Bern

13. Juli 2016 18:35; Akt: 13.07.2016 19:33 Print

Reitschule schloss nach sexuellem Übergriff

Wegen gewalttätigen Vorfällen auf der Schützenmatte hat die Reitschule die Notbremse gezogen. Es ging auch um sexuelle Gewalt.

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Am Mittwochabend teilte die Mediengruppe der Reitschule mit, dass ein sexueller Übergriff Mitgrund für die Schliessung des Hauses war: «Nach Betriebsende am frühen Samstagmorgen machte ein Passant noch verbleibende Reitschüler auf eine Person aufmerksam, welche im Grossraum Schützenmatte Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden war.»

Reitschüler hätten reagiert, eingegriffen und die Betroffenen unterstützt indem sie erste Hilfe geleistet und die Sanitätspolizei informiert hätten. Aus Rücksichtnahme auf das Opfer, sei dies bisher nicht kommuniziert worden. Das Ereignis hätte sich zwar auf der Schützenmatte, nicht jedoch in der Reitschule oder direkt auf dem Vorplatz ereignet.

«Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht»

«Dieser Vorfall und andere Ereignisse an diesem Abend, bei denen Personen zu Schaden kamen, haben für uns das Fass zum Überlaufen gebracht.» Die Reitschule verurteile solche Vorfälle aufs Schärfste, denn sie würden den Grundsätzen der Reitschule diametral widersprechen. «Um ein Zeichen zu setzen, haben wir die Tore vorläufig geschlossen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Kantonspolizei Bern weiss bisher nichts vom sexuellen Übergriff. Dass noch keine Anzeige erfolgte, ginge jedoch nicht auf das Konto der Reitschule: «Entgegen wilden Gerüchten, rät die Reitschule niemandem von einer Anzeige ab», so die Mediengruppe gegenüber 20 Minuten.

Bereits im Frühling kommunizierte die Reitschule gegenüber dem «Bund», dass man das Gefühl habe, dass sich Fälle von sexueller Belästigung «zu häufen beginnen».

Diskussion um die Wiedereröffnung

Wann die Reitschule wieder öffnet, ist laut der Mediengruppe «Gegenstand von Diskussionen». Bis dahin werde man in der Reitschule präsent sein und «den Vorplatz nicht sich selbst überlassen.»

«Für uns ist klar, dass Veränderungen her müssen», lassen die Reitschüler verlauten. Was die Reitschule dazu beitragen könne, werde derzeit in den Strukturen diskutiert. Ausserdem betont die Mediengruppe, dass die Situation vor der Reitschule gesellschaftliche Ursachen habe. Die Reitschule fordert die städtischen Behörden auf, ihre Drogen-, Nachtleben- und Jugendpolitik grundsätzlich zu überdenken, um «endlich Lösungen zu suchen, welche nicht daraus bestehen, sämtliche Probleme im öffentlichen Raum vor die Reitschule abzuschieben».

(20m)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René am 13.07.2016 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    was lesen wir daraus?

    alle anderen sind schuld, dass es soweit kommen musste, die Politik der Stadt, des Kantons und des Bundes, alle anderen, nur die Reitschüler selber nicht. Wer wollte denn Autonomie? Wer wollte keine Polizei? Wer lehnt diesen Staat und das System ab (nimmt aber trotzdem gerne öffentliche Gelder an)? Die Reitschüler!

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  • Bärner am 13.07.2016 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    bravo Reitschule

    ich besuche die Reitschule ständig und ich finde es super, dass diese momentan geschlossen ist. Ich nehme in letzter Zeit auch immer wie öfter wahr, dass sich Besucher weniger respektieren und viele Leute dort auftauchen, welche mit den Idealen der Reitschule nichts am Hut haben!

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  • Tom Tucker am 13.07.2016 16:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch Zeit

    Nun muss man es nur noch abreissen und ein schönes, modernes Kultur&Krongress-Zenter hinbauen. Damit wäre bezüglich Ausgangsmöglichkeit und Sicherheitsstandards vorgesorgt. Und es wäre auch optisch wieder ansprechend..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 14.07.2016 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur kein Aufwand

    Daraus ist zu entnehmen dass die Regierung in der Bundesstadt keine Kontrollfunktion ausübt weil sie total links ist und auf beiden Augen blind. Bei einem einigermassen gelebten Betriebskonzept würde es gar nicht solche Auswüchse geben.

  • Jane38 am 14.07.2016 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu spät reagiert?

    man hätte vor jahren schon etwas tun müssen gegen die dealer usw...

  • Cartman1993 am 13.07.2016 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso macht man nicht folgendes?

    Man überschreibt den Besitz am Gebäude von der Stadt an die Polizei. Diese übernimmt dann den Schutz des Gebäudes und der Menschen die dort hin kommen. Dann können die Menschen, die friedlich sind, weiter von einer alternativen Gesellschaft träumen und versuchen Bern kulturell zu bereichern, ohne von einer asozialen Minderheit terrorisiert zu werden. Alle hätten was davon und alle könnten in Frieden leben:)

  • Baron1291 am 13.07.2016 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich Fertig aus !!!!

    Erbitte sofortigen Abriss der Reitschule!!!!! Damit wäre das gesamte Drama beendet!!!!

    • Photosoph am 13.07.2016 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Baron1291

      Super! Bist du dir da sicher? Abreissen und ein Asylzentrum hinstellen? Warum nicht?

    • Xeno72 am 13.07.2016 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Erbitten nützt nichts

      Erbitten können Sie alles. Sie müssten die Mehrheit der Stadtberner Stimmberechtigten haben, und das ist aussichtlos.

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  • spacemanCH am 13.07.2016 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Die meisten hier verstehen nicht, dass das Problem nicht die Reitschule ist sondern sexuelle Übergriffe, Gewalt und Drogen an sich. Es gibt schlimmere Orte dies betrefflich in Bern . Aber Hauptsache hetzen ihr Hauptstadtturisten.

    • Hitschix am 14.07.2016 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @spacemanCH

      Nun ja da die Reitschule halt solche kriminellen immer wieder geschützt hat sind die Betreiber nicht ganz unschuldig oder. Und es kann doch nicht sein das es eine rechtsfreiezone gibt. Somit musste es ja einmal soweit kommen aber jetzt sind natürlich wieder andere schuld! Wahrscheinlich wird man auch keine lehren daraus ziehen.

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