Berner Jugend

08. Juni 2017 16:20; Akt: 08.06.2017 18:56 Print

Heroin ist out – Kokain liegt weiter im Trend

In der Stadt Bern nehmen immer weniger junge Menschen Heroin. Lieber greifen sie zu Koks, Ecstasy oder Cannabis.

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Kaum ein Jugendlicher setzt sich heute noch einen Heroin-Schuss. Beliebter sind aufputschende Drogen. (Bild: Keystone/Boris Roessler)

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Heroin war gestern: Gemäss dem Jahresbericht Sucht 2016/17 der Stadt Bern traten im vergangenen Jahr lediglich 17 Personen neu oder wieder ins heroingestützte Behandlungsprogramm der Kontrollierten Drogenabgabestelle (Koda) ein. Vor zehn Jahren waren es noch deren 29 gewesen. Die Mehrheit der Koda-Patienten ist mittlerweile zwischen 45 und 54 Jahre alt. «Wir haben keinen einzigen Patienten mehr unter 25», sagt Koda-Leiterin und Grossrätin Barbara Mühlheim. Nur noch vier Prozent der Betroffenen seien jünger als 30.

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«Heroin ist schlicht nicht kompatibel mit den Anforderungen unserer Leistungsgesellschaft», erklärt Regula Müller, Leiterin Koordinationsstelle Sucht, den rückläufigen Trend. Heute seien eher aufputschende als beruhigende Substanzen gefragt. Im Zuge ärztlicher Heroinverschreibungen habe die Droge zudem einen «kranken Beigeschmack» erhalten: «Das schreckt Jugendliche ab», so Müller.

Leichte Zunahme bei den Kiffern

Während der Heroinkonsum abgenommen hat, erfreuen sich andere Drogen anhaltender Beliebtheit. Bei der Drogeninfo Bern, einem Angebot von Contact Mobil, können Konsumierende von Party- und Freizeitdrogen ihren Stoff prüfen lassen. Unter den getesteten Substanzen im Berichtsjahr rangierten Kokain (33%), Amphetamin (32%) und MDMA (17%) auf den vordersten Plätzen. «Gerade bei Partygängern liegen diese Drogen nach wie vor im Trend», sagt Eric Moser von Contact Mobil. Regula Müller fügt an: «Anzeichen für eine massive Zunahme des Kokain-Konsums gibt es aber nicht.»

Leicht zugenommen hat im Berichtsjahr der Suchtmittelkonsum von Schülerinnen und Schülern der achten Klasse. Verglichen mit dem Schuljahr 2014/15 stieg der Anteil Achtklässler, die mindestens wöchentlich Alkohol konsumierten, von 0,8 auf 1,2 Prozent. Auch erhöhte sich die Zahl der Cannabis-Konsumierenden. «Das sind lediglich Schwankungen im kleinen Bereich», sagt Müller. Im Vergleich zu den Nuller-Jahren dieses Jahrhunderts sei der Suchtmittelkonsum in dieser Altersklasse zudem deutlich tiefer.

Situation bleibt «stadtverträglich»

Der Drogenkonsum im öffentlichen Raum blieb laut Bericht auf «stadtverträglichem» Niveau. Will heissen: Eine bestimmte Anzahl Suchtkranker ist und bleibt in der Öffentlichkeit sichtbar, zu Szenenbildungen kommt es aber nicht. Damit dies auch so bleibe, dürften «die Anstrengungen von Suchthilfe-Organisationen, Pinto und Kantonspolizei nicht reduziert werden».


(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 08.06.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Und wo ist alk? Klare nummer1

    einklappen einklappen
  • Typhoeus am 08.06.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsamerer Verfall von Körper und Geist

    vorprogrammiert.

  • Tony_Stark am 08.06.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tabak/Nikotin ?

    Es wundert mich wie es mit den Zahlen beim Tabak-/ Nikotinkonsum steht, sprich Snus, Zigaretten und E-Cigs. Das wäre sicher noch interessant zu sehen (vollständikeitshalber, da die meist konsumierten Drogen aufgezählt wurden).

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 09.06.2017 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Drogen nehmen

    Keine Drogen zu nehmen ist besser!

    • Roter am 09.06.2017 11:35 Report Diesen Beitrag melden

      Frage

      Also essen Sie auch nie Schokolade ?

    einklappen einklappen
  • Realist am 08.06.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Und wo ist alk? Klare nummer1

    • Tom am 09.06.2017 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt!

      ... und das seit es Menschen gibt...! Wo liegt das Problem?

    einklappen einklappen
  • Tony_Stark am 08.06.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tabak/Nikotin ?

    Es wundert mich wie es mit den Zahlen beim Tabak-/ Nikotinkonsum steht, sprich Snus, Zigaretten und E-Cigs. Das wäre sicher noch interessant zu sehen (vollständikeitshalber, da die meist konsumierten Drogen aufgezählt wurden).

  • Typhoeus am 08.06.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsamerer Verfall von Körper und Geist

    vorprogrammiert.