Bahnübergang Interlaken

25. Juli 2017 10:52; Akt: 02.08.2017 14:34 Print

Passanten retten Tourist vor nahendem Zug

Lebensgefährliche Situation in Interlaken: Ein Tourist steckte in seinem Auto auf dem Bahngleis zwischen den Barrieren fest. Passanten eilten zur Hilfe.

Dramatische Szenen in Interlaken: Ein Auto wird beinahe von einem Zug erfasst.
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Bei der Szene, die sich am Montagmittag auf einem Bahnübergang in Interlaken abspielte, gefriert einem das Blut: Eine schwarze Mercedes-Limousine ist zwischen den Bahnschranken eingesperrt, der Fahrer bleibt hilflos im Wagen sitzen. Passanten schreien und rufen dem Lenker zu, er solle das blockierte Auto sofort verlassen. Mutige Helfer eilen auf die Gleise und reissen die Autotür auf. Im Hintergrund ist bereits die herannahende SBB-Lok zu sehen, der Fahrer befindet sich mit einigen Passanten noch immer auf dem Bahnübergang. Kurz vor dem Wagen kommt der Zug zum Stehen.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt den Vorfall. «Ein Auto mit ausländischem Kontrollschild befand sich zwischen den geschlossenen Schranken beim Bahnübergang in der Marktgasse», sagt Sprecherin Sidonie Perroud. Angaben zur Nationalität will die Polizei nicht machen. Sie bestätigt aber dass es sich beim Fahrer um einen Touristen gehandelt hat. Beim Vorfall sei niemand verletzt worden. Weil geistesgegenwärtige Passanten umgehend die Polizei alarmierten, konnte der Lokführer informiert und die Notbremsung eingeleitet werden.

Touristen tappen in die Falle

Leser-Reporterin Tanja Müller hat die Szene beobachtet. Sie berichtet, dass die Passanten den Mann und seine Limousine schliesslich aus seiner misslichen Lage befreit hätten: «Sie haben die Barriere angehoben, damit das Auto wegfahren konnte.» Dabei habe die Schranke das Dach des schwarzen Wagens verkratzt.

An diesem Bahnübergang komme es immer wieder zu solchen Szenen, weiss Müller: «Meistens sind es Touristen aus dem arabischen Raum.»Wären die Passanten nicht gewesen, hätte das Ganze wohl schlimmer enden können. Es müsse unbedingt etwas unternommen werden, bevor jemand ernsthaft zu Schaden komme.

Zug kollidierte mit Auto

Erst letzte Woche war es an der gleichen Stelle zu ähnlichen Szenen gekommen – auch wenn keine Personen zu Schaden kamen, ging der Vorfall nicht so glimpflich aus: «Letzten Dienstag kam es beim Bahnübergang in der Marktgasse zu einer Kollision zwischen einem Auto und einem Zug», sagt Helene Soltermann, Sprecherin der BLS. Die Bahn untersuche den Vorfall und prüfe, ob Verbesserungsmassnahmen getroffen werden können.

Sollte ein Fahrer mit dem Auto zwischen zwei Bahnschranken blockiert werden, rät sie, diese mit dem Auto zu durchbrechen. Soltermann: «Auch wenn so Schaden am Auto und der Barriere entsteht, sinkt damit das Risiko, dass es zu einer Kollision mit dem Zug und damit zu Verletzten oder gar Toten kommt.»


Bahnübergang Interlaken

(stm)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani der Lokführer am 25.07.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Dummheit

    Die Bahnschranken haben eine sollbruchstelle! Solang das Auto noch funktioniert durchfahren! Es gibt keinen Grund um mit einem intakten Fahrzeug auf den Gleisen stehen zu bleiben.

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  • Buebi Stansstad am 25.07.2017 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    problem mensch

    das problem ist ganz sicher nicht der bahnübergang, sondern einmal mehr der absolut unfähige autofahrer. ich bin wöchentlich ca. 1'000 km on the road und sehe täglich zugefahrene kreuzungen, autos auf zebrastreifen, bahnübergänge etc. denken und vorausschauen ist heutzutage einfach zuviel verlangt.

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  • Mani Motz am 25.07.2017 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zivilcourage

    Schön, dass es in der heutigen Schweiz noch Menschen mit Mut gibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Radix am 25.07.2017 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man sollte

    an dieser Stelle die Schranken um 90 Grad drehen und Züge nur durchlassen, wenn gerade kein Auto die Geleise passiert.

  • Rolling Stones am 25.07.2017 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im nächschte Zug

    Ich Glaube, Interlaken macht das extra um immer wieder in die Medien zu kommen. Touristen Werbung.

  • Cavi33 am 25.07.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konzept für Fremdlenker fehlt

    Frage mich wie lange das mit diesem Bahnübergang noch dauert bis etwas gemacht wird. Interlaken ist eine Tourismusdestination also muss mit vielen ausländischen Gästen, auch Autofahrer, gerechnet werden. Das Risiko ist nun um einiges grösser als beim Normalübergang.

  • Jacka am 25.07.2017 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..wohne im BEO...

    ..und seit Wochen sind die AI Autos unterwegs...wenden über doppelte Sicherheitslinie...verkehrt Einbahn..halten auf Pannenstreifen..fahren in Fussgängerzonen und Sackgassen (fleissig gemäss GPS...und und und...ist einfach so

  • Bellinda am 25.07.2017 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung vom Autofahren

    Ich habe in der letzten Zeit häufiger mal Touristen aus arabischen Ländern gesehen, die wohl Geld haben für Luxuskarossen, aber leider nicht Auto fahren können: entgegengesetzt der Einbahnstraße oder mit 100kmh auf der linken Autobahnspur. Nun landet mal einer auf den Bahngleisen.