Keine Ruhe in Bern

26. Februar 2017 10:22; Akt: 26.02.2017 15:42 Print

Chaoten kündigen weitere Demos an

von Mira Weingartner - Die Schlacht zwischen Krawallmachern und der Berner Polizei dürfte wohl weitergehen: Die Demonstranten kündigten bereits neue Aktionen an.

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Seit vergangenen Mittwochmorgen knallt es in Bern: Demonstranten liefern sich im Tagesrhythmus Strassenschlachten mit Berner Polizisten. So eskalierte es auch am Samstagabend beim Bollwerk erneut – bereits zum vierten Mal innert vier Tagen. Fliegende Steine der Demonstranten wurden von den Polizisten mit Gummischrot und Tränengas beantwortet, Einsatzkräfte wurden mit Lasern geblendet, ein Lieferwagen in Brand gesetzt. Und auch diesmal gab es Verletze auf beiden Seiten und erneut Sachschaden von mehreren zehntausend Franken.

Doch damit nicht genug: Bern scheint auch in den kommenden Tagen nicht zur Ruhe zu kommen. So kündigten Demonstranten nur kurze Zeit nach der Eskalation vom Samstagabend in den kommenden Tagen weitere Aktionen an: «Da die Demo heute faktisch verhindert wurde, werden in den kommenden Tagen sicherlich weitere Versuche gestartet, um unseren Widerstand sichtbar zu machen», schreibt die Gruppe namens «RaumRaub» auf Facebook.

Chaoten werden kritisiert

Ihrer Ansicht nach wäre der Umzug mit rund 500 Beteiligten friedlich verlaufen, hätte sich die Polizei nicht mit Wasserwerfern und Gitterwägen in den Weg gestellt. Die Einsatzkräfte sperrten sämtliche Zugangswege rund um die Schützenmatte ab, um einen Weiterzug der Kundgebung in die Innenstadt zu vermeiden. «Nicht alle Menschen lassen sich heute jedoch die immense Repression gefallen. So kam es nach der Kurzdemo zu einigen Aktionen gegen die Polizei», rechtfertigen die Aktivisten die Gewalt.

Berner Chaoten - Tag danach

Die gestrigen Ausbrüche der Chaoten werden aber auch aus den eigenen Reihen kritisiert. Am Sonntagmorgen regen sich zwei Stammgäste an der Dachstock-Bar in der Reitschule lautstark über die Gewaltbereitschaft der Demonstanten auf: «Dieses Auftreten schadet uns allen», meint einer der Männer. Es sei die Reitschule, auf welche diese gewaltsamen Eskapaden schliesslich zurückfallen würden.

Auf Anfrage von 20 Minuten verweigerten die Reitschul-Verantwortlichen jedoch ein Interview. Das Komitee werde frühestens am Montag per Medienmitteilung Stellung nehmen.

Hintergrund: Hausräumung an der Effingerstrasse

Grund für die anhaltenden Demonstrationen ist die polizeiliche Räumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse 29 vom vergangenen Mittwoch. Diese verlief bereits gewaltsam, danach kam es am Mittwochabend im Bereich Schützenmatte und Länggasse zu weiteren Gewaltausbrüchen.

Genauso ging es am Freitagabend weiter, als ein grosses Polizeiaufgebot die Demonstranten im Bereich Schützenmatte einkesselte, worauf es zu Scharmützeln kam. So wurde dann auch am Samstagabend dazu aufgerufen, für «Freiräume statt Zwangsräumung» zu demonstrieren. Ein Umzug setzte sich im Bereich Schützenmatte in Bewegung – dies zuerst friedlich, doch dann artete es im Verlauf des Abends zum vierten Mal in Folge aus.


(Video: Tamedia/Twitter)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonny sh am 26.02.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt

    Verhaften und Schäden sowie Kosten der Polizei Einsätze zahlen lassen. Dann hört es auf, mit diesen Chaoten. Wieso um Himmels Willen läuft es nicht so?

  • lucky1609 am 26.02.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endgültige Schliessung

    Schliesst endlich die Reitschule, dieser Ort des Kollektiversagens der Politik und Kulturvereins Reitschule

  • L T am 26.02.2017 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regierung zum Rücktritt zwingen

    Unsere Politiker wollen immer noch nicht sehen, dass in der Schweiz alles aus dem Ruder läuft, überall Randale die nur mit der Polizei bekämpft, aber nicht unterbunden werden ( schöne Kampfbilder die auch im Ausland wahrgenommen werden.) Die Berner Regierung müsste vom Steuerzahler für Ihr larges nichts tun zum Rücktritt gezwungen werden. Aber die Steuerzahler kritisieren lieber Trump statt Ihre eigene Regierung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 26.02.2017 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Lektion erteilen...

    Diesen Chaoten gehören die Abrechnung für Sachbeschädigungen, Polizeiaufwand usw. aufgebrummt. Bei Wiederholungstäter, hohe Busse dazu 6 Monate Gefängnis!!

  • Martial2 am 26.02.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Zustand...

    Wie lange noch will die Stadtregierung zuschauen? Es gehört hier kein Dialog mehr, das bringt nichts. Radikal dieser Schandfleck abreissen und daraus ein schöner Park mit Gartenrestaurant erstellen. Dann würde endlich die Ruhe in dieser Stadt einkehren...!

  • Karl Karli am 26.02.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte keine Gewalt

    Bitte und hoffe das keine Gewalt angewendet wird. Gewalt gegen Gewalt bringt nichts! Desto mehr Gewalt angewendet wird, desto schwieriger wird's, auch in Zukunft! Dazu muss ich sagen das diese Reaktion nur ein Zeichen ist, das die Leute mit der Politik nicht zufrieden sind. In Zukunft wird es noch mehr solche Sachen geben. Finde es voll schade.

  • Pinu am 26.02.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt Herr Präsident??

    Und dies in unserer Hauptstadt, welch Schande! Was nun Herr von Grafenried? Es reicht wohl nicht, ein Räucherstäbli anzuzünden...!

  • 666777 am 26.02.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich hart durchgreifen und vermummte bestrafen

    Durchgreifen einbuchten hart bestrafen !und die Fotos aufs Internet stellen.