Schussabgabe in Biel

05. Mai 2016 09:48; Akt: 05.05.2016 19:01 Print

22-Jähriger starb durch eigene Hand

Die Tragödie in Biel vom Montagabend ist anders verlaufen als gedacht: Das Schussopfer hat sich und seinen Pflegevater mit dem gleichen Projektil getroffen.

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Der Hintergrund des mysteriösen Dramas in Biel ist laut Kantonspolizei Bern weitgehend geklärt – und lässt trotzdem viele Fragen offen. Der 22-jährige Brasilianer, der am Dienstag seinen Verletzungen erlag, hatte die Waffe selber auf sich gerichtet. Als sich ein Schuss löste, traf das Projektil nicht nur den jungen Mann, sondern auch seinen 39-jährigen Pflegevater. Laut Polizei sprachen die beiden Männer miteinander, als der 22-Jährige eine Faustfeuerwaffe auf sich richtete. Ob es sich um Selbstmord oder um einen Unfall handelt, lässt die Polizei im Communiqué vom Mittwoch offen.

Im Quartier ist man sich jedoch sicher, dass der 39-jährige Familienvater das Schlimmste verhindern wollte: «Der Vater wollte dem jungen Mann die Waffe wegnehmen – jedoch ohne Erfolg», so eine Anwohnerin gegenüber 20 Minuten. Der Schuss habe den Brasilianer – der jeweils die Kinder des Pflegevaters gehütet habe – in den Kopf getroffen und danach die Schulter des Familienvaters erwischt.

«Es ist eine Tragödie»

Die Waffe habe dem 39-Jährigen gehört, er habe dafür eine Erlaubnis. Neben den beiden Männern seien auch die drei Buben im Alter zwischen drei und zehn Jahren im Haus gewesen: «Ich hoffe, sie mussten nichts mitansehen», sagte eine Nachbarin. «Es ist eine Tragödie, aber es hätte noch schlimmer enden können.»

Die beiden Männer waren am frühen Montagabend in einem Haus in Biel verletzt aufgefunden worden. Der Brasilianer wurde mit dem Helikopter hospitalisiert, erlag jedoch in der Nacht auf Dienstag im Spital seinen schweren Verletzungen. Der 39-Jährige wurde ebenfalls ins Spital gebracht, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Am Montag war die Kantonspolizei Bern noch von einer Auseinandersetzung ausgegangen, widerrief diese Aussage am Tag darauf bereits: Dass es vor der Schussabgabe zu einem Streit gekommen sei, treffe nicht zu, macht die Polizei deutlich.

(kaf/hr/cho/sda)