Digitaler Zugang für die Kleinsten

07. Dezember 2017 15:03; Akt: 07.12.2017 18:48 Print

«Kinder sollen zeichnen und nicht im Netz surfen»

Alle Schulen und Kindergärten in Bern sollen bald mit einem leistungsfähigen WLAN-Netzwerk ausgestattet sein. Doch es erheben sich auch kritische Stimmen.

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KIndergartenkinder sollen bald drathlosen Internetzugang haben.

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Der Berner Gemeinderat will alle städtischen Schulen und Kindergärten mit WLAN ausrüsten. Er beantragt beim Parlament dafür einen Kredit von 1,576 Millionen Franken, wie er am Donnerstag mitteilte.

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Der zuständige Gemeinderat Michael Aebersold gegenüber 20 Minuten: «Nach Lehrplan 21 sollen die Schüler erste Basisfunktionen mit Geräten ausführen können. Dafür wird pro vier Kinder ein Tablet zur Verfügung gestellt.» Für den Betrieb der Tablets brauche es WLAN.

Erschliessung kostet 2 Mio Fr

Die flächendeckende Ausrüstung der 88 Schul- und Kindergartengebäude kostet eine gute Million Franken.
Für den Betrieb der Wireless-Infrastruktur während fünf Jahren sind etwa weitere 500’000 Fr. nötig.
Wie der Unterricht dann genau aussehe, sei Sache der Lehrperson, erklärt Aebersold. Einen weiteren Fünfjahreskredit von gut zwei Millionen Franken sieht der Gemeinderat für die Netzwerkerschliessung der Schulanlagen vor.

Kindergarten nicht nur online

EVP-Stadträtin Bettina Jans-Troxler ist nicht angetan von den Neuerungen: «Jede Minute, die ein Kind am Bildschirm verbringt, ist verschwendete Zeit», sagt sie in einem Interview auf «Tele Bärn». Auch viele Leser haben dafür kaum Verständnis. Melanie1994 etwa schreibt: «Im Kindergarten sollen die Kids Bilder zeichnen, Brettspiele kennenlernen, Lieder singen oder in der Pause Seilspringen. Aber nicht im WLAN rumsurfen.» Und Etie_nn_e meint: «In der Schule damit beginnen und nicht schon im Kindergarten. Ich finde, in dieser Zeit entwickelt man sich erst richtig und wenn man damit schon anfängt zu surfen denk ich mal kann das zur schnellen Sucht führen.»

Kindergärtnerin und PH-Dozentin Nathalie Glauser erklärt: «Es ist nicht so, dass der Kindergarten in Zukunft nur noch online stattfindet. Zum Bildungsauftrag im Kindergarten und auf der Unterstufe gehört, mit den Kindern verschiedene Medien als Informationsquellen zu nutzen. Ab dem Zeitpunkt, ab dem Kinder lesen können, kann dies unter anderem das Internet sein.»

(cho/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melanie1994 am 07.12.2017 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Im Kindergarten sollen die Kids Bilder zeichnen, Brettspiele kennenlernen, Lieder singen oder in der Pause Seilspringen. Aber nicht im WLAN rumsurfen. Damit beschäftigen sich die meisten Kids schon genug oft zu Hause.

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  • Ueli dr Hecht am 07.12.2017 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gohts no?

    WLAN im Kindergarten, ernsthaft? Ich bin ja manchmal wirklich froh das ich keine eigenen Kinder habe.

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  • Mutter am 07.12.2017 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bern hats ja

    Bern scheint ja Geld zum versauen zu haben, wirklich intelligent, schon die Kindergärtler zu infizieren, irgendwer macht einen großen Gewinn damit, von wem werden sie bestellt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mutter am 10.12.2017 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind im digitalen Zeitalter

    «Jede Minute, die ein Kind am Bildschirm verbringt, ist verschwendete Zeit» Diese Aussage zeugt von eklatanter Ignoranz und Ewiggestrigkeit. Wo, wenn nicht im Kindergarten und in der Schule können alle Kinder - nicht nur die Kinder gebildeter Familien- lernen, intelligent mit den Möglichkeiten des Internet umzugehen? Diese gibt es nämlich. Digitale Kompetenz gehört zu den Anforderungen unserer Zeit. Es geht ja nicht darum, dass die Kinder stundenlang vor dem Tablet hängen. Selbstverständlich sollen sie weiter Zeichnen und Spielen. Das schliesst sich ja nicht aus.

  • Vierziger am 09.12.2017 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jael und ihre verkorkste Generation

    gehören ganz sicher nicht ins Internet, und ein Handy, PC, Tablet usw gehören in die Hände derer, die es sich aus eigenem Einkommen leisten können. Das erspart uns viel Ärger, den wir ohne sie gar nicht hätten.

  • Lehrperson am 09.12.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Möglichkeiten nutzen

    Man kann tolle Sachen im Kindergarten mit Tabletts machen: Tierchen im Wald beobachten, filmen und fotografieren. Dann Collagen mit den eigenen Fotos gestalten (Selbstwirksamkeit!!!). Eigene Zeichnungen oder Bildergeschichten fotografieren und dazu Tonaufnahmen der Kinder mit passenden Erzählungen oder Erklärungen aufnehmen (Sprachförderung). Die KG-Lehrperson kann einfache Erklärvideos zu Bastelanleitunge machen, welche die Kinder immer wieder anschauen gehen können. Dies schafft Zeit für eine individuellere und intensivere Betreuung der Kinder. Altbewährtes bereichern! Nicht verdrängen...

    • jasmin am 10.12.2017 05:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lehrperson

      ich finde nichts positives darann. wollen die lehrer noch fauler werden. im KG ist sowas flüssiger als was. gehen sie mit den kindern ins freie und zwar bei jedem wetter.

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  • John am 09.12.2017 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GAGA

    Damit kann die Lehrerin surfen statt sich um die Kinder kümmern!!!

    • jasmin am 10.12.2017 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @John

      genau so sehe ich das auch.

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  • Minu am 08.12.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    reisserischer Titel...

    Die alten Computer in Berner Schulen müssen ersetzt werden. Dies geschieht durch günstigere und dafür mehr Geräte (Tablets). Seit Jahren bemängeln die Kindergartenlehrpersonen, dass sie ihre Arbeit ohne einen eigenen Computer zur Vorbereitung nicht richtig wahrnehmen können. Also erhalten diese nun endlich auch ein Gerät und Internet. Das heisst ja nicht, dass deshalb auch die Kindergartenkinder rumsurfen. Weshalb der Ersatz von Geräten solche Wellen wirft, kann ich nicht verstehen. Ob an einer Schule 30 oder 32 Zimmer mit WLAN ausgestattet werden, das macht den Braten...