10 Jahre danach

04. Oktober 2017 17:58; Akt: 05.10.2017 00:00 Print

Wiederholt sich am Freitag die «Schande von Bern»?

Für Freitag haben Linksautonome zu einer Antifa-Demo in Bern aufgerufen. Dies exakt zehn Jahre nachdem es zu wüsten Krawallen bei einem SVP-Event gekommen war.

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Der 6. Oktober 2007 ging in Bern als schwarzer Tag in die Geschichte ein – als «Schande von Bern». Die Innenstadt und die untere Altstadt glichen an jenem Tag Schlachtfeldern, weil sich linke Aktivisten Scharmützel und Strassenschlachten mit der Polizei lieferten (siehe Box). Drohen sich nun die Ereignisse zu wiederholen? Denn just zehn Jahre nach den Krawallen rufen Linksautonome von der Revolutionären Jugendgruppe Bern landesweit zu einer antifaschistischen Demonstration. Die Aktivisten wollen sich abends beim Zytglogge treffen.

Sicherheitsdirektor Reto Nause kann sich noch gut an die Krawalle erinnern: «Ich war damals selber als Stadtrat in Bern unterwegs und live dabei.» Er glaubt aber nicht, dass am Freitag ähnliche Szenen drohen. 2007 sei die Ausgangslage viel prekärer gewesen. So sei die linke Demo damals als Gegenkundgebung zu einem SVP-Event geplant gewesen. Ausserdem hätten viele der Teilnehmer nicht gewusst, dass sie nicht bewilligt war.

Warnung vom Gemeinderat

Um dies heuer zu vermeiden, hat der Gemeinderat am Mittwoch in einem Communique informiert, dass die Antifa-Demo vom Freitag illegal ist. «Bei uns ging kein Demogesuch ein – folglich ist der Anlass nicht bewilligt. Wir raten davon ab daran teilzunehmen», so Nause.

Zudem betont Nause, dass das Kundgebungsmanagement der Stadt heute besser funktioniere als vor zehn Jahren. «Dennoch kommt es immer wieder vor, dass bei Demonstrationen mehrere 10'000 Franken Schaden entstehen.»

«Unsere Kritik ist nicht schwächer»

Ob die Organisatoren heuer auf Sachschaden aus sind, beantworten sie auf Anfrage der Zeitung «Bund» nur ausweichend: «Wir setzen den Fokus darauf, unsere Inhalte auf die Strasse zu bringen und dass die Demonstration laufen kann.» Mit der Demo wollen sie Aufmerksamkeit gegen «faschistische, rassistische und sexistische Vorfälle» wecken. Als Beispiele werden etwa der Bürgerprotest gegen den Transitplatz in Wileroltigen oder die Flyer-Aktion der Pnos beim Berner Münster genannt.

Dennoch kommt das Datum nicht von ungefähr. Der parlamentarische und gesellschaftliche Rechtsrutsch sowie der Aktivismus von faschistischen Gruppierungen ähnle den Entwicklungen von 2007, so die Initianten. Weiter schreiben die Veranstalter dem «Bund»: «10 Jahre später ist unsere Kritik nicht schwächer geworden.»

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Glaedr . am 04.10.2017 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehe das Problem nicht

    man weiss welche Gruppe es organisiert also einfacht denen den schaden in Rechnung stellen, egal wenn die dann ihr leben lang verschuldet sind. ebenfalls soll es kein Problem sein die Leute die in der Gruppe sind in den nächsten tagen zu verhaften und dann ein paar Tage in Untersuchungshaft. wenn sie nicht bezahlen können dann abarbeiten. wenn ich eine Party organisiere und es kommen Leute die ich nicht kenne, die dann Probleme machen bin ja auch ich schuld

    einklappen einklappen
  • Beltran Leyva am 04.10.2017 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sorge die wiederholt sich täglich!

    "Die Schande von Bern" wiederholt sich täglich,und zwar in Bundesbern,wo man grosszügig den Volkswillen ignoriert...

    einklappen einklappen
  • nameless am 04.10.2017 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hm ...

    der anlass von damals hat ja nicht viel Fortschritte gegen linke Gewalt gebracht. Und klar, jetzt wo sie wissen dass es illegal ist kommen sie nicht. Danach aber über das Ausmass der Zerstörung überrascht sein und praktisch niemanden verhaftet haben. linksextremer in der schweiz zu sein ist schon schön. Ich hoffe ich irre. Wird sich ja zeigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi A. am 09.10.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Strafmass

    Warum können diese Leute nicht festgenommen werden und wieso kommt nicht das gleich harte Strafmass zur anwendung wie im Strassenverkehr. Wer nicht zahlen kann, muss die Tagessätze absitzen oder gemeinnützige arbeit leisten. Weigern sie sich erhöht sich das strafmass stetig. Autofahrer müssen das auch hinnehmen.

  • Mark am 08.10.2017 01:52 Report Diesen Beitrag melden

    Immerhin

    Jetzt nach 10 Jahren studieren haben es die Berner begriffen, wie man so einen Krawall im Keim verhindert. Geht halt alles ein bisschen länger, 10 Jahre sind wahrscheinlich schon tifig für Nause & Co.

  • Mary Poppins am 06.10.2017 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    ausweichen

    Bern hat offenbar Lust, sich wieder vermöbeln und zerstören zu lassen. Ich kann meine Einkäufe auch anderswo tätigen.

  • Kurt am 05.10.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hirnfrei rules

    Mir macht Angst dass sich nun auch Rechts zu organisieren beginnt. Nicht über FB, Twitter etc, sondern über eigene Server. Wo das hinführt will ich gar nicht wissen. Tot,toi,toi Bern !

  • BrättVoremGring am 05.10.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort verhaften...

    ...wenn sich eine Gruppe von mehr als 10 Personen bildet und so den Kravall gar nicht entstehen lassen.