Pannen-Prüfung

07. November 2017 15:33; Akt: 07.11.2017 15:33 Print

Professorin kommt ohne Konsequenzen davon

Während 190 Studierende der Uni Bern eine Prüfung wiederholen mussten, hat die Panne für die verantwortliche Professorin keine Konsequenzen. Sieben Studenten haben Beschwerden eingereicht.

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An der Uni Bern sorgte im Sommer das «Prüfungs-Gate» für Schlagzeilen. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Im Sommer sorgte eine Jus-Prüfung an der Universität Bern für Schlagzeilen – die Professorin des Fachs Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (SchKG) verteilte eine Prüfung, die sie bereits 2013 geschrieben und für die Prüfung im Sommer nur leicht modifiziert hatte. Das Problem: Die Prüfung war im Internet auffindbar, und so kannte ein Teil der Studierenden die Lösungen bereits. In der Folge wurde entschieden, dass alle Studenten die Prüfung nochmals zu absolvieren hatten (20 Minuten berichtete).

Inzwischen haben bis auf eine Person alle betroffenen Studenten die Wiederholungsprüfung geschrieben, berichtet die «Berner Zeitung» (kostenpflichtiger Artikel). Eine Person werde das im Januar noch tun, erklärt die Uni Bern gegenüber der Zeitung. Doch obwohl alle STudenten die neue Prüfung abgelegt haben, sind bei der Rekurskommission der Uni Bern noch sieben Beschwerden hängig.

Fall beschäftigte auch Politik

Die Professorin, welche zuerst von einem Hackerangriff ausging, kam derweil ohne Konsequenzen davon. In seiner Antwort auf einen entsprechenden Vorstoss von BDP-Grossrat Samuel Leuenberger schreibt der Regierungsrat, dass es unüblich sei, eine Prüfung als ganze wiederzuverwenden und dies nur zu tun, wenn bekannt sei, dass sie nicht schon bekannt sei. Gegen spezifische Bestimmungen oder explizite Vorgaben sei allerdings nicht verstossen worden, da es keine Vorgaben gebe. Die Universität selbst gibt dazu in der «Berner Zeitung» folgende Stellungnahme ab: «Die Professorin hat einen Fehler begangen. Dessen ist sie sich bewusst.»

Die Studenten auf der anderen Seite werden für ihren Zusatzaufwand, der ihnen durch die Wiederholung der Prüfung entstanden ist, nicht entschädigt. «Für eine Entschädigung müsste eine rechtliche Grundlage gegeben sein», schreibt der Regierungsrat.

(aha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ina B. am 07.11.2017 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Als ehemalige Ius-Studentin find ich das komplett daneben. Die Prüfungszeit ist eh unfassbar hart und man geht über seine Grenzen. Die Professorin gibt ja den Fehler zu, trägt aber keine Konsequenzen, büssen müssen es die Studenten, indem sie erneut antreten mussten. Ist das die akademische Freiheit, von der uns an der Uni erzählt wurde? Schade, dass nicht noch mehr Studenten Beschwerde eingereicht haben.

  • Jochum am 07.11.2017 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    "Es müsste eine rechtliche Grundlage geben".. echr jetzt? Logischer Menschenverstand zählt nicht mehr. Fast 200 leute müssen zeit aufwenden wegen einem anderem menschen. Eine entschädigung klingt doch logisch...

  • Student am 07.11.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte

    Bitte soll endlich mal eine vernünftige Kontrollinstanz für die Dozenten geschaffen werden. Wer das hier als Einzelfall erachtet, liegt schwer falsch... Prüfungen am Thema vorbei, nur von Assistenten geschrieben etc. NIEMAND macht was dagegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Al Z. am 07.11.2017 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entschuldigung?!

    Wenn schon keine Konsequenzen, hat sich die Professorin für Ihr Verhalten und den Fehler wenigstens entschuldigt?

  • Justitias Hand am 07.11.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Faulheit fällt nicht weit vom Stamm.

  • Ina B. am 07.11.2017 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Als ehemalige Ius-Studentin find ich das komplett daneben. Die Prüfungszeit ist eh unfassbar hart und man geht über seine Grenzen. Die Professorin gibt ja den Fehler zu, trägt aber keine Konsequenzen, büssen müssen es die Studenten, indem sie erneut antreten mussten. Ist das die akademische Freiheit, von der uns an der Uni erzählt wurde? Schade, dass nicht noch mehr Studenten Beschwerde eingereicht haben.

  • Studi am 07.11.2017 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Es ist auch keine Entschädigung nötig! Sowas kann vorkommen, ist vorgekommen und wird auch bestimmt erneut vorkommen... Ausserdem hat sich die Professorin mit einer netten Geste für die Panne entschuldigt. Ich denke nicht, dass das auch von anderen Profs so gehandhabt wurde, als ihnen ein solches Missgeschick unterlaufen war. Nochmals vielen Dank an dieser Stelle.

  • anna am 07.11.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Naja, so wie immer. Läge der Fehler im Sekretariat, es hätte Konsequenzen.