Fehlende Regelung

09. August 2017 17:47; Akt: 09.08.2017 18:11 Print

Polizisten dürften im Dienst CBD-Joints rauchen

Rund um den CBD-Konsum gibt es viele ungeklärte Fragen, etwa: Darf man danach noch fahren? Viele Transportunternehmen kennen klare Regeln. Nicht so die Kapo Bern und Solothurn.

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CBD-Cannabis macht nicht high, unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz und ist legal erhältlich – mittlerweile sogar bei Coop. Soweit, so klar. Im alltäglichen Leben herrscht indes viel Konfusion rund um das beruhigende Kraut. Einerseits lässt es sich von blossem Auge nicht von illegalem Cannabis unterscheiden. Andererseits sind wichtige Fragen ungeklärt, allen voran: Darf man nach der CBD-Zigi noch fahren? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) jedenfalls rät davon ab. Dem Ratschlag des Bundes folgen insbesondere öffentliche Transportunternehmen. Lokführern beziehungsweise Buschauffeuren von SBB, RBS und Bernmobil ist es etwa untersagt, im Dienst CBD zu konsumieren.

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«Kein Zeitdruck» bei der Kapo

Anders sieht es bei den Ordnungshütern aus: Zumindest theoretisch dürfen sich Polizisten der Kantonspolizei Bern während der Arbeit eine CBD-Zigi oder einen CBD-Joint anstecken. In deren Dienstbefehl ist der Konsum des legalen Hanfs nämlich nicht explizit erwähnt, wie die «Berner Zeitung» schreibt. Wie Kapo-Sprecherin Regina Aeberli auf Anfrage von 20 Minuten verlauten liess, sei die Regelung des CBD-Konsums im Dienstbefehl zwar «Gegenstand von Diskussionen und Abklärungen», Zeitdruck bestehe indes aber nicht. «Die Vorschriften bezüglich des eigenen Auftrittes und des Rauchens würden einen allfälligen Konsum bereits stark einschränken», begründet Aeberli (siehe Infobox). Die Polizisten seien sich der Wirkung ihres Auftrittes zudem «äusserst bewusst» und würden über ein «grosses Wissen in Bezug auf die Thematik CBD» verfügen.

Postauto und BLS haben (noch) keine Regelung

Auch die Kantonspolizei Solothurn kennt keine entsprechende Regelung in ihrem Dienstreglement. Dies, weil es sich bei CBD um ein Produkt handle, «das nicht dem Betäubungsmittelgesetz untersteht und legal erworben und konsumiert werden kann, wie zum Beispiel Zigaretten», sagt Mediensprecher Bruno Gribi.

Doch auch im Transportwesen gibt es nicht überall klare Vorschriften zum CBD-Konsum. Bei Postauto gibt es aktuell keine Regelung, Bestrebungen seien allerdings im Gang, wie die «Berner Zeitung» weiter schreibt. Bei der BLS ist zwar derzeit keine Zusatzregelung in Sicht. «Wir beobachten aber die öffentliche Diskussion und halten uns an die geltenden gesetzlichen Bestimmungen», so das Unternehmen.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walliser am 09.08.2017 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalisierung

    Legalisiert endlich Cannabis und sichert mit einem Teil der Einnahmen unsere AHV.

  • Mary Jane am 09.08.2017 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl eher nicht..

    Die Aussage "Grosses Wissen im Bezug auf die Thematik CBD" ist hier sehr relativiert worden;-)

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  • Rita am 09.08.2017 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kollegen müssten handeln

    Wenn ein Polizeibeamter im Dienst eine solche Zigarette raucht und nicht gerade sichtbar ein Päckchen öffnet, müssten die Kollegen davon ausgehen, dass die Zigaretten manipuliert und mit echtem Gras manipuliert und gefüllt wurden und wären verpflichtet diese zu beschlagnahmen und dem Labor zuzuweisen. Bis zur Abklärung ob es sich wirklich um CBD handelt, müsste der Kollege von Rechtswegen sogar suspendiert werden. Das wäre der offizielle Vorgang bei jedem Polizisten in der Schweiz.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Denise Hübscher am 24.08.2017 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Busse für "Coop-Joint" von "Coop-Joint" rauchendem

    Ein Polizist der einen legalen "Coop-Joint" geraucht hat, darf einem Bürger, der einen legalen "Coop-Joint geraucht hat, eine Busse von 100.-- geben und 3 der Coop-Zigaretten konfiszieren. Logisch... (+ billiger kommt er ja nicht an seine Joints!!!). Ich bewundere die gerechte, logische und konsequente Polizei und Justiz in unserer schönen Schweiz

  • terra-cbd am 15.08.2017 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Grosses Wissen im Bezug auf die Thematik

    ...ganz klar nicht! wenn sie dies hätten könnten sie zumindest beim grössten teil vom CBD gras den unterschied nur schon beim riechen erkennen! klar gibt es ausnahmen aber die meisten sorten riechen nun halt einmal anders als gras mit thc.

  • Tanja Morgenegg am 10.08.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das für eine Logik?

    Glaube dieser Artikel wurde von einem Bekifften verfasst ;-)

  • Normala am 10.08.2017 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Alles vermischt sich

    Man ist nun - auch dank Coop - nirgends mehr sicher, ob ein unbekannter Mensch, dem man sich in der Öffentlichkeit anvertrauen muss, soft bekifft ist. Diese pathologische Angst des Schweizers, ein Bünzli zu sein, entwickelt sich zu einer Volks-Seuche.

  • Peter Meier am 10.08.2017 05:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rauchen in der Öffentlichkeit

    Sorry aber weder der Polizist noch der Busfahrer hat während seiner Dienstzeit und er Öffentlichkeit und sichtbar zu rauchen. Das darf er ins einer Pause machen ausserhalb der sichtbaren Bereiche in einem Kämmerchen oder so.

    • Normala am 10.08.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Eben: Heimlichkeit

      das ist das ganz grosse Problem mit und bei allen Kiffern. Und die langandauernden (Aus)-wirkungen könnten dann ahnungslose Schutzbefohlene ausbaden.

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