Bern

30. Juni 2017 12:00; Akt: 30.06.2017 12:00 Print

Regierung gegen zwei Bundesasylzentren in Lyss

Die Berner Regierung will kein zweites Bundesasylzentrum in Lyss. Das hat sie dem Bund im Rahmen der Vernehmlassung zum Sachplan Asyl mitgeteilt.

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Auch das heutige kantonale Asyl-Durchgangszentrum an der Grenzstrasse soll ab 2017 zu einem Bundeszentrum werden. (Bild: google maps)

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Er stimme dem Sachplan, den der Bund im April in die Vernehmlassung gab, grundsätzlich zu, gab der Berner Regierungsrat am Freitag bekannt. Dass in Lyss zwei Bundesasylzentren geplant seien, erstaune ihn aber. Aus Sicht der Berner Regierung widerspreche dies der Zielsetzung einer angemessenen Verteilung der Asyl-Infrastrukturen.

Der Regierungsrat schreibt auch, das Lysser Waffenplatz- und Kasernenareal sei für die Siedlungsentwicklung von Lyss wichtig. Dies, weil die Ortschaft Lyss von Fruchtfolge-Flächen umgeben sei und sich deshalb nach innen entwickeln müsse. Das Militärareal sei ideal für eine Gesamtwohnüberbauung.

Bund soll Variante mit einem Zentrum nochmals prüfen

Der regionale Planungsverein seeland.biel/bienne habe denn auch das Areal im behördenverbindlichen, regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept als Vorranggebiet Siedlungsverdichtung mit Umstrukturierungs- und Verdichtungspotenzial bezeichnet.

Nach Ansicht der Berner Regierung hat der Bund diese Aspekte zu wenig berücksichtigt. Er verlangt, dass der Bund die Variante mit einem einzigen, grösseren Bundesasylzentrum in Kappelen-Lyss nochmals prüft.

Lysser Behörden sind gegen zwei Bundesasylzentren

Bekanntlich will der Bund das heute vom Kanton geführte Asyl-Durchgangszentrum Kappelen-Lyss ebenfalls zu einem Bundesasylzentrum umwandeln. Dieses Zentrum befindet sich am Ortsrand von Lyss, aber auf Gemeindegebiet von Kappelen.

Die Lysser Behörden sagen Ja zu diesen Umwandlungsplänen, sind aber vehement gegen zwei Bundesasylzentren in Lyss.

(sda)