Therapie verweigert

15. Oktober 2016 22:53; Akt: 16.10.2016 07:24 Print

Kinderschänder kommt bald frei

Weil William W. die Therapie für Sexualtäter verweigerte, wurde seine Haft immer wieder verlängert. Damit soll nun Schluss sein.

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Wegen Rückfallgefahr: Seine Strafe hat der Angeklagte in der Strafanstalt Thorberg bei Bern längst abgesessen, trotzdem blieb er in Haft. (Archivbild) (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Der einschlägig vorbestrafte William W. missbrauchte 2006 in Starrkirch-Wil SO die damals achtjährige Selina schwer. Das Gericht verurteilte ihn wegen versuchter Vergewaltigung, sexuellen Handlungen mit einem Kind und sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und ordnete eine stationäre Massnahme an.

Doch William W. liess jede Behandlung seiner Pädophilie ins Leere laufen und weigerte sich, an der Therapie für Sexualtäter teilzunehmen. Jetzt entschied das Obergericht Solothurn, dass er aus der Haft entlassen wird, weil eine aussichtslose Massnahme nach Strafgesetzbuch aufgehoben werden muss, berichtet die «SonntagsZeitung». Da kein Antrag auf Verwahrung vorlag, soll William W. trotz hoher Rückfall­gefahr demnächst freikommen.

Denn seine fünfjährige Gefängnisstrafe hat W. längst abgesessen, eine Rückfallgefahr könne ihm nicht nachgewiesen werden, argumentierte dessen Verteidiger in einem Gerichtsverfahren Anfang 2015. Da die Staatsanwaltschaft ihm ein hohes Rückfallrisiko attestierte und seine mangelnde Einsicht festhielt, wurde damals eine Sicherheitshaft angeordnet, wie das «Oltner Tagblatt» berichtete. Sein Mandant habe mehr als acht Jahre im Vollzug verbracht, dessen Gefährlichkeit könne nicht bewiesen werden. Man müsse ihm eine neue Chance geben.

(ij)