Unwetter im Kanton Bern

23. Juli 2017 18:06; Akt: 23.07.2017 18:06 Print

«Es rauschte rein wie durch einen Wasserhahn»

Ein heftiges Unwetter ging am Freitagnachmittag über dem Kanton Bern nieder. Es sorgte für vollgelaufene Keller und Garagen – so auch in Heimberg.

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Wieder hat ein schweres Unwetter die Region heimgesucht. Der Sturm mit heftigem Regen und teilweise Hagel sorgte für vollgelaufene Keller und Garagen, umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste. Bei der Berner Kapo gingen zwischen 17 und 23 Uhr rund 140 Meldungen ein, wie diese auf Twitter schreibt. Die meisten betrafen Wassereinbrüche in Gebäude. Stark betroffen waren die Regionen Konolfingen und Heimberg.

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In der Heimberger Rösslimatt erinnern Sandsäcke am Strassenrand und Besen an den Häuserwänden an die sintflutartigen Regenfälle. Noch immer sind Anwohner mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Vor Monika Christens Haus steht eine Mulde voll mit durchnässten Kartons und einigen Möbelstücken. «Im Keller stand das Wasser etwa 15 Zentimeter hoch», erzählt die 56-Jährige. Seit zwei Tagen sei sie nun mit Aufräumen und Entsorgen beschäftigt. «So langsam geht mir die Kraft aus.»

Bis zu 20 Zentimeter Wasser

Nur wenige Häuser entfernt wohnen die Beutlers. Im Untergeschoss des älteren Ehepaars brummen vier Trocknungsgeräte. In der Kellerwand befand sich ein kleines Loch, das durch den Druck des Wassers weiter aufgerissen wurde. «Plötzlich hörte ich es von oben gurgeln», erzählt Sylvia Beutler. Sofort sei sie in den Keller geeilt. «Das Wasser rauschte hinein wie durch einen Wasserhahn», sagt sie. Erst habe sie mit einem Becher versucht, das Wasser aufzuhalten – doch dies war zwecklos.

«Wir hatten am Freitagabend innert Kürze gut 30 Einsätze», sagt Patrick Schneider, Kommandant der Feuerwehr Heimberg. Auch tags darauf seien Alarmmeldungen eingegangen. «Einige Leute wurden erst am nächsten Morgen auf ihre überfluteten Keller aufmerksam», so Schneider. Die Einsatzkräfte hätten Keller mit über 20 cm Wasser angetroffen. «Da ist man etwa zwei Stunden mit Auspumpen beschäftigt», sagt der Kommandant. Die Wassereinbrüche in den Gebäuden seien auf einen Rückstau bei der Kanalisation zurückzuführen.

«Wir können nicht überall sein»

Schneider zufolge kann die Feuerwehr Heimberg an drei bis vier Adressen gleichzeitig auspumpen. Manche Bewohner hätten bis zu fünf Stunden warten müssen. «Die meisten Betroffenen haben Verständnis, wenn sie sich gedulden müssen», sagt Schneider. Es komme aber auch immer wieder vor, dass Eigenheimbesitzer das Gefühl haben, die Feuerwehr müsse sofort kommen. Schneider: «Wir tun immer unser Möglichstes, können aber nicht überall sein.»

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 23.07.2017 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke an alla Helfern!

    Möchte mich einmal herzlichen Dank aussprechen für die Feuerwehr/Zivilschutz y all die anderen Helfern in der ganzen Schweiz!!!! Es ist Super solche Menschen in unsere Mitte zu haben, vielen Dank!

  • anonymer Mensch am 23.07.2017 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heimberger

    Ich war zu diesem Zeitpunkt in Thun bei der Arbeit. Anscheinend gab es in Heimberg sogar Hagel. In Thun habe ich jedoch nichts mitbekommen (Jedenfalls vom Hagel)... ...Normalerweise wird Heimberg von Unwettern ziemlich verschont. Am Freitag war es anscheinend umgekehrt.

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  • Anonym am 23.07.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Hilfe

    Meinem Versicherungsberater der Axa Winterhur danke ich ganz herzlich für die super Unterstützung!!! Hat alles super geklappt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wegschmeisser am 24.07.2017 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut für alle Messies

    Endlich mal den, über Jahrzehnte angesammelten, ach so wertvollen Karton entsorgen...tut Seele und Geist gut, sich von altem Gerümpel zu befreien

  • Echo vom Bärgli am 23.07.2017 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    Viel selbstverschuldet!

    Leider wird bei der heutigen Bauerei nicht mehr darauf geachtet, wie solche Gefahren im Voraus zu vermeiden sind. Lebe in einem Haus aus 1844, jegliches Unwetter inkl. Lothar sind völlig chancenlos, da Bauplatz auf 3 Seiten abschüssig, Gebäude mit solider Basis und solidem Ausbau. Heute wir auf Bäche (auch wenn diese in Röhren gepackt wurden), schräge Flächen oder tiefste Geländepunkte nicht mehr geachtet. Es wird einfach gebaut. Dafür wirken dann Ämter wie das Raumplanungsamt noch gegen die Nutzung bestens geschützter Häuser.

    • Echo vom Schraubstock am 23.07.2017 23:45 Report Diesen Beitrag melden

      Raumplanung

      Ist unser Raumplanungsgesetz einfach eine Tragikömödie, oder ein Melodrama?

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  • Keller-Wasser am 23.07.2017 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Stört Wasser im Keller

    Bei diesen Natur-Ereignissen begreife ich nicht, warum in der Schweiz zuerst - und dies zwar subito - anstelle von anderen wohl wichtigeren Hilfeleistungen - Keller und Garagen ausgepumpt werden müssen?

    • Anonym am 23.07.2017 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Keller-Wasser

      Ist echt nicht lustig wenn alles schwimmt und kaputt ist..... inkl. Fotos ect.

    • Insider am 23.07.2017 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ganz einfach!

      Die Mauern ziehen Wasser und man sollte möglichst schnell vorgehen um noch mehr Schaden am Haus zu verhindern. Danach sollten noch Entfeuchter eingesetzt werden. Wasser im Keller ist keinesfalls zu unterschätzen!

    • Kowalski am 23.07.2017 23:00 Report Diesen Beitrag melden

      @ Keller-Wasser

      ... weil Schimmel im Haus wohl niemandem Freude bereitet. Darum!

    • Keller-Assel am 23.07.2017 23:53 Report Diesen Beitrag melden

      @KowalSki

      ... auch schon nur ein Ziegenbock im Haus ist nicht immer nur lustig. Das ist so!

    • Entfeuchter am 24.07.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      Stört Wasser im Keller?

      Wenn Sie wüssten, wie viele Schweizer ihre Tuusiger-Nötli (vermutl. wegen Negativ-Zinsen) im Keller bzw. Garage bunkern, so ist Ihre "Wasser-Frage bez. Keller" als völlig überflüssig zu betrachten. Es erklärte denn auch die eilig umfassende Konzentration der Hilfeleistungen von Feuerwehr, Zivilschutz, etc. bei Überschwemmungen auf Keller und Garagen.

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  • Anonym am 23.07.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Hilfe

    Meinem Versicherungsberater der Axa Winterhur danke ich ganz herzlich für die super Unterstützung!!! Hat alles super geklappt.

  • Der aus Winti am 23.07.2017 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Aktuell ist es nicht

    Meine Güte. Das war am Freitag. Keine aktuelleren Meldungen betreffend Regentropfen und Wind?