Beliebteste Babynamen 2015

16. Juni 2016 11:28; Akt: 16.06.2016 18:03 Print

Stadtberner nennen ihre Kinder Emil oder Emilia

Wenn es um den Namen ihres Kindes geht, setzen Stadtberner Eltern 2015 auf Altbewährtes. Anna, Emil, Max und Moritz gehörten zu den beliebtesten Vornamen.

storybild

Anna und Emil waren 2015 die beliebtesten Babynamen in der Stadt Bern. Ob die Zwillinge auf dem Bild auch so heissen, ist leider nicht bekannt. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Frischgebackene Eltern in der Stadt Bern haben ein Flair für alte Namen: Emil, Emilia, Emma, Lina, Max und Moritz gehörten im vergangenen Jahr zu den 20 beliebtesten Vornamen. Besonders auffällig: Bei den beliebtesten Mädchennamen enden nur gerade Sophie und Elin nicht auf den Buchstaben A.

Umfrage
Würden Sie Ihr Kind auch Emil oder Anna taufen?
20 %
44 %
8 %
28 %
Insgesamt 1187 Teilnehmer

An der Spitze der Stadtberner Vornamen-Hitparade stand 2015 bei den Mädchen Anna, gefolgt von Emilia und Sophie. Bei den Buben war es Emil vor Gabriel und Juri, wie die Abteilung Statistik der Stadt vermeldet. Weiterhin anhaltend ist der Trend zu kurzen Vornamen. So ist nur jeder fünfte Name länger als sechs Buchstaben. 803 Namen, also rund drei Viertel, wurden in der Stadt Bern nur einmal vergeben. Die Stadt begründet dies vor allem mit der wachsenden kulturellen Vielfalt und dem Internet.

Kind sollte wie «Matrix»-Held heissen

Im Kanton Solothurn wird keine Statistik über die beliebtesten Baby-Namen geführt, wie Peter Naef, Leiter des Zivilstandsamts, auf Anfrage von 20 Minuten sagt. Viele Trends kämen und gingen aber mit populären Filmen. So erinnert sich Naef an ein Elternpaar, das sein Kind nach einem der Protagonisten aus der «Matrix»-Reihe benennen wollte. «Schliesslich wurde dies der Zweitname», so Naef. Viele Eltern würden einsehen, dass das Kind im späteren Leben sonst vielleicht Schwierigkeiten bekommen könnte.

Auch im Kanton Bern suche man das Gespräch mit den Eltern, bevor der Vorname des Kindes zurückgewiesen wird, sagt Karin Schifferle, Leiterin der Aufsichtsbehörde des Zivilstands- und Bürgerrechtsdienst. «Im Jahr 2015 musste glücklicherweise kein Vorname mit Verfügung abgelehnt werden», sagt sie. Eine Statistik über Vornamen bei Neugeborenen würde aber nicht geführt.

Berner Agentur kreiert einmalige Namen

Wer sein Kind nicht Emil, Max, Anna oder Lina taufen will, kann sich von einer Berner Agentur einen einzigartigen und akzeptierten Namen kreieren lassen. Dafür sollten die Eltern allerdings genug Geld auf der Seite haben: Die Kreation eines solchen Namens kostet 28’000 Franken.

Auch 20-Minuten-Leser haben spezielle Namen für ihre Kinder, wie der Kommentar von Kazushi zeigt: «Wir haben einen Shuhei (männlich, ich bin Japaner) und eine Olga (meine Frau ist Russin). Das L in Olga entspricht überhaupt nicht der japanischen Sprache, aber wir leben ja hier.» Auch User «Stolzer Papa» hat einen seltenen Namen ausgesucht: «Meine Tochter heisst Jaina (englisch gesprochen: Dscheina).»

Babyboom in der Stadt Bern

Mit der Namensstatistik gab die Stadt Bern auch bekannt, dass im vergangenen Jahr so viele Babys wie zuletzt im Jahr 1971 zur Welt kamen. Von den 1677 Neugeborenen sind 886 Knaben und 791 Mädchen. Im Jahr 2000 verzeichnete die Stadt einen Tiefststand bei den Geburten. Seither sind die Zahlen gestiegen. Mit zwölf Babys pro 1000 Einwohner war die Geburtenziffer 2015 so hoch wie seit Ende der 1960er Jahre nicht mehr.

«Es ist eine Freude, dass die Stadt vor allem mit jungen Leuten wächst», sagt Stapi Alexander Tschäppät zum Babyboom in Bern. Dass wieder mehr Familien hierher ziehen würde, liege sicher auch an den Bemühungen der Stadt, familienfreundlicher zu werden. Bern sei dank der Universität keine alte Stadt, doch die Bedürfnisse von Studenten und jungen Eltern würden sich unterscheiden. «Die Stadtentwicklung der letzten 20 Jahre trägt nun Früchte», so Tschäppät weiter.

(sda/aha/kaf)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kazushi am 16.06.2016 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben

    einen Shuhei (männlich, ich bin JPN) und eine Olga (meine Frau ist RUS) Der L in Olga entspricht überhaupt nicht der JPN Sprache, aber wir Leben ja hier. Anna hört man inzwischen in JPN oft, in RUS sowieso.

  • Tomy am 16.06.2016 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Namen der Kinder

    kann man die Eltern erkennen. Ein Kind wird sein Leben lang gestraft sein, wenn sich seine Eltern cool finden und ihm einen nicht normalen Namen geben. Das ganze Leben, buchstabiert das Kind seinen Vornamen. Aber Hauptsache die Eltern finden sich cool

    einklappen einklappen
  • Futurechild am 16.06.2016 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Boring

    Emil, Emma.. sind doch echt langweilige Namen.. Stell dir vor, der 17 Jährige Emil wird von seinen Freunden gefragt ob er abmachen möchte. "Eh bro Emil, chunsch use?" Tönt doch so langweilig

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial Kohler am 19.06.2016 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das arme Kind !!

    Aber nur Stadt Bern... Weil solche Vornamen waren in 30-40 Jahre aktuell, aber heute ? E wie Emil...

    • Anonym am 20.06.2016 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial Kohler: Wie gesagt, alles

      besser als Jael oder Jaël - da sagt der Name schon alles über den Gof aus, und im Gegenzug entsprechen diese Gofen auch zu 100 % den negativen Klischees, die ihr Name verspricht.

    • Anonym am 20.06.2016 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Bedeutung des Namens

      Interessant ist auch, mal die Bedeutung des Namens Jael nachzuschauen bzw. die Geschichte/ihr Verhalten (nicht die vordergründige sondern die wahre): Sie hat das Gastrecht gebrochen und war eine Verräterin.

    einklappen einklappen
  • Ottokar Rex am 18.06.2016 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VERNÜNFTIGE VORNAMEN

    Meine Frau und ich hatten 1980 und 1983 noch genug Phantasie und Vorstellungsvermögen, um unseren beiden Töchtern halbwegs "normale" Vornamen zu geben! Am Schönsten finde ich fremdsprachige Vornamen, welche total falsch geschrieben werden! Da sollten die Zivilstandsämter unbedingt korrigierend eingreifen!

  • Anonym am 17.06.2016 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles gut, so lange es nicht

    Auswüchse wie "Jael" oder "Nico" sind - ganz schrecklich, falsch geschrieben und komplett 0815, da in der heutigen Generation jedes zweite Mädchen Jael heisst. Schlimm!

    • Bekki am 17.06.2016 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anonym

      Vorallem wenn es dann auch noch "Scha-el" ausgesprochen wird...

    • Anonym am 18.06.2016 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bekki: Ja, aber auch

      die Aussprache "Joel" (kurzes o) im Dialekt ist so schrecklich wie der Name selbst. Und die Gofen sind oft frech, vorlaut, schiefzahnig und müssen immer im Mittelpunkt stehen.

    • Walliserin am 18.06.2016 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anonym

      Wieso muss man "Gofen" sagen?Einfach Kinder sagen tut es doch auch!

    • Anonym am 18.06.2016 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walliserin: Ganz einfach

      Weil Jael kein Kind ist sondern ein Gof - in der ganzen negativen Bedeutung.

    • Natan am 20.06.2016 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anonym

      Soviel ich weiss ist in Appenzell das Wort Gof für ein Mädchen im Gebrauch und nicht abwertend gemeint.

    • Anonym am 20.06.2016 11:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Natan

      Wie bereits geschrieben, meine ich Gof in seiner vollumfänglich negativen Bedeutung, nicht als neutrale, übliche Bezeichnung.

    einklappen einklappen
  • Anonym am 17.06.2016 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grins...

    Meine Tochter hat eine Kleopatra und einen Sokrates in der Klasse...

    • Martial Kohler am 19.06.2016 23:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Anonym

      Mein Bruder heisst zum 2. Vorname Goliath, ich bin der Ältere...

    einklappen einklappen
  • Cory Lance Jr am 16.06.2016 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    Finde Emil langweilig. Ich werde meinen Sohn LeBron Quentin Salvador Cesar nennen. Warnung: Könnte Spuren von Sarkasmus enthalten.

    • Martial Kohler am 19.06.2016 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cory Lance Jr

      Ja, klar, Chrysler Le Baron, St-Quantin, ehem. Gefängnis, Julius Cesar... Alles berühmte Namen, aber...!

    einklappen einklappen