Dichtestress im Wald

02. Oktober 2017 05:49; Akt: 02.10.2017 05:49 Print

Nagerplage hält Mäusejägerin auf Trab

Flinke Gelbhalsmäuse, die sonst in den Wäldern leben, werden in Wohngegenden im Berner Oberland zur Plage. Für Kammerjägerin Kathrin Hirsbrunner bedeutet dies viel Arbeit.

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Kathrin Hirsbrunner aus dem oberländischen Merligen ist professionelle Feldmauserin – mit bis zu 150 tödlichen Fallen ist Hirsbrunner jeweils auf Wiesen, Obstanlagen und in Gemüsegärten aktiv, um den störenden Wühlmäusen den Garaus zu machen.

Doch dieses Jahr wird Hirsbrunner besonders oft auch von verzweifelten Liegenschaftsbesitzern kontaktiert: «In den Häusern im Berner Oberland wimmelt es in diesem Herbst von kleinen Nagern», sagt die Mausejägerin gegenüber 20 Minuten.

Aus Hohlräumen in den Wänden sei ein stetiges Rascheln zu vernehmen, in den Kellerecken würde sich Mäusedreck anhäufen. «Sie sind überall: Auf Balkonen, Terrassen, in der Küche, beim Kehricht – einfach fast überall». Erst kürzlich musste sie eine Maus aus einem Duvet entfernen. Ihr Fazit: «Es herrscht eine regelrechte Mäuseplage. Momentan fange ich täglich bis zu 20 Mäuse ein.»

Jagd auf sprungkräftige Mäuse schwierig

Nicht nur auf besonders viele, sondern auch auf völlig andere Mäuse macht Hirsbrunner derzeit Jagd: Bei den unerwünschten Eindringlingen handelt es sich vorwiegend um Gelbhalsmäuse, die sonst nur im Wald und in baumreichen Lebensräumen anzutreffen sind. «Was diese Waldmäuse in den Wohngegenden verloren haben, ist mir ein Rätsel», sagt die Mäusefängerin.

Stefan Hertwig vom Naturhistorischen Museum in Bern hat eine Vermutung: «Das letzte Jahr war ein Mastjahr. Dank der reichen Ernte konnten sich die Gelbhalsmäuse schnell vermehren.» Nun sei die Population in den Wäldern so gross, dass die Mäuse nun auch in von den Nagern weniger bevölkerten Wohngebieten auf Nahrungssuche gehen.

Mausefallen zur schnellen Bekämpfung

Hirsbrunner wären die gewöhnlichen Feld- und Wühlmäuse zum Erjagen aber lieber: «Die Gelbhalsmäuse sind zähe Tierchen.» Mit ihren langen Schwänzen, die eine Verlängerung der Wirbelsäule sind, verfügen sie über eine imposante Sprungkraft – «sie sind für mich viel schwerer zu erwischen.»

Eine der einfachsten Methoden eine Maus zu fangen, bleibt wohl die altbekannte Mausefalle. Auch Hirsbrunner verwendet die effizienten Geräte zur Bekämpfung der Nagerplage; «Meist halten sich die Tiere in der nähe von Esswaren auf – rund um den Kehricht, oder bei Tüten voller Altbrot», sagt sie. Moderne Fallen erinnern an kleine Höhleneingänge und locken die Mäuse somit automatisch hinein. Bis zu zwei Tiere können damit gleichzeitig geschnappt werden.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amina123 am 02.10.2017 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mäusejagd

    tja...in den 60er und 70er jahren wurden die mäuse von kindern gefangen und die bekamen 50 rappen pro maus.viele kinder waren auf mäusejagd:-) sollte man wieder einführen.nebst dem kässeli aufbessern,war dies auch mit spass und spannung verbunden und viel zeit in der natur;)

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  • Jeremi am 02.10.2017 06:07 Report Diesen Beitrag melden

    Tja.

    Offenbar gibt es in Bern zu wenig Katzen. Das sind ja bekanntlich die besten Mäusejäger.

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  • Onurb am 02.10.2017 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viele

    es hat wirklich viele. Auch im Mesox

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Die neusten Leser-Kommentare

  • soso am 02.10.2017 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    kokolores

    Esswaren rund um den Kehricht. Wieso steht Essware rund um den Kehricht? Dort fängt es doch schon mal an; hier wird einmal mehr ein Symptom -sprich das Mäuschen - statt die Grundkrankheit - sprich der Kehricht und die Essware drumherum - behandelt. Somit halte ich von diesen tierquälerischen Aktionen, die am Ende noch bezahlt werden, gar nichts, sondern eher davon etwas, den Müll und die drumherumliegende Essware ausser Reichweite der Mäuse zu halten, Problem gelöst! Die Ursache ist einmal mehr der Mensch selbst und das Mäuschen das Symptom!

  • Mascaya am 02.10.2017 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geschichten wie aus einem Film

    Bereits zum dritten Mal diesen Sommer haben meine Katzen eine Maus lebend ins Haus gebracht. Die erste ist verhungert oder an Verletzungsfolgen zwischen den Elektroeisenbahnwagen meines Ehepartners gestorben, habs erst am gestank gemerkt!!! Die zweite konnte ich lebend rausbringen, die dritte hat den weg in mein hochzeitskleid gefunden und dort ihre Vorräte deponiert und ein nest vorbereitet. Die hat definitiv den Tod verdient und meine Katzen haben jetz Hausverbot!!!! Bin stinke sauer!!!

    • Bitte nicht böse sein, Ihre Geschichte am 02.10.2017 14:33 Report Diesen Beitrag melden

      verdient Beifall, 1000 Dank!

      Mascaya, Ihre Geschichte ist bewegend. Schon deshalb weil eine Maus im Salonwagen reisen wollte um recht-zeitig bei Ihrer Hochzeit dabeizusein. Und sein Mäuschen hat es geschafft, sich in Ihr sicher kostbares Kleid zu verlieben um sich dann alleinerziehend dort zu vermehren. Wenn ich daran denke, dass Ihr schönstes Kleid die Geburtsstätte einer neuen vaterlosen Familie wurde, es rührt mich erneut. Ich möchte es im hohen Alter noch als Kinderbuchschreiberin versuchen. Sollte es gelingen,bekommen Sie ein Exemplar wenn Sie wollen, schliesslich haben sie tragischerweise den"Stoff dazu ge-liefert!

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  • Apodemus flavicollis grüsst alle Leser am 02.10.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Überlassen wir das der Mutter Natur!

    Wir haben genug Mäusejäger, Fuchs und andere hungrige Artgenossen werden sich freuen. In drr freien Natur reguliert sich das von selbst. Im Haus sieht das anders aus. Aber Schulkinder dafür einzusetzen finde ich übertrienen!

  • Pia am 02.10.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mäuse sind so niedlich

    Bei uns in Kloten hats kaum mehr Mäuse. Nicht mal meine Jägerkatze findet welche. Ich bin froh... Mäuse sind so niedlich

  • fridel am 02.10.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    vielleicht

    einfach mal Aufräumen. Die Schweizer gehören mit zu den Unordentlichsten . Nirgends soviel Unrat, Müll und Essenreste auf den Höfen/Balkonen gesehen. Sperrmüllabfuhr gibt es auch nicht. Das zieht Mäuse an. Und die Felder alle zugegüllt. Da will dann auch keine Maus wohnen