54 Tonnen Zwiebeln

28. November 2011 20:32; Akt: 28.11.2011 21:52 Print

Grosses «Gstungg »am Zibelemärit

Tausende sind in die Hauptstadt Bern geströmt. Mit Zwiebeln, Süsskram und jeder Menge Spielzeug lockte der Zibelemärit.

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Bereits zum 47. Mal am Märit: Sonja Balmer mit einem ihrer Zwiebelzöpfe. (Jun)

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Zwiebelduft, Glühwein und Konfetti: Der traditionelle Berner Zibelemärit hat am Montag wiederum tausende Besucher angelockt. Rund 54 Tonnen Zwiebeln standen seit den frühen Morgenstunden zum Verkauf - 6,5 Tonnen mehr als im Vorjahr.

In den Gassen der Altstadt herrschte zwischen den rund 200 Ständen mit den kunstvoll zu Zöpfen oder Kränzen zusammengebundenen Zwiebeln und weiterem Gemüse sowie den etwa 400 Ständen mit anderen Produkten das übliche Gedränge - ein «Gstungg», wie man in der Bundesstadt sagt.

Der Berner Traditionsanlass zog wie in früheren Jahren auch heuer weder Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz an. Sie reisten meist schon am frühen morgen mit Extrazügen und Bussen an. 118 Reisecars, darunter zehn aus dem Ausland, zählte die Kantonspolizei dieses Jahr auf den Car-Parkplätzen.

Ein fester Bestandteil des Berner Volksfests waren auch in diesem Jahr die quietschenden Plastikhämmerchen, die den Besuchern plötzlich auf die Köpfe sausen. Die Jugend wirft einem auch unvermittelt Konfetti ins Gesicht, so dass sich Marktbesucher - jedenfalls am frühen Morgen - auf einem Teppich von bunten Konfetti einen Weg zwischen den Ständen und Menschenmassen hindurch suchten.

Natürlich gehörte zum «Zibeler» auch die beissende Kälte am Morgen. Etwas später sorgte die Sonne aber für schönes Spätherbstwetter.

Mann niedergeschlagen

Der Zibelemärit 2011 verlief abgesehen von einem Zwischenfall am Vormittag friedlich, wie Heinz Pfeuti von der Kantonspolizei Bern gegen Abend auf Anfrage sagte. Der Zwischenfall geht auf ein Gedränge an einem Marktstand an der Schauplatzgasse zurück, wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt.

Bei diesem Gedränge soll ein Mann einen jüngeren Mann gestossen haben. Zuerst reagierte der Gestossene mit Schimpfwörtern, dann griff er zusammen mit einem Kollegen den Mann von hinten an, als dieser sich entfernte. Der Angegriffene musste per Ambulanz ins Spital gefahren werden.

Noch als der Angegriffene am Boden gelegen sei, hätten die Angreifer auf ihn eingeschlagen, schreibt die Polizei.

Ursprung wohl bei Martini-Messe

Eine Legende besagt, der Zibelemärit gehe auf den Stadtbrand von 1405 zurück. Als Dank für die Hilfe aus dem Kanton Freiburg hätten die Berner Freiburger Bauern erlaubt, im November ihre Zwiebeln in Bern zu verkaufen.

In Tat und Wahrheit ist der Zibelemärit aber laut dem Berner Historiker Rudolf J. Ramseyer als eine Ausweitung der zweiwöchigen Berner Martinimesse um Zwiebeln aus der Region Wistenlacherberg/Mont Vully FR zu sehen.

Die Qualität der Zwiebeln aus dieser Region und die fröhliche Art der Verkäuferinnen habe den Martini-Gemüsemarkt aufblühen lassen. Ab 1860 finde sich in den Zeitungen der Hinweis, dass die Martini-Messe neuerdings mit einem «Zwiebelnmarkt» beginne.

(sda)

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