Köniz

21. August 2015 11:00; Akt: 21.08.2015 11:00 Print

27 Hausärzte trennen sich von Insel und Tiefenau

Ärzte des Notfallkreises Köniz wollen abends, nachts und an den Wochenenden nicht mehr mit dem Inselspital und dem Spital Netz Bern zusammenarbeiten.

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Der Notfallkreis Köniz kündigt den Vertrag mit dem Inselspital und dem Spital Netz Bern. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

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In einer Konsultativabstimmung haben sich 27 Hausärzte gegen die Verträge mit dem Inselspital und dem Spital Netz Bern entschieden. Das sei ein weiterer Schlag für die öffentlichen Spitäler, berichtet die «Berner Zeitung». Zudem hat der Kaderarzt Felix Nohl, Chefarzt und Leiter der Notfallstation des Tiefenauspitals, seinen Posten gekündigt. Inzwischen haben seit Beginn der Umstrukturierung vor zwei Jahren 18 Kaderärzte von insgesamt 22 ihre Stelle gewechselt.

Der Könizer Arzt Urs Pato, Obmann und Sprecher des Könizer Notfallkreises, sagt zur Vertragskündigung, dass sie sich noch nicht entschieden hätten, mit welchem Spital sie künftig zusammenarbeiten möchten. Gemäss «BZ» ist aber eine Zusammenarbeit mit der Klinik Permanence naheliegend. Gründe für die Kündigung wollte Pato nicht nennen. Sie dürften aber in der grossen Umstrukturierung der Stadtspitäler, des Inselspitals und der Schliessung des Zieglerspitals liegen.

Kündigung bedeutet Umsatzrückgang

Die Verträge zwischen den Notfallkreisen und den Spitälern bestimmen, in welches Spital die Patienten in der Nacht und an den Wochenenden geschickt werden, wenn sie sich über das Notfalltelefon Medphone melden. Die Kündigung des Vertrags bedeutet einen empfindlichen Umsatzrückgang für die öffentlichen Spitäler, die zum Spital Netz Bern gehören. Grund: Der Notfallkreis Köniz umfasst 40'000 Einwohner.

Reaktion von Spital Netz Bern und Insel

Gegenüber der «BZ» sagt Monika Kugemann, Sprecherin von Spital Netz Bern und des Inselspitals, dass der Notfallkreis Köniz die Zusammenarbeit nicht generell gekündigt habe. Er suche sich lediglich einen neuen Partner für «die Randzeiten – abends, nachts und an den Wochenenden». Zur Kündigung von Chefarzt Nohl sagt Kugemann, dass es sich dabei um einen völlig normalen Weggang handle. Der Kaderarzt suche nach 18,5 Jahren Arbeit am Inselspital und beim Spital Netz Bern eine neue Herausforderung.

(mua)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ehemaliger Ziegler Tokter am 21.08.2015 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann auch nicht verstehen

    weshalb man das ziemlich zentral gelegene Zieglerspital nun demontiert und dafür das aAdW gelegene Tiefenauspital krampfhaft am Leben erhalten will - das wäre von der Lage her doch viel besser als Asylantenunterkunft geeignet.

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  • Sam Krueger am 21.08.2015 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig unverständlicher Enscheid

    @Ziegler Tokter Das ist in der Tat absolut unverständlich, ungpünstiger gelegen als das Tiefenau kann ein Spital nicht sein. Zudem hätte man nicht riskiert, dass die guten Ärzte mit ihren Teams abspringen, wenn man das Ziegler behalten hätte. Schlechter kann man es wirklich nicht mehr machen.

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  • Samira Tschudin am 21.08.2015 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl trotzdem keine Langeweile

    Ich bezweifle dass es den zwei Notaufnahmen Tiefenau und Insel deshalb langweilig werden wird...

Die neusten Leser-Kommentare

  • cyberstad am 01.09.2015 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spitalstandort-Initiative 2016

    Warten wir jetzt doch jetzt erst mal gemütlich auf die Spitalstandort-Initiative, die 2016 vors Volk kommt.

  • Richard Steinksmp jun. am 25.08.2015 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    INTERESSENSKONFLIKT

    Das hat aber auch damit zu tun, dass der Inseldirektor den Hausärzten in Köniz eine Konkurrenzfirma (Ärztezentrum) vorsetzte, an deren wirtschaftlichem Erfolg er massgeblich beteiligt ist! Dies ist völlig unzulässig, selbst dann, wenn es rechtlich nicht ausgeschlossen sein sollte! Ein Interessenskonflikt liegt allemal vor!

  • Greg Dusky am 23.08.2015 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja und?

    Kennt man die Personalpolitik der Insel nur ein Bisschen wundert das niemanden. Elitäres Getue der Chefs und lausiges Personalmanagement.

  • Stratege am 23.08.2015 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Notfallmedizin=Diesntleistung?

    Rein strategisch war wohl klar, dass man das Tiefenau "behält". Die Schliessung des Zieglers macht geografisch, unter Einbezug des Einzugsgebiet des Tiefenauspitals (weit über Zollikofen u. Ittigen) schlicht mehr Sinn. Und dass man Kosten senken musste, war wohl auch klar. Im Bern Raum Bern gibt es immer noch zu viele Spitäler! Eine Notfallpraxis wie z.B. der City-Notfall könnte für Köniz eine Annehmbare Lösung sein. Denn eines sei auch gesagt: Die meisten Notfälle sind aus medizinischer Sicht häufig schlicht keine, bei denen es um Leben und Tod oder sonstige langzeit Schäden geht!

    • Max T. Krüger am 25.08.2015 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ Stratege:

      Zuviele Spitäler bei jährlich weit über 120'000 mehr Einwohnern? Offensichtlich brauen Sie gerade kein Spital. Aber wehe, wenn es Sie dann trifft! Da werden Spital und Ärzte Ihnen nicht genug des Guten tun können! Ist doch immer dasselbe mit diesen Leuten!

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  • Daniel am 22.08.2015 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Flexibilität ist gefragt

    Die Optimierung im Gesundheitswesen muss weitergehen. Kündigungen gibt es überall und aus verschiedensten Gründen. Die Presse stellt dies immer wieder als "Katastrophe" dar, ohne die vollständigen Hintergründe zu kennen. Die Leitung des Insel-Spitals hat sich für das Tiefenau entschieden. Möglicherweise gibt es dort Potential, die vorhandene Infrastruktur auszulasten oder bei Bedarf auch zu erweitern. Und ein Wechsel des Arbeitsplatzes ist absolut zumutbar. Ärzte und Pflegepersonal müssen hier schleunigst umdenken und flexibler werden.

    • Berner Arzt am 22.08.2015 22:50 Report Diesen Beitrag melden

      Aufgepasst!

      Sie sitzen der Propaganda der Verschlimmbesserer auf! Seit nun etwa 25 Jahren wird das Gesundeiheitswesen nach den Vorstellungen von selbsternannten sog. Gesundheitsökonomen und geschäftstüchtigen Versicherungsmanagern "optimiert". Resultat: Unglaublicher Zuwachs an Bürokratie, sinnlose Verteuerung, Leistungsabbau, Demotivation des Fachpersonals usw. Ärzte und Pflegepersonal sind höchst flexibel, wenn es um das Patienteninteresse geht.

    • Pesche am 23.08.2015 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Stimmt einfach nicht. Das Tiefenau weiter zu betreiben war nicht der Entscheid der Insel sondern ein politischer. Man hat ein paar Jahre zuvor das selbe mit dem Tiefenau gemacht, wie jetzt mit dem Ziegler pssiert, damals sind mehrere Chefärzte gewechselt (darunter namhafte Chirurgen wie Mordasini). Im Ziegler hat man nun eine der renomiertesten Geriatriestationen, ein funktionierendes Orthopädenteam und viele langjährig erfahrene Pflegerinnen und Pfleger vergrault. Hier ging langjährig aufgebautes Wissen und Teamwork verloren.

    • TomAte am 01.09.2015 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner Arzt

      Leider nicht sehr differenzierte Aussage, bzw. Sicht der Dinge. Sicher, eine gute Portion Wahrheit bezüglich Bürokratismus, jedoch haben diese Probleme durchaus vielfältigeren Charakter als dass sie den "Ökonomen" in die Schuhe geschoben werden könnten. Kommunikation und gegenseitiges Wohlwollen wären manchmal schön.

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