Anzeige von Tierschützern

24. Januar 2017 18:56; Akt: 25.01.2017 11:27 Print

Schockvideo zeigt, wie Blausee-Fische litten

Ein Video zeigt, wie Amateurfischer am Berner Blausee Tiere unbeholfen behandeln: Aktivisten sprechen von Tierquälerei. Das Unternehmen erwägt nun, den Anlass zu streichen.

Der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen hat diese Szenen beim Blausee-Ausfischen 2016 festgehalten. (cho)
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Ärger am idyllischen Blausee: Der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen DBT erhebt heftige Vorwürfe gegen die Blausee AG. Konkret geht es um das Ausfischen, das jeweils Ende Oktober stattfindet. «Es war schockierend, was ich dort gesehen habe», sagt Rolf Frischknecht, Tierarzt und Präsident des DBT. Er fische selber seit 50 Jahren, aber: «Die Hälfte der Menschen, die dort fischen, haben schlicht keine Ahnung, wie man mit den Tieren umgehen muss.»

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So hätten er und andere Vereinsmitglieder beobachtet, wie Laien und Kinder lebende Fische am Haken hängend herumreichten. Viele Angeltouristen hätten die Tiere schlecht betäubt oder den Kiemenschnitt völlig falsch gesetzt. Mit Zangen sei an noch lebenden Tieren herumgewerkelt worden: «Viele dieser Tiere litten Qualen», so Frischknecht. Auch seien viele Kinder ohne Begleitung am Fischen gewesen.

Auf Video festgehalten

Die Anzeige lautet auf Inkaufnahme von Tierquälerei. Frischknecht: «Wir haben Beweise. Mehrere Szenen sind auf Video festgehalten.» Die Organisation habe bewusst die Blausee AG und nicht einzelne Personen angezeigt. Die Veranstalter würden Amateure zum Fischen einladen, diese jedoch nicht entsprechend begleiten.

Das lässt Stefan Linder, VR-Präsident der Blausee AG, nicht gelten. Jedem Fischer werde ein Regelblatt mit den Vorschriften des Tierschutzes abgegeben. «Weiter patrouillieren zwei bis drei Aufseher um die Einhaltung der Regeln durchzusetzen und Hilfestellungen zu bieten», sagt er.

Warnung vor Tierschützern

Auf die Videoaufnahmen angesprochen sagt Linder: «Es tut uns leid, wenn einzelne Fischer die Regeln nicht korrekt eingehalten oder missachtet haben.» Das Ausfischen sei zudem unter dem neuen Verwaltungsrat, dem auch Ex-Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand angehört, nicht unumstritten: «Wir diskutierten bereits letztes Jahr darüber, ob wir den Anlass in dieser Form weiterführen wollen.» Ein Entscheid werde im Frühjahr gefällt. Für ihn ist jedoch klar: «Wenn Aufseher solche Szenen wie auf dem Video sehen, schreiten sie sofort ein.

DBT-Präsident Rolf Frischknecht hat andere Erfahrungen gemacht. Beim Ausfischen am 23. Oktober 2016 habe er keinen Aufseher gesehen, der aktiv auf Laien zuging. «Noch schlimmer war aber, dass mir die Frau an der Kasse sagte: ‹Tragen Sie Sorge zu den Fischen, manchmal hat es Tierschützer am See›»

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verena am 24.01.2017 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu brutal

    Wenn da so laienhaft gemordet wird, muss da wirklich etwas unternommen werden. Auch ein Fisch ist ein Lebewesen und sollte respektvoller behandelt werden. Erstaunlich wie brutal schon kinder mit der Situation umgehen!

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  • dede oxner am 24.01.2017 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Definitiv nicht tierschutzkonform...

    es herrscht ja mittlerweile, resp. die letzten tge eine extreme kampagne gegen jäger und fischer. ich selber habe auch jahre gefischt, aber ich muss schon sagen, dieser umgang da am blausee ist nicht tierschutzkonform und entspricht sicher nicht dem wissen, den ein fischer mit sachkundenachweis mitbringt oder mitbringen sollte. dieser nachweis ist zumindest im kanton zürich bedingung, um überhaupt fischen zu können. aber dort am blausee dürfte einige 'fischer' ohne jegliche sachkunde am werk gewesen sei. einem lebenden fisch den haken rauszuoperieren, ist eine schande!

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  • Lis Stauber am 24.01.2017 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inakzeptabel!

    Wie sollen die Kinder Achtung vor den Lebewesen bekommen, wenn die Erwachsenen dermassen herzlos mit Tieren umgehen? Wenn der Verandtalter nicht fähig ist, dieses Gemetzel zu verhindern, gehört das ganze verboten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eduard J. Belser am 29.01.2017 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Skandal!

    Ich esse gerne einheimische Fische, am liebsten von einem Berufsfischer direkt möglichst frisch gekauft. Aber das jeder Laie ohne jede Fachkenntnis einfach angeln und die Fische irgend wie totschlagen darf ist als Geschäftsmodell völlig daneben. So etwas ist ein Skandal und muss abgestellt werden.

  • Butch am 28.01.2017 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Heul doch...

    Echt jetzt? Wegen dem Video so ein Drama? Fische sind glitschig und rutschen leicht aus der Hand. Die Forelle am Schluss war bestimmt tot. Fische zappeln auch noch, wenn sie schon tot sind; wegen der Nerven. Hühner fliegen auch noch über Häuser, wenn man ihnen den Kopf abgeschlagen hat! Ich sehe in dem Video vor allem, wie Fische abgeschlagen werden, mehr nicht. Wer es nicht erträgt, soll keinen Fisch essen.

  • macOSKing am 28.01.2017 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja, immer nur Geheule wegen allem....

    Meines Erachtens ist das Problem, dass es für nichts mehr Lizenzen braucht, oder wenn, diese viel zu schnell verteilt werden. Es gibt keine Hundeführerscheine, aber dann wird rumgeheult, weil andauern jemand von ausrastenden Hunden totgebissen wird, die durch ihre inkompetenten Halter nicht genügend unter Kontrolle gehalten sind. Der Führerschein wird jedem Säufer und Junkie hinterhergeworfen, und dann wundert man sich, dass Verkehrsunfälle zu den Haupttodesursachen in der Schweiz gehören. Hier ist es genau so, möglichst wenig Fischverbote, keine Lizenzen, viel Freiheiten und dann heulen.

  • BE Denklich am 28.01.2017 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Volk aus Heulsusen!

    Was man hier wieder alles lesen kann gibt mir schon zu Bedenken. Klar könnten oder sollten es einige Besser machen, aber hey, seid froh war keine Kamera dabei als Ihr das erste mal Velo oder Auto gefahren seid! Der Fisch kommt halt nicht als Fischstäbli abgepackt an der Angel aus dem See und ist halt noch Glitschig dazu! Die meisten kennen es wohl aber nicht anders. Aber ja doch Prüfungen für alles: gleich noch Prüfung für Fussgänger, Velofahrer sowieso, ja besser noch für Sitzen im ÖV oder Verhalten Gegenüber Mitmenschen! Aber am Sinnvollsten wären Prüfungen für Kommentarschreiber.

  • Heinz am 27.01.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Fischereiaufseher

    Ich bin nicht derjenige, der wegen allem einen Aufstand macht. Aber so etwas geht nicht. Für etwas gibt es einen Fischereiaufseher, der sollte hier saftige Bussen verteilen und zwar an die Veranstalter. Diese haben dafür zu sorgen, dass die Fischereiregeln von seinen Gästen eingehalten werden.