Wangen an der Aare

28. Juni 2017 13:16; Akt: 28.06.2017 14:25 Print

Geisterfahrer fährt 10 Kilometer auf der A1

Am Dienstagabend fuhr ein 89-Jähriger auf der A1 bei Wangen an der Aare auf der Überholspur der falschen Fahrbahn. Glücklicherweise kam es lediglich zu einer Streifkollision.

Der Falschfahrer war am Dienstag von Wangen an der Aare her auf der Überholspur unterwegs. (Quelle: Leser-Reporter)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei Wangen an der Aare ist ein 89-jähriger Autofahrer am Dienstagabend auf die falsche Fahrbahn der A1 Richtung Bern eingefahren. Rund 10 Kilometer fuhr er als Geisterfahrer über die Autobahn. Kurz nach der Auffahrt auf die Autobahn kam es zu einer Streifkollision mit einem Personenwagen. Ansonsten gab es keine weiteren Unfälle während dieser Geisterfahrt, schreibt die Kantonspolizei Solothurn.

Das gleicht einem Wunder, wenn man die Schilderungen eines Augenzeugen hört. Ein Leser war zur gleichen Zeit auf der korrekten Fahrbahn Richtung Bern unterwegs, als er und seine Beifahrer plötzlich parallel zum Falschfahrer fuhren. «Wir haben weiter vorne drei Autos auf dem Pannenstreifen gesehen, einem fehlte der Seitenspiegel», so der Leser. Dabei dürfte es sich um das in die Streifkollision verwickelte Auto gehandelt haben.

Autobahn gesperrt

Laut dem Leser hatte das Fahrzeug ein Schweizer Kennzeichen. «Er fuhr wie wir 120 Stundenkilometer. Und das auch noch auf der Überholspur der Gegenfahrbahn.» Bei Deitingen habe er schliesslich auch noch auf der Überholspur angehalten und sei dann auf den Rastplatz abgebogen. Wie es danach weiterging, bekam der Leser nicht mehr mit.

Bei der Kantonspolizei ging kurz vor 20 Uhr die Meldung ein, schreibt diese in ihrer Mitteilung. Umgehend seien entsprechende Warnmassnahmen ergriffen und mehrere Patrouillen auf die Autobahn entsendet worden. Die A1 wurde zudem bei Kriegstetten gesperrt.

Niemals wenden, sondern auf dem Pannenstreifen halten

Kurz nach 20 Uhr sei der Falschfahrer nach der Ausfahrt Kriegstetten schliesslich den Beamten aufgefallen. Mit Blaulicht, Horn und Handzeichen konnten sie ihn dazu bringen, seine Fahrt zu verlangsamen. Schliesslich hielt er erneut an und wendete sein Fahrzeug. Ein Polizist habe den verwirrt wirkenden Mann an der Weiterfahrt gehindert – und ihm den Führerausweis abgenommen.

Auf der Autobahn zu wenden, kann fatale Folgen haben. Laut Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen (Astra), starten rund die Hälfte der Falschfahrten mit dem Wenden auf der Fahrbahn (siehe Box). Doch auch wer trotz eindeutiger Beschilderung die falsche Einfahrt erwischt, solle die Geisterfahrt keinesfalls durch Wenden beenden, mahnt Rohrbach. «In jedem Fall sollte man auf dem Pannenstreifen anhalten und auf die Polizei warten. Dann ist zwar der Ausweis wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln weg, dafür werden schwere Unfälle verhindert.»

(vro)