Bernmobil

15. Mai 2017 17:56; Akt: 15.05.2017 17:56 Print

Attacke gegen Fahrer verunsichert Chauffeure

Am Sonntag um 5:45 Uhr wurde ein Berner Buschauffeur mit Faustschlägen niedergestreckt. Der Tathergang ist den Kollegen ein Rätsel – wieso verliess der Mann sein Fahrzeug?

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Unter den Chauffeuren von Bernmobil ist es nach wie vor das Gesprächsthema Nummer eins: Die Faustschlag-Attake vom frühen Sonntagmorgen gegen einen ihrer Kollegen. Doch was genau um 5:45 Uhr auf der Linie 19 bei der Haltestelle Zieglerspital passierte, ist für die Mitarbeitenden nach wie vor unklar. Fakt ist lediglich: Nach dem Anhalten verliess der Buschauffeur kurz den Bus. Dort sollen sich zu dieser frühen Stunde ein Mann und eine Frau aufgehalten haben. Der Busfahrer wurde dann unvermittelt von dem Mann mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen. «Er fiel zu Boden, worauf sich der Mann und die Frau in unbekannte Richtung entfernten», teilte die Kantonspolizei Bern mit.

Wurde der Chauffeur provoziert?

Dieser Tathegang wirft bei den Mitarbeitenden nun Fragen auf: «Es ist mir ein Rätsel, wieso der Kollege beim Zieglerspital sein Fahrzeug verliess», sagt so eine Fahrerin im Dienst. Die Haltestelle sei weder eine Endstation, noch müsse der Bus dort für längere Zeit warten.

Die Ermittlungen rund um den Vorfall laufen derzeit auf Hochtouren – der betroffene Chauffeur wird befragt, Zeugen werden gesucht. Wegen den laufenden Untersuchungen und weil der Schläger noch flüchtig ist, will sich weder Bernmobil noch die Berner Kantonspolizei zum Vorfall äussern. Auch intern, im Berner ÖV-Unternehmen, wird geschwiegen: «Alles, was ich weiss, habe ich aus den Zeitungen», sagt ein weiterer Chauffeur – «das ist schon etwas unangenehm.» Manche Fahrer seien verunsichert.

Aggressives Verhalten der Fahrgäste

Die Attacke im Berner Weissenbühl sei zwar ungewöhnlich, weiter erstaunt ist man unter den Berner Chauffeuren trotzdem nicht: «Wir sind oft den Aggressionen unserer Fahrgästen ausgeliefert», sagt ein langjähriger Bernmobil-Mitarbeiter. Die Gewalt und die Respektlosigkeit gegenüber dem Personal habe in den letzten dreissig Jahren frappant zugenommen. Eine Tramfahrerin sagt, dass sie froh sei, in ihrem geschlossenen Führerstand noch etwas mehr geschützt zu sein als die Buschauffeure.

Dass die Gewalt zugenommen habe, dem widerspricht Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. «Wir verzeichnen heute nicht mehr Vorfälle als in der Vergangenheit.» Die Wahrnehumung der Bernmobil-Angestellten könne er aber verstehen, denn die Gesellschaft und deren Verhalten würde sich stets verändern. «Heute leben wir in einer 24-Stunden-Gesellschaft mit viel Hektik und wenig Nerven.» So würden die Bus- und Tramchauffeure in ihrem Berufsalltag immer wieder auf die Probe gestellt.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stadtberner am 15.05.2017 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend

    In dieser (einst schönen und friedlichen) Stadt wundert mich gar nichts mehr...

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  • Toni am 15.05.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Ist ja klar das die Firma den Vorfall wieder unter den Tepich wischt , ansonsten müssten sie etwas dagegen unternehmen und das würde wiederum zu Auslagen bringen , ist doch immer das selbe mit den Firmen der Busfahrer

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  • Gerry41 am 15.05.2017 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Vielleicht hat der Fahrer eine Situation gesehen die aussah als müsste der Frau geholfen werden ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Housi am 24.05.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht erstaunt

    Was ich so erlebe wie zum Teil die Chauffeure arrogant und Kundenunfreundlich sind erstaunt mich das nicht. Da wird Türe geschlossen 3 Meter gefahren um vor dem Lichtsignal 3 Minuten bis 5 Minuten zu warten. Seitenblick bis die Person vor der Tür steht verriegeln und zögernd abfahren. Da wir Abfahrt in 2 Minuten angezeigt kaum willst du die Tür öffnen und weg ist Bus. Fussgängerstreifen wird nicht angehalten "Aussage vom Fahrer er habe Fahrzeiten einzuhalten. Rechtsvortritt wird Missachtet auch hier Aussage Fahrplan sei einzuhalten.

  • Ubernutzer am 17.05.2017 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bern's Problem Nummer eins

    Der rot-grünen Stadtregierung sei es verdankt! Solche Schandtaten gab es früher nicht so. Heute ist es offenbar an der Tagesordnung. Die Bernmobil sollten ihre Fahrgäste gezielter selektieren und vielleicht mal auf ein paar Franken Einnahmen verzichten.

    • Ben Jamin am 18.05.2017 11:15 Report Diesen Beitrag melden

      Na jaa

      Sie sollten nicht nur den Titel lesen. Im Artikel steht es gibt nicht mehr Vorfälle als früher. Immer diese Angst/Wutbürger, dann machen sie halt einen grossen Bogen um Bern.

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  • Kenner am 17.05.2017 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zieglerspital

    Und wo ist es passiert? Noch Fragen?

  • Andy Seeland am 16.05.2017 16:34 Report Diesen Beitrag melden

    Direktion an die Front

    Soll doch die Direktion bei den neuralgischen Linien und kritischen Zeiten selber fahren oder die Busse begleiten. Dann geht es. Ruck Zuck und Security wird eingestellt. Hat bei der SBB auch seine Zeit gebraucht bis die Oberliga reagiert hat.

  • Flicki R am 16.05.2017 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsferne Direktionen

    Ist ja klar, dass der Sesselkleber einmal mehr alles herunterspielt. Die in den Büros, von diesen gibt es mittlerweile etwa 3/4 der Belegschaft zu viel, finden natürlich das die Chauffeure/sen übertreiben. Sie selber sind geschützt in ihren Kravattensilos und haben jeglichen Kontakt zu ihrem Kerngeschäft verloren. Es würde langsam Zeit dieses zu ändern. Dem Busfahrer wünsche ich ganz gute Besserung.