Drama-Bewältigung

24. November 2014 06:08; Akt: 24.11.2014 13:37 Print

«Freifall» – Tragödie um Tod des Geliebten verfilmt

von Nora Camenisch - Mirjam von Arx' Freund starb beim Basejumpen in Lauterbrunnen. Mit dem Film «Freifall», der in Thun Premiere feiert, hat die Regisseurin diese Tragödie verarbeitet.

Der Trailer zu Mirjam von Arx' Film "Freifall".

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Freifall ist meine Geschichte», erzählt Regisseurin Mirjam von Arx («Virgin Tales»). Es ist eine traurige Story: Die heute 48-Jährige lernte 2010 Herbert kennen – in derselben Woche, in der sie selbst ihre Krebsdiagnose erhielt. Die beiden verliebten sich und wollten heiraten. Drei Monate später war Herbert tot – er starb in Lauterbrunnen beim Basejumpen.

Aus dem Bedürfnis heraus, «alles festzuhalten, was mit Herbert zu tun hat», begann von Arx ihre, Geschichte zu verfilmen. Sie drehte die Beerdigung, kehrte an den Unfallort zurück und versuchte zu verstehen, wie ihr Partner sein Leben riskieren konnte, während sie um ihr eigenes kämpfte.

«Der Kreis hat sich für mich geschlossen»

Zwei Jahre lang begleitete sie sich und ihr Umfeld mit der Kamera. Ein wichtiger Ort war dabei auch das Berner Oberland. «Im Lauterbrunnental, dem Death Valley der Schweiz, habe ich langsam in mein Leben zurückgefunden», sagt von Arx. Sie habe im Mekka der Basejumper bewusst die Auseinandersetzung gesucht und viel über sich und ihren Partner gelernt. «Ein Basespringer hat mir dort auf den Felsen dasselbe gesagt wie meine Ärztin zwei Jahre zuvor: Verschiebe keine Dinge, lebe dein Leben. Da hat sich für mich der Kreis geschlossen.»

Kein Hollywood-Streifen

Obwohl von Arx nach eigener Aussage inzwischen verstehen kann, warum ihr Partner vom Basejumpen so fasziniert war, hat sie sein Hobby selbst nie ausprobiert. «Wäre Freifall ein Hollywood-Film, würde ich wahrscheinlich am Schluss von der Klippe springen. Das ist er aber nicht. Basejumpen war sein Traum und nicht meiner.»

Die Regisseurin lebt in Zürich und ist vor kurzem Mutter geworden. Für die Premiere am 27. November kehrt sie jedoch ins Berner Oberland zurück und wird an der Vorführung im Kino Rex anwesend sein. Offizieller Kinostart ist am 4. Dezember.