Hackerangriff?

09. Juni 2017 18:41; Akt: 10.06.2017 08:06 Print

190 Studenten müssen Prüfung wiederholen

Die Studierenden der Uni Bern kannten bei einer Prüfung bereits die Lösungen. Die zuständige Professorin vermutet einen Hackerangriff dahinter und lässt die Prüfung nun wiederholen.

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Leichtes Spiel für die Studierenden der Universität Bern: Bei der Masterprüfung im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, welche die Studenten am Donnerstag ablegten, kannten sie bereits die Lösungen. Dies, weil eins zu eins die gleiche Prüfung wie im Jahr 2013 ausgestellt wurde. Nur das Datum auf dem Titelblatt wurde geändert.

Studenten müssen auf Ferien verzichten

«Die Aufgaben waren dieselben, einzig der Sachverhalt in den Aufgabenstellungen spielte einige Jahre später», sagt ein Student der Universität Bern, welcher sich bei 20 Minuten gemeldet hat. Nun müsse die ganze Prüfung wiederholt werden. «Mental ist es eine sehr hohe Belastung, denn momentan stehen noch viele Prüfungen an», sagt der Student. Falls die Prüfung tatsächlich wiederholt werde, könnten viele Studenten gar nicht erst in die Ferien. «Der Vorwurf, dass sich Schüler ins System der Hochschule reingehackt hätten, findet ich eine absolute Frechheit», sagt der Student. Denn dafür gebe es keinerlei Hinweise. «Nun sollen die Verantwortlichen hinstehen, ehrlich sein und gemeinsam eine Lösung suchen.» Dass man die Schuld den Schülern in die Schuhe schiebe, sei schade.

Rechts- und Chancengleichheit gewährleisten

«Es wurde eine leicht modifizierte Prüfung aus dem Jahr 2013 vorgelegt», teilt die Schule in einer Medienmitteilung mit. Nach Besprechung der Prüfung 2013 sei diese für kurze Zeit auf der Website des Institutes aufgeschaltet gewesen. «Die Examinatorin war sich dieses Umstands nicht bewusst», heisst es in der Mitteilung weiter. Dabei handle es sich allerdings um einen Einzelfall. Wenn gegebenenfalls Prüfungen wiederverwendet werden, sei zu beachten, dass die Prüfung substantiell modifiziert werde. Dies sei bei der Masterprüfung im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht bedauerlicherweise nicht der Fall gewesen.
Um die Rechts- und Chancengleichheit zu gewährleisten, bleibe der Hochschule nichts anderes übrig, als die Prüfung wiederholen zu lassen.

(stm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C.Käser am 09.06.2017 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mit anderen Worten:

    Die Studenten haben sich sehr gut und mit allen zur Verfügung stehenden, legalen Mitteln auf die Prüfung vorbereitet, diese ggf. bestanden und fertig ist. Seit je her werden alte Prüfungsfragen und Lösungen jeder Fakultät wie selbstverständlich zur Prüfungsvorbereitung genutzt, wie soll es es auch anders sein. Haben die Dozenten oder besser "Leerkörper" etwa anders gelernt?

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  • jurist am 09.06.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interne Untersuchung fordern!

    Dass dies ein Hackerangriff sein soll, klingt äusserst unglaubwürdig. Viel eher hat diese Infromation wohl jemand aus dem entsprechenden Institut weitergegeben. Dass die Uni aus offensichtlicher Faulheit die Prüfung kaum verändert und ihre unprofessionelles Verhalten sodann mit einem angeblichen Hackerangriff entschuldigt, ist höchst fragwürdig. Die Uni sollte diese Behauptung intern untersuchen lassen!!

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  • Monika M. am 09.06.2017 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ärgerlich

    Das muss sehr ärgerlich sein für die Studenten, vor allem wenn der Fehler bei der Universität liegt, aber den Studenten in die Schuhe geschoben wird und jetzt auf dem Buckel der Studenten auch wieder ausgebadet werden muss. Den Studis viel Kraft und Ausdauer für die (nun verlängerte) Prüfungszeit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marc b. am 10.06.2017 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    konsequenzen?

    Da muss leider fast die Kündigung folgen von der proffesorin...

  • Café Racer am 10.06.2017 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Akademiker auf Jobsuche ?

    "Master" im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht ? Ich mache gerade den Master im Kanufahren- und BBQ. Da kann sich auch sicher keiner reinhacken.

    • FS am 11.06.2017 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Café Racer

      Das Fach ist Teil des Master of Law. Und Juristen gabs seit je her.

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  • Student am 10.06.2017 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlte Nachholprüfung

    Wenn die Glaubwürdigkeit der Vergebenen Diplome aufrecht erhalten werden soll, muss die Prüfung wohl oder übel nachgeholt werden. Ansonsten heisst es schnell mal: "Ah, Uni Bern, Jahrgang 2017? Ihr Diplom sagt leider nichts aus, ob Sie den Stoff beherrschen." Da die Studenten aber über die Semesterferien arbeiten würden oder bereits Ferien gebucht haben und es nicht ihr Verschulden ist, sind sie für die erneute Prüfung inkl. Vorbereitung zu entschädigen. Wer es bezahlt, ist dann Sache zwischen der Professorin und der Uni. PS: nein, ich bin selbst nicht betroffen. Es geht also nicht um mich.

  • Peter Breitler am 10.06.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Qualifikation?

    Diese Professorin für SchKG die selber nicht einmal Anwältin ist war von Anfang an etwas fragwürdig?

  • Ferien am 10.06.2017 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ferien

    Es ist zwar blöd. Sie sollen jedoch nicht jammern wegen zu weng ferien, im Berufsleben hat man noch weniger

    • Lexi am 10.06.2017 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      Student

      Es gibt genug Studenten, die in den Semesterferien arbeiten gehen, um sich das nächste Semester finanzieren zu können. Nix mit mehr Ferien!

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