Walterswil SO

06. Februar 2017 17:45; Akt: 06.02.2017 17:45 Print

Steht neben der Kirche bald ein Puff?

von Simon Ulrich - Eine geplante Erotikbar stösst in Walterswil auf starken Gegenwind. Politik, Kirche und Volk steigen gemeinsam auf die Barrikaden.

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Im ehemaligen Restaurant Sonne in Walterswil könnten schon bald wieder die Lichter angehen – und zwar die roten. Grundstück-Eigentümer Gianfranco Masetta plant nämlich, die Liegenschaft in einen Sex-Club umzuwandeln. Oder wie es in der Ausschreibung nüchtern heisst: «Zimmervermietung, Bar mit Dienstleistungsbetrieb im Erotikbereich». Dies berichtet die «Solothurner Zeitung».

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Das Baugesuch stösst im Dorf auf heftigen Widerstand – und der kommt von verschiedenen Seiten. Der Gemeinderat sei gar nicht glücklich darüber, sagt Gemeindepräsidentin Marie Louise Wilhelm-Merz gegenüber der Zeitung. «Dort befindet sich der Dorfkern von Walterswil, der zentrale Punkt der Gemeinde.» Der Gemeinderat prüfe nun sämtliche Optionen, um die Erotik-Bar zu verhindern. So bereite man derzeit eine Einsprache vor. Ebenfalls denkbar sei, die Liegenschaft zu kaufen.

Rückendeckung aus der Bevölkerung

Doch nicht nur dem politischen, sondern auch dem kirchlichen Dorfoberhaupt wäre das Etablissement ein Dorn im Auge. Denn Freuden- und Gotteshaus stünden im Rothacker praktisch Seite an Seite. «Wir wollen nicht, dass das ganze Haus leuchtet und blinkt», meint Kirchgemeindepräsident Josef von Arx. Auch die katholische Kirchgemeinde Walterswil will deshalb Einsprache erheben.

Diverse Anwohner haben dies bereits getan – so auch Brigitte Uehlinger, die gleich gegenüber des ehemaligen Restaurants wohnt. Der nahe Schulweg und der Dorfcharakter machen die Sex-Bar für sie zum No-Go. «Man wohnt doch auf dem Land, gerade weil man solche Etablissements nicht will», sagt sie.

Weiter haben sich mehrere Walterswiler Frauen zusammengetan und eine Unterschriftensammlung gegen den geplanten Erotikbetrieb gestartet. Laut Gemeindepräsidentin könnten diese rechtlich zwar nichts bewirken, aber «dadurch verspürt der Gemeinderat Rückendeckung im Dorf».

Bereits potenzielle Käufer

Trotz Einsprachen und Unterschriftensammlungen: Chancenlos ist Masettas Bauvorhaben wohl nicht. Denn das Gebäude befindet sich in der Dorfkernzone, wo gemäss Zonenreglement «mässig störende, dem Charakter der Zone angepasste Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe» erlaubt sind. Und ein solcher war bereits das ehemalige Restaurant Sonne.

Die Einsprachefrist läuft noch bis am 10. Februar. Selbst wenn das Baugesuch abgelehnt würde, wäre das für Grundeigentümer Gianfranco Masetta kein Weltuntergang, wie er gegenüber 20 Minuten auf Anfrage sagt: «Es haben sich bereits potenzielle Käufer für die Liegenschaft gemeldet.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Apop85 am 06.02.2017 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nennt doch....

    die Angestellten einfach alle Maria und verkauft es als historisches Museum des Christentums :p

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  • Morlem am 06.02.2017 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glas und Steine

    Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen....

  • leser79 am 06.02.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top Standort

    Ist SO nicht katholisch? Dann passt das ja. Je öffentlichr katholisch, desto versauter heimlich. Nach dem der Schäfer seinen Schäfchen ins Gewissen geredet hat, folgt das Schäfferstündchen. Und dann zurück um die Sünde zu beichten. Das ist Ekonomie gelebt, man sol doch wege obtimieren und den ÖV entlasten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aus Regio am 08.02.2017 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    nur halb ...

    Wers nicht kennt: Die ehem. Beiz liegt direkt an einer vielbefahrenen Strasse, besonders im Berufsverkehr (Grod). Ausserdem nur etwa 5 Minuten von der Autobahn Oftringen entfernt. Gemeindegrenzen in Ehren, aber das ist bei weitem nicht so ländlich und abgelegen wie es den Eindruck macht im Artikel. Das würde wohl schon laufen da. Ausserdem würde das gar kriner mitbekommen und niemanden stören, wenn man nicht neu seit letztem Jahr im SO eine öffentliche Baugenehmigung beantragen müsste für solche Umnutzungen (neues Wirtschaftsgesetz).

  • Klaus France am 07.02.2017 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    wegen dem Geistlichen ?

    ist ja möglich das das Dorf den Geistlichen nicht in Versuchung führen wollen und Deshalb die Damen nicht im Dorf haben möchten ;-)

  • Don Toscani am 07.02.2017 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ja bin dafür ;-)

    Währe doch angenehm nach dem Kirchgang, über die Strasse auf ein Schäfer Stündchen zugehen, damit man noch Erleben kann das man noch ein Mensch ist, gibt ja bald nur noch Roboter

  • André Gubelmann Brasilien am 07.02.2017 02:40 Report Diesen Beitrag melden

    Segen

    Jetzt kann der Pfarrer endlich den Segen auch in der Rotlicht-Atmosphäre geben.Denn alle Damen sollen auch den Segen erhalten.

  • Oltner am 06.02.2017 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja Walterswil

    Mehr Kühe als Einwohner. Da passt ja die Kontaktbar gut ...