Bruno Durrer

07. Dezember 2016 12:53; Akt: 07.12.2016 15:30 Print

Air-Glaciers-Notarzt stirbt in Indonesien

Der Lauterbrunner Bergdoktor und Notarzt Bruno Durrer (62) starb nach einem Tauchgang in Indonesien.

storybild

Der Lauterbrunner Notarzt Bruno Durrer ist 62-jährig an einem Herzversagen gestorben. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn die Air-Glaciers von Lauterbrunnen aus zu einer Rettungsmission aufbrach, war er meistens dabei: Bruno Durrer war seit rund 30 Jahren leitender Notarzt des Helikopterunternehmens. Am Montag ist der in der Region bekannte Bergdoktor in Indonesien verstorben, wie das Onlineportal thejakartapost.com schreibt.

Der 62-Jährige fühlte sich nach einem Tauchgang im Bunaken National Marine Park unwohl und wurde zuerst zum Hotel und schliesslich ins Spital gebracht. Bei der Ankunft war er laut den dortigen Ärzten bereits tot. Sie diagnostizierten Atemschwierigkeiten und einen Herzstillstand als Todesursache. Eine Ausseneinwirkung schliessen sie aus.

«Lebensversicherung» der Basejumper

Durrer war vor allem für seine Rettungseinsätze in alpinem Gelände bekannt: Er war bei rund 3500 solchen dabei. Zusammen mit der Gesellschaft für Gebirgsmedizin bildete er zudem über 1500 Gebirgsärzte aus. Das SRF 1 nannte ihn in einem Radiobeitrag von 2015 die «Lebensversicherung» für Basejumper, da sich Durrer immer hinter die waghalsigen Risikosportler stellte und nichts von einem Basejump-Verbot hielt.

Durrer war in seiner Rolle als Dorfarzt auch derjenige, der den tödlich verunfallten Basejumpern jeweils den Totenschein ausstellte. Wer soll das in Zukunft tun?

«Er war sehr wichtig für die Gemeinde»

Darauf weiss die Gemeinde noch keine Antwort. Für Martin Stäger, Gemeindepräsidenten von Lauterbrunnen, kam die Nachricht von Durrers Tod als Schock, wie er gegenüber dem «Berner Oberländer» sagt. «Er war sehr wichtig für die Gemeinde als Retter und Hausarzt.» Die Gemeinde müsse die traurigen Neuigkeiten erst verarbeiten, bevor sie nach einem Nachfolger suche. Laut Stäger kein leichtes Unterfangen, denn auch Durrer habe grosse Mühe damit gehabt, einen neuen Dorfarzt zu finden. «Wir können nicht einfach einen Doktor aus dem Hosensack nehmen», so Stäger.

Auch René Feuz, Präsident der SAC-Sektion Lauterbrunnen, kann die tragische Nachricht nicht fassen: «Das kommt für mich aus heiterem Himmel, und mir fehlen die Worte. Das Leben ist brutal.» Er sagte gegenüber der Tageszeitung, Durrer habe kürzer treten und mehr Zeit für sich haben wollen. «Er hat sehr viel für die Talbevölkerung und ein gut funktionierendes Rettungswesen getan.»

Bei Air-Glaciers wollte sich noch niemand zum Todesfall äussern, Durrers Arztpraxis Dokterhuus verzichtet aus Rücksicht auf die Familie auf eine Stellungsnahme.

(kaf)