Nach BE100-Erfolg

07. Mai 2015 14:50; Akt: 07.05.2015 15:53 Print

«BE 5»-Auktion soll Rekordsumme bringen

von Sonja Mühlemann - Ein Bieter hat das Kontrollschild «BE 100» für über 100'000 Franken ersteigert – «BE 5» soll nun den Schweizer Rekord erzielen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Mittwochabend schlug der Puls mancher Berner Autofans schneller – sie überboten sich in Windeseile und trieben den Preis für das Autokontrollschild «BE 100» in schwindelerregende Höhen. Um 21 Uhr schloss die Auktion bei sagenhaften 102'900 Franken. «Das ist absoluter Berner Rekord», sagt Hanspeter Bütler, Abteilungschef Verkehrszulassung beim Berner Strassenverkehrsamt.

«BE 5» kommt dieses Jahr zur Auktion

Um 17 Uhr hatte das Höchstgebot erst bei 50'000 Franken gelegen. «Dass der Betrag innerhalb von nur vier Stunden auf über 100'000 Franken anwuchs, liegt jenseits aller Erwartungen.» Das Team habe bei der Auktion mitgefiebert und sei «echt überrascht». Bei «BE 100» handle es sich zwar um eine gute Nummer, aber eigentlich seien zweistellige Kontrollschilder beliebter.
Ersteigert wurde das Rekord-Kontrollschild von einem Mann. Der bisherige Auktionsrekord lag bei rund 60'000 Franken im Kanton Bern.

Der Auktionssieger muss nun sein Bankkonto plündern: «Wer zuschlägt, tut dies verbindlich – das Geld fliesst dann in die Kasse des Kantons», so Bütler.

Und das Strassenverkehrsamt streckt sich nun nach der Decke: «In diesem Jahr werden wir mit ‹BE 5› noch ein einstelliges Kontrollschild zur Auktion bringen», verrät Bütler, «und wir hoffen natürlich auf einen Schweizer Rekord beim Höchstgebot.» Dieser wurde 2013 für das Autokontrollschild «SG 1» erzielt: Der Höchstbietende bezahlte für seine Nummer 1 satte 135'000 Franken.

Brautpaare buchen Taxi mit der Nummer 1

Das Geschäft mit den Kontrollschild-Auktionen boomt im Kanton Bern: 2014 setzte das Strassenverkehrsamt 1,25 Millionen Franken mit Verkäufen um. «Es melden sich vor allem Besitzer mit zweistelligen Kontrollschildern – ihnen entrichten wir maximal 2000 Franken», führt Bütler aus. Hingegen sei es fast unmöglich, einstellige Kontrollschilder zu erhalten. «Da fechten wir harte Kämpfe aus.»

Tiefe Nummern sind mehrheitlich im Besitz von Firmen, insbesondere Taxiunternehmen. So gehört etwa «BE 1» ebenfalls einem Täxeler. Und dieser will seine Nummer 1 nicht aus den Händen geben: «Die positiven Rückmeldungen der Leute sind mehr wert als ein paar Franken, sagt Markus Kunz», Inhaber von Nova Taxi. Das mit «BE 1» beschilderte Taxi werde gar speziell deswegen gebucht: «Wir fahren Brautpaare zum Standesamt oder Angestellte vom letzten Arbeitstag in den Ruhestand.» Privat könne er dem Statussymbol Kontrollschild wenig abgewinnen und habe ein fünfstelliges. «Tiefe Nummern können einem schnell Ärger einbringen – die kann man sich merken und einen anschwärzen», scherzt Kunz.

Sind Sie der glückliche neue Besitzer von «BE 100»? Dann melden Sie sich bei uns!
redaktion.bern@20minuten.ch

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dagobert Glück am 07.05.2015 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Geld!

    Möchte auch mal 100'000.- zuviel in der Tasche haben.

    einklappen einklappen
  • Thierry am 07.05.2015 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mimimimimi

    Oft wird von gewissen Personenkreisen ein Theater darüber gemacht, dass vermögende Personen zu wenig Steuern bezahlen oder sich zu wenig an der sozialen Wohlfahrt beteiligen. Nun zahlt/spendet ein Bürger 100'000.-- direkt der Berner Staatskasse und wieder jammern diese Personenkreise. Irgendwie scheinen diese Leute nicht zu wissen, was sie wollen.

    einklappen einklappen
  • Heeejoo am 07.05.2015 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welches Problem

    hat man eigentlich genau, wenn man mehr als den absolut nötigen Preis der MFK für ein Nummernschild bezahlt?? Das SpeziellSeinSyndrom??

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Mossotti am 08.05.2015 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kunstsammler

    Es ist für mich überraschend festzustellen, wie viele Leute sich anmaßen beurteilen zu können, dass Fahrzeug Kontrollschilder nicht als Sammelobjekte gelten sollen. Schließlich gibt es etliche Sammler die für ein paar Farbkleckse Millionen zahlen. Es gibt fast nichts was nicht - oft für teures Geld - gesammelt wird. Also bitte etwas mehr Respekt und Toleranz. So gut wir bestimmen können welche Verzierungen unsere Körper haben sollen (sprich Tätowierungen) können wir auch versuchen unser Wunsch Kontrollschild zu haben.

  • Meir am 08.05.2015 05:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    typisch Schweiz, man ist der Meinung, mit Geld alles regulieren zu können. Ärmlich eigentlich.

  • H4xx0r am 08.05.2015 02:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1337

    Wenn ich Geld übrig hätte, würde ich für die 1337 sogar noch mehr bezahlen! ;)

  • Anna am 07.05.2015 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte um erklärung!

    Kann mir bitte jemand erklären was so besonders an den schildern sein soll? Es sind nur zahlen, ist das ein art ego schmeichler? Ist das so ein männer ding, die ich als frau nicht verstehen? Fall jemand zu viel geld hat und es nicht braucht bitte zuerst bei mir melden, danke!

    • S.René am 08.05.2015 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      Verdienen

      Finde das ganze auch ziemlich Dekadent. Aber Kt. Bern braucht ja Geld, (hoffentlich nicht weil die Parlamentarier alles Gratis bekommen) Wäre besser, wenn Personen die schon Fahrer aus brennenden Autos gerettet haben, oder Autos angehalten haben, weil Fahrer bewusstlos geworden war.(letzteWoche in Zürich) so eine Nummer auswählen könnten. Stichwort,, Ritter der Strasse'' aber das gäbe halt kein Geld.

    einklappen einklappen
  • Milchkuh am 07.05.2015 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    ..Sehr fragliche praxis. Aber passt zum Geldeintreiberplan des Kantons. Schadet wenigstens keinem und wer sowas bezahlt tut es freiwillig. Ist zur Berner Radar-Politik schon eine Steigerung. Über Sinn oder Unsinn braucht man nicht zu reden. Interessant wäre zu wissen in welchem Loch das Geld aus diesen Versteigerubgen versickert?