenn wir keine Bilag mehr bezahlen? Denke dann haben wir zu 80% Werbung auf dem Sender und der Rest ist dann Info. Die Löhne müssen ja irgendwie bezahlt werden. Das verstehe ich durchaus. Bei Radio habe ich nicht so viel Problem damit da was zu zahlen. Wir haben so viel Auswahl und das ist gut so. Mich stören mehr die bodenlosen Gebühren der Swisscom und der UPC. Leider dürfen wir in unserem Block keine Satelitenempfänger aufstellen. Ich hätte da schon längst einen! Eigentlich sollten die Senderanbieter den Bilagbetrag bezahlen müssen! Die sind ja die, welche enorm abkassieren.

  • René am 03.11.2017 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    "weiss nicht wie's weitergehen soll"

    Ja Himmelherrgott, dann lasst euch halt etwas einfallen! Ein Plan B für ein Wurst-Käse... pardon worst-case Szenario sozusagen. RaBe und BeO müssten dann halt kommerziell und konkurrenzfähig werden. Nur so viel Werbung machen dass es reicht zum Überleben und gut ist. Andere schaffen das auch. Oder lieber einfach heulend aufgeben?