Tödlicher Polizeieinsatz

27. Mai 2011 15:52; Akt: 27.05.2011 18:20 Print

Sichergestellte Pistole war eine Armeewaffe

Nach der Tötung eines Polizisten in Schafhausen ist bekannt geworden, dass die sichergestellte Waffe eine Dienstwaffe war. Diese hatte der Schütze nach der Ausmusterung nie abgegeben.

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Neue Erkenntnisse nach der Tötung eines Polizisten in Schafhausen: Der mutmassliche Schütze, der im Besitz einer Armeewaffe war, hat nach der Ausmusterung aus medizinischen Gründen seine Ausrüstung und seine Dienstwaffe nicht zurückgegeben.

Der mutmassliche Täter war 2007 aus medizinischen Gründen aus der Armee entlassen worden, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Freitag mitteilte. Ordentlich abgerüstet wurde er aber nicht. Der Mann sei nach der Ausmusterung nie aufgeboten worden, um die militärische Ausrüstung zurückzugeben, führte Armeesprecher Daniel Reist dazu aus.

Widersprüche

Welche Stelle für das Aufgebot zuständig gewesen wäre, darüber gibt es keine Einigkeit. Laut Reist wäre das Aufgebot Sache des Kreiskommandos im Kanton Bern und der Logistikbasis der Armee gewesen. Weshalb es dem Tatverdächtigen nicht zugestellt wurde und wo der Fehler in diesem Fall liege, werde nun abgeklärt.

Das Berner Kreiskommando widerspricht der Darstellung der Armee. Weil der Verdächtige aus medizinischen Gründen für untauglich erklärt worden sei, seien das Aufgebot zur Abrüstung und die Abrüstung Aufgabe der Bundesstellen, teilte der stellvertretende Kreiskommandant Hansjörg Christ mit. Nur bei normalen Entlassungen aus der Armee sei das Kreiskommando involviert.

Generell lässt Armeechef André Blattmann nach dem Tötungsdelikt von Schafhausen den Prozess der Abrüstung von medizinisch untauglich erklärten Armeeangehörigen überprüfen. Es gehe um rund 40'000 Dossiers aus den vergangenen zehn Jahren, sagte Reist dazu. Abgeklärt wird auch, ob es vergleichbare Fälle gibt.

Der mutmassliche Schütze hatte in der Armee den Rang eines Korporals bekleidet. Laut dem Sprecher war er von 1998 bis 2004 zu Wiederholungskursen eingerückt.

Armeewaffe am Tatort

Ermittlungen der Berner Kantonspolizei ergaben inzwischen, dass die in Schafhausen sichergestellte Pistole eine Armeewaffe war und dem Schützen gehörte.

Ob es sich um die Tatwaffe handelt, wird laut einer Mitteilung der Polizei erst in einigen Tagen bekannt sein. Nach ihren Angaben handelt es sich um eine Pistole, die der mutmassliche Schütze im Rahmen seines Armeedienstes erhalten hatte.

Das Drama hatte sich am Dienstag in Schafhausen im Emmental abgespielt. Als zwei Polizisten für eine Zwangsräumung eine Wohnungstür öffnen wollten, fielen unvermittelt Schüsse. Ein 39- jähriger Polizist wurde durch zwei Schüsse getötet. Der mutmassliche Täter, der 35-jährige Wohnungsmieter, wurde verhaftet.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin Baumgartner am 27.05.2011 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kommentar

    Von wegen "im Notfall tuts auch ein Schraubenzieher oder Messer" (siehe Kommentar weiter unten): Die Hemmschwelle, einen Menschen mit einem Messer zu töten, ist klar höher als mit einer Schusswaffe, wo man nur "den Finger bewegen" muss. IN diesem Sinne lasse ich ihr Argument nicht gelten.

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  • H. Merhart am 29.05.2011 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Juristische Frage

    Kann man 1'395'806 Personen kollektiv wegen Beihilfe zum Mord anklagen? Selbstverständlich nicht. Auch für die Abstimmung über die Waffeninitiative gilt das Wahlgeheimnis.

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  • Peter am 27.05.2011 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück...

    ...wurde die Armewaffen-Intiative abgelehnt, sonst hätte sich dieser Schweizer Bürger, der nur seine Freiheit verteidigen wollte, nicht zur Wehr setzen können. Danke an die SVP und ihre Schafe! Wenn das ein Ausländer gewesen wäre, ohoh, was wäre wohl hier in der Kommentarsektion los! ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 30.05.2011 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Abrüstung hätte nichts gebracht

    Die Munition hatte er auf jeden Fall nicht von der Armee, wenn einer will kommt er leider dazu, auch wenn die Waffe eingezogen worden wäre

  • Michael Mienhofer am 29.05.2011 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder ein Beweis, wie ungenau

    beim VBS gearbeitet wird. Was machen eigentlich die Beamten im EDV Zeitalter? Da hat man offenbar eine wichtige Kontrolle vergessen. Nämlich: die Armee verteilte jedem Wehrmann bei der Einmusterung eine Waffe, Kontrolle ob diesZumutbar sei, wurde vermutlich vergessen. Zuviel Aufwand, zuviele Dossiers, zuviele Datenschutzfaktoren. Also hat man es darauf ankommen lassen, anstonsten müsste man jetzt nicht über die Bücher ! Die Initiative Armeewaffen ins Zeughaus kommt ja nicht von hysterischen Frauen, wie oft behauptet wurde.

  • Guschti am 29.05.2011 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Mit was ist egal, dass überhaupt ist...

    ..das Problem. Lest mal 20 unter Zürich: Mann mit Grillgabel verletzt. Noch Fragen? Als Tatwaffe kann alles herhalten - und geführt wird jede Waffe von einem 'Menschen'. Nochmals: noch Fragen? Unter dem Strich ist es egal mit was sondern dass jemand getötet oder verletzt wurde das Thema.

    • Wm Studer am 31.05.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Lieber Grillgabel

      Naja, mit einer Schusswaffe tötet sich einfacher als mit einer Grillgabel. Gegen die könnte ich noch meine gelernten Abwehrtechniken einsetzen. Gegen ein Projektil aus einer Feuerwaffe habe ich keine Chance, wenn es auf mich abgefeurt wird. Das ist auch 1000 mal schneller.

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  • H. Merhart am 29.05.2011 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Juristische Frage

    Kann man 1'395'806 Personen kollektiv wegen Beihilfe zum Mord anklagen? Selbstverständlich nicht. Auch für die Abstimmung über die Waffeninitiative gilt das Wahlgeheimnis.

    • Micha am 31.05.2011 17:06 Report Diesen Beitrag melden

      Kleine Frage

      Kann man, wenn das Volk entwaffnet ist die Ja Stimmer bei einem Raubmord auch wegen Beihilfe zum Mord anklagen? Das Opfer hatte ja keine Möglichkeit mehr sich zu wehren...

    • H. Merhart am 01.06.2011 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      Wir verstehen uns

      Sie meinen, Sie führen hier so etwas wie geistige Notwehr ins Feld.

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  • Klaus am 28.05.2011 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ist es aber auch die Tatwaffe?

    Das ist wieder reine Meinungsmache: Ob es sich um die Tatwaffe handelt, wird laut einer Mitteilung der Polizei erst in einigen Tagen bekannt sein.

    • G. Ronimo am 30.05.2011 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Dauert

      es jetzt wieder so lange wie beim Bootsunfall auf dem Bielersee? Und wenn es nicht diese Waffe war: Nach der Annahme der WI wäre sie es sicher nicht gewesen, weil im Zeughaus. Das Waffenregister hätte angezeigt, was der junge Mann im Haus hat. Wenn überhaupt noch, weil Risikoperson. Ein wertvolles Instrument für die Sicherheit aller, auch wenn man es noch so lang abstreitet.

    • Berner Bär am 30.05.2011 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      Träumer!

      @G.Romino: Dummerweise hatte der Mann noch eine zweite Waffe und diese wäre sicher nicht im Zeughaus gelandet...

    • G. Nug am 01.06.2011 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wie kleine Kinder

      in der Argumentation. Und sowas trägt Waffen spazieren. Auf die Finger klopfen. Besser spät als nie.

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