Bern-Bümpliz

08. Mai 2017 12:26; Akt: 08.05.2017 18:40 Print

Aufgebot der Polizei war wegen renitetem Mann

In Bümpliz kam es am Montag zu einem polizeilichen Grosseinsatz. Ein Haus wurde von Polizisten umstellt, weil sich dessen Bewohner weigerte, sich in eine Institution einliefern zu lassen.

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Ein renitenter junger Mann sorgte am Montagmorgen in Bern-Bümpliz für Aufregung. Als die Polizei in Begleitung der Behörde bei ihm zuhause auftauchte, sträubte er sich gewaltsam gegen die geplante Mitnahme. Laut «Telebärn» leide der junge Mann unter psychischen Problemen, man habe ihn deswegen in eine Klinik einweisen wollen. «Die Person griff unsere Polizisten, die eigentlich nur als Begleitung anwesend waren, massiv an», sagt Polizeisprecherin Corinne Müller.

Die angegriffenen Beamten hätten umgehend Verstärkung angefordert. «Den ausgerückten Polizisten gelang es schliesslich, die Person anzuhalten», sagt Müller. Bei der Überwältigung habe Reizgas eingesetzt werden müssen. «Auch wurden Einsatzkräfte an die Bottigenstrasse aufgeboten, die speziell für solche Situationen geschult sind.» Schliesslich wurde der Angehaltene mit der Ambulanz in die vorgesehene Institution eingeliefert – eskortiert von einem Streifenwagen.

Zu viele Polizisten vor Ort

Ein Leser-Reporter, der das Ganze von Anfang an von seinem Büro aus beobachtete, sah, wie innert Kürze ein Polizeiauto nach dem anderen heranfuhr: «Schliesslich waren 16 Polizeiautos mit rund 40 Beamten vor Ort», sagt der Leser-Reporter.

War der aggressive Mann eine derart grosse Bedrohung? «Da die Polizisten nach Verstärkung baten, machten sich umgehend diverse Patrouillen aus der Umgebung zum Einsatzort auf», klärt Polizeisprecher Christoph Gnägi auf. In diesem Moment sei nicht klar gewesen, wer alles zum Vorfall an der Bottigenstrasse aufbreche: «In solchen Momenten geht es einfach darum, die Kollegen zu unterstützen», sagt Gnägi. Niemand habe ein solch grosses Polizeiaufgebot angefordert.

Person wurde mit Ambulanz abgeführt

«Genau so schnell wie all die Einsatzkräfte gekommen waren, gingen sie auch wieder», schildert so eine Nachbarin. «Ich habe nur noch gesehen, wie die Polizei beim Hauseingang ein weisses Tuch gespannt hatte.» Damit sei die Person abgeschirmt worden, die ins Krankenauto habe verlegt werden müssen.

Beim Vorfall am Montagmorgen sei kein Polizist verletzt worden. Die angehaltene Person hingegen wies bei genauerer Prüfung Verletzungen auf. Sie wurde noch am Montag zur ärztlichen Untersuchung ins Spital gefahren. «Derzeit ist nicht klar, ob sich die Person die Verletzung beim Polizeieinsatz zugezogen hatte oder ob sie schon vorher verletzt war», sagt Gnägi.

(miw / cho )