Bieler Gymnasiast

18. November 2012 11:36; Akt: 18.11.2012 11:36 Print

Terrorkämpfer erhielt Stipendien im Kanton BernTerrorkämpfer erhielt Stipendien im Kanton Bern

Der in Kenia wegen Terrorismus angeklagte Bieler Gymnasiast Majd N. hat für die Al-Kaida-Zelle Al Shabaab gekämpft. In der Schweiz erhielt er über 50'000 Franken an Stipendien.

storybild

Am 6. Juni wurd Majd N., begleitet von seiner Anwältin, aus dem Gerichtssaal in Nairobi geführt. Dem Bieler Gymnasiasten wurden Verbindungen zur somalischen Terrorgruppe Al-Shabaab vorgeworfen. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der 20-jährige Gymnasiast, der in Kenia wegen Terrorverdachts verhaftet wurde, hat drei Jahre lang Stipendien des Kantons Bern bezogen: gemäss Recherchen der SonntagsZeitung jährlich 17 538 Franken, total über 50 000 Franken.

Das Erziehungsdepartement (ERZ) bestätigt, dass Majd N. Stipendien erhielt. Die letzte Tranche werde zurückverlangt, da der Schüler im Sommer 2011 die Prüfungen nicht schrieb. Der Gymnasiast aus Biel hatte sich im Februar 2011 zur islamistischen Miliz al-Shabaab in Somalia abgesetzt. Recherchen der SonntagsZeitung zeigen nun im Detail, wie er sich radikalisierte und rekrutiert wurde.

Seinen Verbindungsmann zur Terrorgruppe lernte Majd im Bieler Integrationszentrum Multimondo kennen. Beide führten aus der Schweiz Telefongespräche mit Shabaab-Leuten. Die Schweizer Behörden wussten, dass Majd im Internet extremistische Websites besucht.

Im Mai in Kenia verhaftet

Majd N. war Anfang Mai 2012 in Kenia verhaftet worden. Dem 20-Jährigen wurde vorgeworfen, als Mitglied der verbotenen Al-Shabaab-Miliz in organisierte kriminelle Aktivitäten involviert gewesen zu sein. Ein Gericht liess diese Anschuldigung mangels Beweisen fallen. Majd N. kam mit ­einer Busse von 350 000 kenianischen Schilling (4000 Franken) davon, durfte allerdings nicht in die Schweiz zurückkehren.

Die Al-Shabaab sieht sich nach eigenen Angaben als Verbündete der sunnitischen Terrororganisation Al-Kaida. Kenia war im Oktober vergangenen Jahres in Somalia einmarschiert und griff damit direkt auf Seiten der vom Westen anerkannten gemässigt islamistischen Regierung in den Bürgerkrieg im Nachbarland ein. Seitdem gibt es immer wieder islamistisch motivierte Anschläge in Kenia.

(pre)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
  • Herbert Nuk am 19.11.2012 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sobald...

    er zurück in der Schweiz ist, wird es erst richtig teuer für den Steuerzahler. Da sind und bleiben dann diese 50000Fr. ein Trinkgeld. Wer bei dieser Geschichte am Schluss am lautestens lacht über die Schweiz, steht jetzt schon fest.

  • guntern georg am 18.11.2012 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    stibentien für rung 1500 im Monat

    Gymniasast, Stibentien 1.450.- im Monat?? Abgesehen von dem oder was er ist. Was stimmt da nicht. Jemand mit Lehre hat keine lange Ferien um nebenbei was noch zu verdienen?? Kein wunder macht niemand mehr eine Lehre...

  • René am 18.11.2012 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld!!!

    Ein Sprichwort sagt "Jedes Land bekommt die Regierung die es verdient". In der Schweiz ist das etwas anders, da können die Bürger die Regierung wählen, das heisst wir sind selber schuld wenn wir immer mehr Sozis und Grüne in die Regierungen und in das Parlament wählen und damit Hand bieten zur Geldverschleuderung. Nur wir können das ändern, nicht die Politiker und nicht die Ämter. Also packen wir es bei den nächsten Wahlen an.