Tragödie von Täuffelen

09. März 2017 15:35; Akt: 09.03.2017 16:04 Print

Strafen der Todesraser vor Gericht gemildert

Im Dezember 2011 lieferten sich in Täuffelen zwei junge Männer ein Autorennen und töten einen Familienvater. Das Obergericht hat ihre erstinstanzlichen Strafen nun gesenkt.

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Das Auto erfasste auf dem Trottoir eine vierköpfige Familie. Der Vater wurde getötet, die Frau, der kleine Bub sowie ein entgegenkommender Autofahrer wurden zum Teil schwer verletzt. (Bild: Arthur Sieber, Newspictures)

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Das Berner Obergericht schätzt den tödlichen Raserunfall von 2011 in Täuffelen BE anders ein als die erste Instanz: Es hat den zweiten am Unfall beteiligten Junglenker vom Vorwurf der eventualvorsätzlichen Tötung freigesprochen.

Das Berner Obergericht verhängte am Donnerstag gegen den heute 24-jährigen lediglich eine bedingte Geldstrafe wegen zwei grober Verkehrsregelverletzungen. Die erste Instanz hatte den jungen Mann im Dezember 2015 noch als Mittäter betrachtet und wegen eventualvorsätzlicher Tötung zu sieben Jahren verurteilt.

5,5 Jahre für den Todesraser

Weniger Erfolg mit seiner Beschwerde ans Obergericht hatte der andere am Unfall Beteiligte, auch er 24 Jahre alt: Das Gericht verurteilte ihn wegen eventualvorsätzlicher Tötung und anderer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren. Die erste Instanz hatte noch siebeneinhalb Jahre verhängt.

Die Verteidiger der beiden Schweizer hatten am Montag vor dem Obergericht in Bern eine deutliche Strafminderung respektive einen Freispruch beantragt.

Tragödie kur vor Weihnachten

Als 18-jährige waren die beiden Freunde und Nachbarn kurz vor Weihnachten 2011 von Hagneck BE aus in Richtung Biel gerast – der eine am Steuer eines Kleinwagens, der andere lenkte einen BMW. Sie lieferten sich ein «Kräftemessen», wie das erstinstanzliche Gericht festhielt: Wenn der BMW-Fahrer überholen wollte, beschleunigte der VW-Fahrer.

In Täuffelen überholte der BMW-Fahrer schliesslich seinen Kollegen innerorts mit einer Geschwindigkeit von fast 100 Stundenkilometern, wie spätere Analysen ergaben. Dabei verlor er die Herrschaft über sein Fahrzeug, worauf dieses gegen ein entgegenkommendes Auto prallte, weggeschleudert wurde und dann drei Menschen erfasste.

Es handelte sich um eine Familie, welche gerade auf einem Fussgängerstreifen die Strasse überquerte. Der Vater starb noch auf der Unfallstelle, die Mutter und eines der beiden Kinder wurden verletzt. Auch der Fahrer des entgegenkommenden Autos erlitt schwere Verletzungen.

Schwer verletzt wurde auch der Unfallverursacher, während sein Kollege unversehrt blieb.

(sda)