Gedenkaktion

11. September 2015 15:28; Akt: 11.09.2015 15:28 Print

Aus Schütz wird Luciano-Romero-Platz

Die Schütz wird in Gedenken an einen kolumbianischen Gewerkschaftsführer umgetauft. Dahinter steckt die Menschenrechtsorganisation Multiwatch.

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Heute wird auf der Berner Schützenmatte dem kolumbianischen Gewerkschafter Luciano Romero gedacht, der vor zehn Jahren ermordet wurde - kurz bevor er in Bern an einer öffentlichen Anhörung als Zeuge hätte aussagen sollen. (Bild: zvg)

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Anlässlich des Neustadt-Labs wurde in den vergangenen Wochen bereits fleissig auf der Schützenmatte herumexperimentiert. Heute Nachmittag kommt die Schütz nun zu einem neuen Namen: Sie wird in den Luciano-Romero-Platz umgetauft. Dies geschieht anlässlich des zehnten Jahrestages eines kolumbianischen Gewerkschaftsführers und Menschenrechtsaktivisten.

Luciano Romero, ehemaliger Arbeiter beim Nestlé-Tochterunternehmen Cicolac, war vor zehn Jahren von Paramilitärs enführt, gefoltert und mit fünfzig Messerstichen brutal ermordet worden. Zuvor hatte er zahlreiche Todesdrohungen erhalten. Romero hätte im Oktober 2005 in Bern an einer von Multiwatch organisierten, öffentlichen Anhörung zu Nestlé Kolumbien als Zeuge auftreten sollen – doch aufgrund seiner Ermordung kurz zuvor kam es nie zu seiner Aussage.

Unterlassener Schutz für Romero?

Zwar wurden die Paramilitärs, die Romero ermordet hatten, zur Verantwortung gezogen – jedoch blieben die Auftraggeber des Verbrechens im Dunkeln. Der kolumbianische Richter hatte die Rolle Nestlés als relevant angesehen und entsprechende Ermittlungen angeordnet. Bis heute sind diese nicht aufgenommen worden. Brisant: Der betreffende Richter wurde abgesetzt und musste wegen Morddrohungen das Land verlassen.

Im März 2012 reichte die Gewerkschaft Sinaltrainal zusammen mit dem European Center for Consitutional and Human Rights (ECCHR) Strafanzeige gegen leitende Mitarbeiter von Nestlé und das Unternehmen ein. Der Vorwurf: Die Nestlé-Manager hätten es unterlassen, die Gewerkschafter angemessen zu schützen, und hätten so den gewaltsamen Tod Romeros mitverursacht. Dies, obwohl die Gewerkschaft die Todesdrohungen an das Tochterunternehmen in Kolumbien sowie an den Mutterkonzern in der Schweiz gemeldet hatte. Das Verfahren in der Schweiz wurde im Mai 2013 wegen Verjährung eingestellt.

Konzerne zur Verantwortung ziehen

Die Menschenrechtsorganisation Multiwatch will dennoch dafür sorgen, dass Romero Gerechtigkeit wiederfährt und nicht in Vergessenheit gerät. Sie nimmt Schweizer Firmen im In- und Ausland unter die Lupe: «Uns geht es darum, als Menschenrechtsplattform zu beobachten, wo Schweizer Konzerne an Menschenrechtsverletzungen beteiligt sind», erklärt Yvonne Zimmermann, Vorstandsmitglied von Multiwatch. Dafür steht die Organisation in Kontakt mit Betroffenen und Gewerkschaften. «Wir setzen uns dafür ein, dass Konzerne auch in der Schweiz für Verletzungen zur Verantwortung gezogen werden», sagt Zimmermann.

Fast 3000 ermordete kolumbianische Gewerkschafter

Mit der Umbenennung der Schützenmatte will Multiwatch einerseits gegen die Straffreiheit für die Auftraggeber des Mordes protestieren. Andererseits will die Menschenrechtsorganisation darauf aufmerksam machen, dass in Kolumbien seit Mitte der 1980er-Jahre beinahe 3000 Gewerkschafter ermordet wurden. Dafür bringt Multiwatch auf der Schütz spezielle Strassenschilder und eine Gedenktafel mit Hinweisen zu Luciano Romero an.

Die Umbenennung findet heute, Freitag, um 17.30 Uhr beim Pavillon des Stadtlabors auf der Schützenmatte statt. Fans des alten Namens müssen jedoch nicht traurig sein: Der Luciano-Romero-Platz behält seinen Namen nur bis Ende September – dann wird das Projekt Neustadt-Lab beendet.

(nel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bernerin am 12.09.2015 04:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Was hat das mit der schützenmatt zu tun?

  • T. Schwarz am 13.09.2015 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht richtig

    Mit solchen Aktionen werden falsche Zeichen ausgesendet. Wirhaben sicher mehr als genug verdiente Schweizer die einen Platz verdient hätten.

  • Harry Hirsch am 11.09.2015 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    es reicht

    Es wird zum Trend, jeden Platz, jede Strasse einem linken Politiker, "Künstler" oder Märtyrer zu widmen. Wieso nicht alles so lassen wie es ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • T. Schwarz am 13.09.2015 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht richtig

    Mit solchen Aktionen werden falsche Zeichen ausgesendet. Wirhaben sicher mehr als genug verdiente Schweizer die einen Platz verdient hätten.

  • bernerin am 12.09.2015 04:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    komisch

    Was hat das mit der schützenmatt zu tun?

  • Harry Hirsch am 11.09.2015 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    es reicht

    Es wird zum Trend, jeden Platz, jede Strasse einem linken Politiker, "Künstler" oder Märtyrer zu widmen. Wieso nicht alles so lassen wie es ist.

  • sam3012 am 11.09.2015 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RIP: Luciano Romero

    Es ist eine schande, dass immer noch nicht ermittelt wird! ich halte es für sehr wichtig, dass solchen leiten gedenkt wird. solche vorbilder brauchen wir und nicht ein trash king von rtl oder 3+