Kehrsatz-Mord

19. September 2016 05:41; Akt: 19.09.2016 05:41 Print

«Es war bestimmt kein geplanter Mord»

Der Oberländer Peter Beutler hat einen Krimi über den Kehrsatz-Mord verfasst, in dem er Fakten und Fiktion vermischt. Ihn fasziniert der Fall seit 30 Jahren.

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Der Berner Oberländer Autor Peter Beutler (74) hat es schon wieder getan: Einen Krimi geschrieben, der auf einem echten Fall beruht. Er schrieb schon deren sieben, unter anderem rollte er den Interlakner «Bödeli-Mord» auf. Nun widmet er sich dem Kehrsatz-Mord von 1985. Die getötete Frau von B. Z.* wurde damals nackt und gefesselt in dessen Kühltruhe gefunden. Er wurde in zweiter Instanz freigesprochen – aus Mangel an Beweisen.

«Mich fasziniert an diesem Fall besonders das freikirchliche Umfeld, in dem sich B. Z. und das Opfer bewegten», sagt Beutler. Er habe den Fall von Beginn an verfolgt. Das Umfeld des möglichen Täters hat er in seinem Buch extra durchleuchtet. «B. Z. war Chef des Zivilschutzes. Er war im Dorf kein Unbekannter, quasi eine öffentliche Person. Der Zivilschutz hatte ja damals, zu Zeiten des kalten Krieges, noch einen grossen Stellenwert.»

Für das Buch mit Ex-Freundinnen gesprochen

Im Roman verwischen allerdings die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion. «Die Haupthandlung trifft aber zu», versichert er. Die Namen hat er allerdings verändert, um die Personen zu schützen. Denn Beutler hatte sich für sein Buch extra mit mehreren Ex-Freundinnen und Ex-Geliebten von B. Z. getroffen. Es seien fast ausnahmslos Frauen aus gutem Hause.

Auffällig war, dass diese Frauen B. Z. zuerst ein Tötungsdelikt nie zugetraut hätten. «Er war ja nie gewalttätig. Aber später, als die Beziehung zerbrach, waren sie überzeugt, dass er der Mörder ist.»

Weder von Schuld noch von Unschuld überzeugt

Peter Beutler ist sich nicht sicher, ob B. Z. den Mord nun begangen hat oder nicht. «Wenn doch, dann war es höchstens eine Tötung im Affekt. Hätte er es geplant, wäre er anders vorgegangen.» Einerseits hatte B.Z. selber eine Vermisstmeldung aufgegeben, bevor knapp eine Woche später die Leiche gefunden wurde. «Wenn er sie getötet hat, wieso wartete er so lange, um sie wegzuschaffen?»

Zum anderen habe B. Z. mit seiner Frau noch einen Segelturn geplant gehabt, wo er sie, die Nichtschwimmerin war, auch hätte ins Wasser schubsen können. Beutler: «Als geplanter Mord wäre das viel einfacher gewesen.»

*Name der Redaktion bekannt

(sul/ct)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D'accord am 19.09.2016 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Schlägt seine Frau tot, bekommt auch noch 400'000.- in den Hintern und wo es neue Beweise gibt, ist der Fall verjährt. Ich fass es nicht, was für ein Skandal.:/

    einklappen einklappen
  • Mann aka Jeremy am 19.09.2016 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mord verjährt...

    Wäre es nicht Zeit das Gesetz mal zu ändern?

  • L. Eider am 19.09.2016 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Da wäre noch was

    B.Z. sagte: wenn er freikomme, werde er sagen, wer der Mörder ist. Bis heute hat er das nicht getan.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mia am 19.09.2016 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eltern?

    Meines Wissen wurde die Rolle ihrer Eltern nie geklärt.

  • Zora Frick am 19.09.2016 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rote Zora

    Das sollte noch mals aufgerollt werden,und kein Mord sollte Verjährt werden,Herrn Mathis wollte den Fall weiter ziehen,ich habe das Buch gelesen,ein scheusslichen Mord,aber wer weiss ein Mitwisser oder Mitwisserin gibt es 100% sicher, nur der Mörder konnte alles Sauber putzen.

  • Süsette am 19.09.2016 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äs Fraueli

    Der feine Herr Z und seine damalige Freundin.wirklich zu bewundern

  • Susanne.E am 19.09.2016 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Zweifel

    es gibt in der Schweiz noch ein 3fach Mord in W,der gibt mir auch Rätsel,an dem forsche ich schon über 8 Jahre,heut sage ich dieser hat das nie alleine gemacht,ich habe Herrn Born einmal ein Mail gesendet ,leider hat er sich bei mir nicht gemeldet.

  • Käthi am 19.09.2016 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spur

    Ich habe das Buch gelesen,und habe es damals auch in der Zeiting verfolgt,dieser Mörder hatte genug Zeit alles unter Tisch zu wischen,heute gibt es sicher noch auf sicher gestellte Sachen eine DNA Spur