Rost wegen Urin

01. April 2014 06:16; Akt: 01.04.2014 06:16 Print

Die «Pisserelle» beim Bollwerk wird saniert

von Christoph Albrecht - Weil Trunkbolde immer wieder auf der Bollwerk-Passerelle urinieren, rostet diese und muss nun saniert werden. Forderungen nach mehr öffentlichen WCs werden derweil lauter.

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Wegen des Urins sind die Stahlverankerungen der Bollwerk-Passerelle stark verrostet. Die Fussgängerüberführung wird deshalb demnächst saniert. (Bild: 20 Minuten/Thomas Kohler)

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Tausende von Nachtschwärmer lockt die Aarbergergasse jedes Wochenende mit ihren zahlreichen Clubs und Bars. Es wird getanzt, gefeiert – und nicht selten auch ziemlich viel getrunken. Wenn dabei im Vollrausch die Blase drückt, verzichtet manch ein Partygänger auf das lange Anstehen vor den Club-WCs und verrichtet seine Notdurft stattdessen auf der Gasse.

Ein besonders beliebtes «Pissoir» ist dabei die Bollwerk-Passerelle in der Nähe des Hauptbahnhofs. Doch die vielen Wildpinkler haben der Fussgängerüberführung in den letzten Jahren arg zu schaffen gemacht: «Durch den Urin sind die Stahlverankerungen stark verrostet», sagt Patric Schädeli, Leiter Betrieb und Unterhalt im Stadtberner Tiefbauamt. Die Passerelle muss deshalb nun saniert werden. «Wir werden die Geländer ersetzen und anheben», so Schädeli. Damit solle ein besseres Wegspülen der Flüssigkeiten ermöglicht werden.

Nach Ostern geht es los

Bereits nach Ostern sollen laut Schädeli die Sanierungsarbeiten beginnen und ungefähr bis Anfang Juli andauern. Während dieser Zeit wird die Passerelle für Fussgänger nicht begehbar sein. «Es wird eine Umleitung geben», so Schädeli weiter. Wo die Umleitung genau durchführen und wie viel die Sanierung kosten wird, werde demnächst kommuniziert.

Erst vor sieben Jahren war die Bollwerk-Passerelle als Verbindung zwischen Stadtzentrum und Länggassquartier neu gebaut worden. Dass die Brücke nun wegen urinierenden Trunkbolden saniert werden muss, bedauert Schädeli: «Es ist ärgerlich, dass dies nötig ist.» Verstärkte Kontrollen oder gar Verbotsschilder würden allerdings nicht viel bringen. «Die Polizei kann auch nicht überall sein», so Schädeli.

Mehr öffentliche WCs gefordert

Geht es nach Rolf Bähler, Präsident der IG Aarbergergasse, gibt es für das Problem der Wildpinklerei nur eine Lösung: «Die Stadt Bern braucht endlich fixe öffentliche WC-Anlagen für alle», fordert er. Ihm würden etwa selbstreinigende Toiletten vorschweben, wie man sie bereits in vielen anderen grösseren europäischen Städten antreffe. «Es ist an der Zeit, dass man auch in Bern zumindest ein Pilotprojekt wagt», so Bähler.

Ihn störe zudem, dass das illegale Urinieren in und rund um die Berner Ausgehmeile oftmals als Negativerscheinung des Nachtlebens abgetan werde: «Es wird auch tagsüber überall hingepinkelt», weiss Bähler.

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