Jäger sichtete Braunbär

29. Mai 2017 19:02; Akt: 29.05.2017 19:09 Print

«Bär und ich standen uns Auge in Auge gegenüber»

Seit 194 Jahren liess sich im Kanton Bern kein Bär mehr sichten. Nun stand Jäger G. einem riesigen Bären im Eriz direkt gegenüber und fotografierte ihn.

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Jäger und Schäfer G.* wollte am Freitag auf dem Grünenberg im Innereriz eigentlich nur einen stark havarierten Zaun reparieren – doch während der Arbeit hatte der Einheimische die Begegnung seines Lebens: Oberhalb auf der Weide, nur 50 Meter von ihm entfernt, näherte sich wie aus dem Nichts ein Bär.

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«Ich hatte Hühnerhaut – es war ein unglaubliches Erlebnis», erzählt der Mann gegenüber 20 Minuten. Der Mann, der die dortige Tierwelt seit Jahren beobachtet und die Region wie seine Hosentasche kennt, wollte diesen speziellen Moment für immer festhalten – doch seine Kamera war dummerweise einige Meter weiter unten, verstaut im Rucksack. «Ohne zu zögern sprang ich also den Hang hinab, um meinen Fotoapparat zu holen.» Da sei aber plötzlich der Bär auf ihn aufmerksam geworden und habe in seine Richtung geschaut. «Der Bär und ich standen uns Auge in Auge gegenüber», sagt der Erizer. Eingeschüchtert von der menschlichen Gesellschaft sei das riesige Tier schnell hinter einer Tanne verschwunden.

Jäger legte sich auf die Lauer

Der Jäger selber hatte jedoch keine Angst – «obwohl ich mich bei einem Angriff eigentlich nur mit herumliegenden Steinen und einem Hammer hätte wehren können». Doch G. bewahrte Ruhe und legte sich auf die Lauer. «Dann plötzlich trottete der Bär hinter den Tannästen hervor und ich hatte freie Sicht auf das Tier.» Eins, zwei, drei, vier, fünf Fotos knipste er dann ab – «meine Hände zitterten vor Aufregung». Dennoch: Die Fotos sind gestochen scharf, G. konnte den speziellen Moment für immer konservieren.

Das sagen die Leute im Eriz zum Bären:


Jodlerchor verscheute den Bären

Denn die Begegnung mit Meister Petz war schnell vorbei: Plötzlich ergriff der Bär die Flucht – der laute Gesang eines Jodelchors, der ganz in der Nähe bei einer Hütte probte, habe das Tier verscheucht, glaubt G. «Der Bär rannte mit solch einem Tempo davon, da hätte es nicht einmal eine Gämse mit ihm aufnehmen können.» G. schaute dem Braunbären noch hinterher, bis er hinter der nächsten Hügelkuppe verschwand. Seither wurde das Tier nicht mehr gesehen.

* Name der Redaktion bekannt

(miw / sul )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Näriman Naghmeh am 29.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Leben lassen

    Hoffentlich bleibt das Tier lange am leben und wird nicht wie die anderen Bären enden...

  • Titanmaster_87 am 29.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GENIAL!!!

    Richtiger Umgang und richtiges Verhalten vom Menschen ist jetzt entscheidend!!

  • Sir83 am 29.05.2017 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen daheim

    Juhee! Wenn es wahr ist fänd ich das cool! Und lasst den Mutz am Leben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Connie am 30.05.2017 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltig

    Hoffe, das Tier bleibt im Kanton Bern. Von Bern ging damals die grossartige Tollwut-Impfkampagne aus, die vielen Tieren das Leben rettete, Biber und andere Wildtiere werden sorgfältig beobachtet und finden ihren Platz in der modernen Welt. Bern kann auch in Sachen Bär, seines Wappentiers, für andere Kantone ein Vorbild sein!

  • JJR am 30.05.2017 00:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht hier her?

    "grossraubtiere gehören nicht hierher" also bitte der Bär gehört ja wohl in die Schweiz, diese tiere gab es jahrhunderte, tausende in der schweiz bis wir menschen sie vertrieben haben! genauso wie der wolf oder eine normale kuh! wie kann man behaupten ein tier gehört nicht "hier her" wo es seit immer schon ein teil des ökosystems war/ist! Sehr begrenzte Aussage meiner meinunf nach!

  • Nina am 30.05.2017 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schön. Bitte leben lassen

    Lasst den Bären leben. Er war vor uns da.

  • Nadine am 30.05.2017 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Tier

    Der Bär war vor uns da. Der muss sicher nicht weichen.

    • Pw am 30.05.2017 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nadine

      Als ich auf die Welt kam, hatte es keine Raubtiere in der Schweiz. Deshalb mussten sie nach meinem Geburtstag eingeführt worden sein. Also ich war vor diesen hier...

    • Claudia am 30.05.2017 07:42 Report Diesen Beitrag melden

      @ Pw

      Ist ja auch klar: Die Welt dreht sich nur um Dich und Deine zwei dürren Buchstaben!

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  • Recht ärgerlich am 29.05.2017 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tourist!

    Ich als Bär hätte mich auch gewundert: Legt sich der Kerl auf die Lauer, springt am Berg herum und wundert sich, wenn ich ihn mir etwas genauer anschaue?

    • Banane Republik am 30.05.2017 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Recht ärgerlich

      So lange nichts passiert ist alles wunderschön....

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