Nahrungshype

09. Januar 2017 05:48; Akt: 09.01.2017 05:55 Print

Traditionelles Fasten wird zum Lifestyle-Ritual

Freiwillig auf Nahrung zu verzichten, werde immer populärer, sagt eine Berner Fastenberaterin. Während diese den Trend begrüsst, ist ein Konsumpsychologe mehr als skeptisch.

Natur-Heilkundlerin Astrid Flender gibt Tipps für die Fastenzeit.
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Aus einer religiösen Tradition wird zunehmend ein Lifestyle-Trend: «Fasten wird immer beliebter», weiss Astrid Flender, Inhaberin der Praxis für Homöopathie und Fasten in Bern. Gerade im Frühling – während der 40-tägigen Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag – wird öfters aufs Essen verzichtet. Frauen und Männer ab 20 Jahren würden freiwillig und bewusst über kürzere Zeiträume nur von Tee, Wasser und flüssiger Gemüsesuppe (ohne Gemüse) leben. «Fasten boomt!»

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Nicht nur tierische oder etwa laktosehaltige Produkte werden so vom Menüplan 2.0 gestrichen, es wird gar ganz aufs Essen verzichtet. «Je länger und intensiver man fastet, desto mehr reinigt und regeneriert sich der eigene Körper», sagt die Berner Fastenberaterin. Was etwa für gläubige Christen eine Art Enthaltsamkeit vor dem grossen Osterfest war, soll heute also der eigenen Gesundheit dienen.

Gesunde Ernährung zelebrieren

Während die Berner Fastenberaterin vom Absterben kranker und Stärken gesunder Zellen spricht, ist Konsumpsychologe Christian Fichter alarmiert. Gesundes Essen an sich sei bereits ein Mega-Trend, «mit dem Fasten-Boom nimmt das Ganze aber ungesunde Formen an», so Fichter. Was vor rund zehn Jahren mit Bio-Produkten begann, würde durch den vermehrten Nahrungsverzicht extremer und radikaler.

Erstaunt über die Entwicklung ist Fichter dennoch nicht: «Bewusstes, gesundes Essen wird derzeit in der Schweizer Gesellschaft als Norm betrachtet und gegen aussen auch stark zelebriert.» Der grösste Teil sei so durchschnittlich auf den Ernährungs-Hype aufgesprungen. Während sich wenige gar nicht dafür interessieren, gibt es laut Fichter auch das gegenteilige Verhalten: «Einzelne trieben diesen Trend auf die Spitze», sagt der Konsumpsychologe, «etwa in dem sie ihren Körper mit Anabolika aufpumpen – oder eben, in dem sie auf feste Nahrung verzichten.»

Genug Flüssigkeit, kein exzessiver Sport

Flender teilt die Bedenken des Konsumpsychologen nicht. Fasten gehöre schliesslich zur Geschichte des Menschen dazu. «Bis in die 50er Jahre gab es immer wieder Zeiten, in denen Menschen nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung hatten», sagt die Heilkundlerin. Gerade während der traditionellen Fastenzeit im Frühling sei der Verzicht auf Nahrung ideal; «die Temperaturen sind angenehm; es ist weder zu kalt, noch zu heiss», so Flender. Wichtig sei zudem, sich während des Fastens an gewisse Regeln zu halten. «Man sollte genug Wasser und Tee trinken und exzessive sportliche Aktivitäten vermeiden.»

(miw / sul )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarawak am 09.01.2017 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trend

    Trends sind nicht unbedingt gesund. Am nachhaltigsten ist auf seinen Körper zu hören. Nahrung zuführen wenn sie der Körper braucht, aber auch aufhören zu essen wenn der Köper keinen Hunger mehr hat. Gesund essen ist heutzutage auch viel einfacher, es gibt ja alle gesunden Produkte auf dem Markt. Fasten hat auch negative Folgen: Der Körper schaltet bei anhaltendem Hunger in den Überlebensmodus und verwertet die Nahrung intensiver. Der Fettspeicher wird aufgebaut. Gesund essen und genügend Bewegung, dies braucht der Mensch.

  • Malu14 am 09.01.2017 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    diese hypes?!

    Ach du liebe Zeit. Als ob das Fasten etwas mit der Körper reinigung zu tun hat(das ist nichts weiteres als ein religiöser Brauch). Lieber das ganze Jahr durch gesund, frisch, ausgeglichen, regional und saisonal essen und dabei wider lernen die Signale vom Körper zu erkennen.

  • Expat am 09.01.2017 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben kann auch Leben sein

    Fasten und dann durch den jojo Effekt am Schluss noch zunehmen. Zum Glück muss ich nicht jedem Hype hinterherrennen. Ich ernähre mich von dem was ich gerne esse und treibe viel Sport. So macht das Leben Spass und ich kann damit auch alle anderen schönen Dinge die das Leben noch so bereit hält geniessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Malu14 am 09.01.2017 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    diese hypes?!

    Ach du liebe Zeit. Als ob das Fasten etwas mit der Körper reinigung zu tun hat(das ist nichts weiteres als ein religiöser Brauch). Lieber das ganze Jahr durch gesund, frisch, ausgeglichen, regional und saisonal essen und dabei wider lernen die Signale vom Körper zu erkennen.

  • fox am 09.01.2017 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Sorge

    Beim Fasten reinigt man den Geist, nicht den Körper. Man isst NICHTS und trinkt NICHTS. Wer während dem Fasten Wasser, Tee oder Gemüseboullion trinkt, fastest eben nicht, sondern macht ein Gesundheitskürchen.

  • Sarawak am 09.01.2017 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trend

    Trends sind nicht unbedingt gesund. Am nachhaltigsten ist auf seinen Körper zu hören. Nahrung zuführen wenn sie der Körper braucht, aber auch aufhören zu essen wenn der Köper keinen Hunger mehr hat. Gesund essen ist heutzutage auch viel einfacher, es gibt ja alle gesunden Produkte auf dem Markt. Fasten hat auch negative Folgen: Der Körper schaltet bei anhaltendem Hunger in den Überlebensmodus und verwertet die Nahrung intensiver. Der Fettspeicher wird aufgebaut. Gesund essen und genügend Bewegung, dies braucht der Mensch.

  • Sensenmaa am 09.01.2017 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    würde mich interessieren

    ob diese sogenannte Konsum Experte nur im Bereich Nahrungsmittel tätig ist, oder für den allgemeinen Konsum steht? weil weniger Konsum ist aus Sicht des Systems immer schlecht.

  • Maxxx Gainz am 09.01.2017 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdige Entwicklungen

    Ist Fitness und 'Bulking' demfall für viele doch zu anstregende geworden? Habs mir doch gedacht. Jetzt lieber auf das Essen verzichten. Ein Trend jagt den nächsten.