Vorwurf der Tierquälerei

07. März 2017 12:56; Akt: 07.03.2017 19:06 Print

Ausfischen am Blausee wird eingestellt

Der Traditionsanlass des Ausfischens im Berner Oberland findet ab sofort nicht mehr statt. Tierschützer atmen auf.

Der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen hat diese Szenen beim Blausee-Ausfischen 2016 festgehalten. (cho)
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Am Blausee ist Schluss mit dem Ausfischen: «Es wurde beschlossen, den Anlass in seiner bisherigen Form nicht weiterzuführen», gab André Lüthi, Mitbesitzer und Verwaltungsratsmitglied, am Montag bekannt. Er sei sich aber bewusst, dass das Ausfischen eine jahrzehntelange Tradition habe. «Viele Fischer haben sich bereits bei mir gemeldet und ihre Enttäuschung ausgedrückt.»

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In der breiten Öffentlichkeit bestehe ein grosses Interesse am Thema Fische und Forellen. Aus diesem Grund beabsichtige die Blausee AG auch in Zukunft, interessierten Personen das Fischen und damit verknüpftes Basiswissen näher zu bringen. Laut Lüthi wird derzeit ein neues Konzept erarbeitet: «Wir wollen weg von der Masse und zurück zur kleinen, feinen Qualität.» Er könne sich etwa vorstellen, Kleingruppen mit erfahrenen Fischern das Angeln im See zu erlauben. Das neue Konzept werde jedoch frühestens 2018 für die breite Öffentlichkeit realisiert.

Anzeige hängig

Grundsätzlich ist Fischen im Blausee nicht erlaubt: Bisher durften die Forellen jeweils nur während des Ausfischens Mitte Herbst gefangen werden. Der Event, bei dem Laien wie auch erfahrene Fischer mitmachen durften, wurde rege besucht. Besonders am Wochenende nutzten viele Laien die Gelegenheit, selber den Köder auszuwerfen.

Tierschützer kritisierten das Ausfischen, weil ihrer Ansicht nach unerfahrene Fischer die Forellen unsachgemäss behandelten und die Tiere stark darunter leiden würden. So gab der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen DBT im Januar bekannt, dass er Anzeige gegen die Blausee AG eingereicht habe. Videoaufnahmen würden die tierquälerischen Praktiken beweisen.

«Sieg für die Fische im Blausee»

Beim DBT ist die Freude über das gestrichene Ausfischen entsprechend gross: «Wir begrüssen das ausserordentlich», so DBT-Präsident Rolf Frischknecht. Ob der Verband nun auch seine Anzeige zurückzieht, ist laut dem Tierarzt noch unklar: «Auch wenn mich das freut, muss festgehalten werden, dass tierschutzwidrig gehandelt wurde.» Der Verband werde nun darüber entscheiden. Für Frischknecht ist klar: «Ohne unsere Anzeige wäre nichts passiert. Wir sehen das nicht als Sieg für uns, aber als Sieg für den Tierschutz und die Fische im Blausee.»

Dem widerspricht André Lüthi, der auch CEO der Globetrotter Group ist. Seitdem die Blausee AG von Stefan Linder, CEO des Swiss Economic Forum, dem ehemaligen Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand und ihm übernommen wurde, sei das Ausfischen immer wieder Thema gewesen: «Uns gefiel die Praktik nicht. Auch ohne Anzeige hätten wir den Anlass gestrichen.» Sie hätten seit jeher geplant im März 2017 über die Zukunft des Ausfischens zu entscheiden.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fischersfritz am 07.03.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fischaufseher statt dicht machen

    Ich fische schon viele Jahre. Ich wäre eher dafür, dass Leute die Fischen wollen alle eine Prüfung machen müssen. Oder zumindest bei diesem Blausee Fischeraufseher organisieren die Leute Bestrafen, die nicht Fachgemäss Fischen! Für was gibt es dann ein Gesetz über die Fischerei???

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  • Fisherman's Friend am 07.03.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Logische Konsequenz

    Dass es beim Ausfischen vom Blausee immer wieder zu sehr unschönen Situationen gekommen ist, davon habe ich jetzt schon von mehreren Seiten her gehört. Da gehen grösstenteils Familien mit Kindern hin, die einfach mal "just for fun" und aus einer Laune heraus ein paar Forellen fangen wollen. Von sachgemässer Tötung der Fische haben die meist keine Ahnung und wenn man schon das strengste Tierschutzgesetz hat, dann sollte man es überall, auch dort durchsetzen. Es geht nicht, dass einerseits strenge Vorschriften für Hobbyangler bestehen und andererseits jeder Schlufi am Blausee Tiere quälen darf.

  • Meisner D am 07.03.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltschutz ja, Übertreibungen nein!

    Ich bin ja auch für Umweltschutz, gegen den Einsatz von Pestiziden und Chemikalien in der Landwirtschaft und würde daher auch als Grün durchgehen. Aber das ewige übertreiben mancher Grüner schadet der Sache eher. Wiso muss heutzutage immer alles extrem übertrieben werden. Egal ob von den Populisten, Grünen, den Extrem Rechten oder Extrem Linken. Gemeinsam haben sie nur das ihre Lösungen nichts taugen. Wir brauchen Liberale, Kompromissfähige Politiker. Und man sollte nicht alles bis ins Detail Reglementieren und mit Gesetzen alles bis ins Detail regeln. Gesunder Menschenverstand sollte wider

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roth Sorgenfalte am 07.03.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Genug !!

    Also im Ernst jetzt ? Hab gestern ne Doku gesehen wie in der Arktis gefischt wird.... 1000de Tonnen in 14 Tagen... Ich bin auch für Tierschutz aber langsam reicht es mit diesen militanten Fanatikern !!

  • Jan am 07.03.2017 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forellen vom Blausee

    Die Bio-Forellenzucht am Blausee hat meine Augen geöffnet... Tolle Teiche für die Fische im Besucherbereich. Hinter dem Zaun jedoch enge Becken in welchem such Fischkörper an Fischkörper drängt. Hauptsache, Bio-Futter... Ich war wohl sehr naiv zu denksn, dass Bio=gute Tierhaltung bedeutet.

  • Fischersfritz am 07.03.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fischaufseher statt dicht machen

    Ich fische schon viele Jahre. Ich wäre eher dafür, dass Leute die Fischen wollen alle eine Prüfung machen müssen. Oder zumindest bei diesem Blausee Fischeraufseher organisieren die Leute Bestrafen, die nicht Fachgemäss Fischen! Für was gibt es dann ein Gesetz über die Fischerei???

    • Cira1206 am 07.03.2017 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fischersfritz

      Eine Prüfung wäre sicher sinnvoll. Ich finde es gar nicht dass schon Kinder zum Teil ohne Aufsicht fischen. Sehe das immer wieder. Wenn ich im Sommer an den Bodenseeufern entlang laufe sieht man Leute fischen die zu 100% kein Fischerpatent haben. Die Schonzeit wird auch nicht eingehalten. Aber eben wo kein Kläger kein Richter weil ja nicht kontrolliert wird.

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  • Fisherman's Friend am 07.03.2017 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Logische Konsequenz

    Dass es beim Ausfischen vom Blausee immer wieder zu sehr unschönen Situationen gekommen ist, davon habe ich jetzt schon von mehreren Seiten her gehört. Da gehen grösstenteils Familien mit Kindern hin, die einfach mal "just for fun" und aus einer Laune heraus ein paar Forellen fangen wollen. Von sachgemässer Tötung der Fische haben die meist keine Ahnung und wenn man schon das strengste Tierschutzgesetz hat, dann sollte man es überall, auch dort durchsetzen. Es geht nicht, dass einerseits strenge Vorschriften für Hobbyangler bestehen und andererseits jeder Schlufi am Blausee Tiere quälen darf.

  • Rolf am 07.03.2017 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nicht

    Also wenn man den Film sieht ! Vor allem der letzte Teil , muss ich sagen die haben recht! So wie die Die Fische behandelt haben und vor allem Kinder drauf rum kloppen lassen ! Ist unter aller oink oink