Bremgarten BE

06. Juli 2016 11:56; Akt: 06.07.2016 14:06 Print

Bettwanzen vertreiben Flüchtlinge aus Unterkunft

Die Notunterkunft Bremgarten wird wegen Bettwanzen vorläufig geschlossen. 62 Flüchtlinge müssen umgesiedelt werden.

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Die Notunterkunft Bremgarten wird mit Spürhunden und Heizlüftern von Bettwanzen gereinigt. (Bild: heilsarmee.ch)

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Kleine Blutsauger belästigten nachts die 62 Asylsuchenden in der Notunterkunft Bremgarten: In Matratzen, im Verputz und in Textilien hatten sich Bettwanzen eingenistet. Die Bewohner müssen nun in andere Unterkünfte der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe im Kanton Bern umziehen. Den Parasiten wird mit Heizlüftern und Spürhunden zu Leibe gerückt.

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Ihre Kleider und ihr Gepäck können die Asylsuchenden aber nicht mit in die neue Unterkunft nehmen, wie der Bereichsleiter Kollektivunterkünfte, Dominik Wäfler, zum «Bund» sagt. Diese müssten zuerst desinfiziert werden. Die Asylsuchenden hätten jedoch von der Heilsarmee neue Unterwäsche und Socken sowie Spendenkleider erhalten.

Heilsarmee hat Schädlings-Abo

Damit die Heilsarmee jeweils schnell auf solche Fälle reagieren kann, hat sie ein Abo bei einer Schädlingsbekämpfungsfirma. Ab Mitte Juli soll die Notunterkunft wieder bewohnbar sein. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Berner Asylunterkunft mit Bettwanzen zu kämpfen hat: 2014 wurde die unterirdische Asylunterkunft Hochfeld der Stadt Bern von den Parasiten befallen, woraufhin der Stadtrat die hygienischen Zustände diskutierte. Laut Dominik Wäfler werden die Wanzen von den Flüchtlingen eingeschleppt; sie würden die Tiere in der Regel auf ihrem Weg durch Europa auflesen.

Neben Asylunterkünften sind vor allem Hotels und Privatwohnungen von den Parasiten befallen. Auch Rekruten in der Westschweiz wurden von den Bettwanzen gebissen – nun werden die betroffenen Schlafräume diese Woche gereinigt.

(kaf)