Penner-Experiment

13. Oktober 2013 22:20; Akt: 13.10.2013 22:20 Print

«In Bern gibt es viel verstecktes Elend»

von Adrian Müller - Experimental-Pfarrer Patrick Schwarzenbach schlug sich fünf Tage als Penner durch. Im Interview spricht er über seine Eindrücke - und warum Berner besonders tolerant sind.

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Experimental-Pfarrer Patrick Schwarzenbach lebte fünf Tage als Obdachloser auf den Gassen Berns. (Bild: Stefan Anderegg/Berner Zeitung)

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Pfarrer Schwarzenbach, wie geht es Ihnen nach fünf Tagen in den Berner Gassen?
Kein Geld, kein Komfort, viele teils erschütternde Begegnungen mit unzähligen Menschen: Ich habe das Dasein als Obdachloser als sehr gefühlsintensiv empfunden. Und: Man kämpft gegen die Langweile, denn Kino liegt nicht drin.

Wie haben die echten Randständigen auf ihr provokantes Streetretreat-Projekt reagiert?
Zuerst ablehnend. Dank vielen guten Gesprächen ist aber das Eis rasch gebrochen. Eine obdachlose Frau hat uns sogar einmal Gipfeli gebracht.

Sie haben auch gebettelt. Wie viel haben Sie eingesackt?
Ich habe neben dem Loebegge ein Schild und Becher an den Boden gestellt. In zwei Stunden sind manchmal 20 Franken zusammengekommen. Ich erntete zwar zahlreiche verachtende Blicke, andere Leute boten mir hingegen Hilfe an.

Welches war das schrägste Erlebnis in den Tagen?
Eine Gruppe Randständiger hat ihr eigenes Spiel Fukebo kreiert: Eine Mischung aus Fussball und Boulé mit Bierdosen. Sie haben uns auch mitspielen lassen. Das hat Spass gemacht.

Sie sind Zürcher. Wie haben Sie als Möchtegern-Penner die Bundesstadt erlebt?
Die Berner haben uns gegenüber viel Herzenswärme gezeigt. Ich bin viel durch die Stadt herumgestreift. Mir ist aufgefallen, dass in Bern die Akzeptanz für alternative Lebensformen grösser ist, es hat viele Aussteiger.

Was hat Sie betrübt?

Es gibt viel verstecktes Elend: Traurige Leute, die den ganzen Tag beim Bahnhof herumstehen. Oder einen Mann aus Ghana, der geflüchtet ist und jetzt trotzdem in der Schweiz nicht Fuss fassen kann.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lulu am 13.10.2013 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sva

    Ich habe meine sva über das Thema Armut geschrieben und auch mit zahlreichen Obdachlosen gesprochen. Mir hat ein älterer Mann der es gschafft hat von der Strasse weg zu kommen ausdrücklich gesagt das man in der Schweiz nicht Hunger leiden muss! Er sei auch lange zu stolz gewesen um Hilfe anzunehmen nun habe er aber eine 1 Zimmerwohnung und könne bescheiden leben. Die Hilfe kommt vom Staat. Für das müsse man sich an Regeln halten die viele nicht bereit sind einzugehen!

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  • Mart am 14.10.2013 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bittet

    und Ihr werdet geholfen. Es gibt zweifelsohne Armut in der Schweiz. Zweifelsohne muss aber auch niemand in der Schweiz auf der Strasse leben. Es sei denn die Personen wollen oder können nicht anders. Gründe des Wollens oder Könnens sind dabei sehr vielseitig.

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  • merlin am 14.10.2013 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stumpfsinn

    In der Schweiz muss niemand auf der Strasse und vom Bettekn leben,wenn er das nicht will! Unser Sozialsystem fängt diese Problematik vollumfänglich ab. Also gebt diesen Menschen keine Plattform sondern schickt sie zum Sozialamt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • zimmerlinde am 14.10.2013 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfach gut aber

    die Erfahrung 5 Tage als Obtachloser war sicher gut. Aber das ist sicher einfacher zu überstehen wenn man weis, dass Ende Monat ein gutes Gehalt auf dem Konto ist. Wirklich Obdachlose haben das nicht. So ist das einfach, zwar gut gemeint, aber ein Abenteuer.

  • Marcel G. am 14.10.2013 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Eine riesen Schande für unsere Politiker die nicht schauen das jeder Schweizer ein Dach über dem Kopf hat und auch zu essen....das kümmert die einen Dreck, hauptsache ihnen geht es gut und genug Geld auf dem Konto. Politiker, schaut lieber zuerst das die eigenen Leute zu essen und eine Wohnung haben statt immer mehr Ausländer in unser Land zu lassen und sie durchfüttern....Schämt euch...Pfui

  • Dominque am 14.10.2013 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt dieses Selbsterfahrungstripp

    Dieser Pfarrer sollte nun einen Viertel seins Lohns (ca. 12'000 Franken im Monat, von unseren Steuerngeldern finanzier), einem Obdachlosen schenken, oder einer wohltätigen Institution, dann hätte diese Aktion wenigstens einen Sinn. Dieser Pfarrer will doch nur in den Medien sein

  • merlin am 14.10.2013 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stumpfsinn

    In der Schweiz muss niemand auf der Strasse und vom Bettekn leben,wenn er das nicht will! Unser Sozialsystem fängt diese Problematik vollumfänglich ab. Also gebt diesen Menschen keine Plattform sondern schickt sie zum Sozialamt.

    • Eid genosse am 20.10.2013 23:31 Report Diesen Beitrag melden

      Schlagzeilen

      erhat sene 5 Minuten Stargefühl eingezogen

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  • Mart am 14.10.2013 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bittet

    und Ihr werdet geholfen. Es gibt zweifelsohne Armut in der Schweiz. Zweifelsohne muss aber auch niemand in der Schweiz auf der Strasse leben. Es sei denn die Personen wollen oder können nicht anders. Gründe des Wollens oder Könnens sind dabei sehr vielseitig.

    • D.N. am 16.10.2013 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mart

      Zuerst einmal nachforschen und dann schreiben!

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