Durchgehende Autobahn

27. März 2017 19:56; Akt: 27.03.2017 19:56 Print

Kanton zeigt konkrete Pläne für Westast in Biel

Die Westumfahrung soll eines der letzten Löcher im Autobahnnetz schliessen und die Region vom Verkehr entlasten. Der Berner Regierungsrat veröffentlichte am Montag das konkrete Projekt.

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Eine Visualisierung zeigt die Ausfahrt Westast des Ausführungsprojekts A5-Westumfahrung Biel. Das etwa 2,5 km lange Autobahnteilstück soll ab 2019 gebaut werden und Biel und Nidau vom Durchgangsverkehr entlasten. (Keystone/Marcel Bieri)

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Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer stellte gestern die Details zum A5-Westast vor. Das Projekt gibt Aufschluss über Art, Umfang und Lage der geplanten Strasse sowie zu Einzelheiten der bautechnischen Gestaltungen. Das nun vorliegende Ausführungsprojekt wird vom 18. April bis 23. Mai öffentlich aufgelegt.

Der A5-Westast führt von Brügg her weitgehend unterirdisch in Richtung Vingelz und soll Nidau und den Westen der Stadt Biel vom Verkehr entlasten. Mit dem Bauwerk soll eine der letzten Lücken des Nationalstrassennetzes geschlossen werden. Die Kosten für den Bau werden auf zwei Milliarden Franken geschätzt. 85 Prozent bezahlt der Bund, den Rest der Kanton. Die Gemeinden beteiligen sich finanziell an der Umsetzung der verkehrlich flankierenden Massnahmen.

«Aus der Region, für die Region»

Der Kanton Bern hat das Projekt in den vergangenen Monaten ausgearbeitet, nachdem der Bundesrat im Jahr 2014 die generellen Projekte für den A5-Westast genehmigte. Es gibt deren drei: für den Westast, für den Zubringer rechtes Bielerseeufer und für den Vingelztunnel. Damit legte die Landesregierung die Linienführung, die Lage der Tunnelportale und die Anschlüsse verbindlich fest.

Die Berner Baudirektorin Barbara Egger-Jenzer stellte das Dossier am Montag in Biel den Medien vor und betonte, das Vorhaben sei in einem partizipativen Prozess entstanden. «Die Westumfahrung ist ein Projekt aus der Region für die Region», sagte die Regierungsrätin laut der Mitteilung ihrer Direktion.

Unter Berücksichtigung zahlreicher Anregungen von Interessengruppen seien seit der Genehmigung der Generellen Projekte im Jahr 2014 mehrere inhaltliche Änderungen vorgenommen worden. So sei etwa das Westportal des Vingelztunnels durch den Beizug von Architekten und Ökologen optimiert worden. Auch nehme das Projekt nun besser Rücksicht auf das Naturschutzgebiet in der Seevorstand, wo auf die geplante Galerie verzichtet werde.

VCS Bern prüft Einsprache

Erst seit relativ kurzer Zeit erwächst dem Projekt in der Region grosser Widerstand. Einem Komitee namens «Westast so nicht!» gehören nach dessen Angaben bereits 1200 Personen an. Dieses gibt an, besser als eine konventionelle Autobahn – die den Bau von riesigen Anschlussbauwerken voraussetze – wäre eine Autobahn dritter Klasse mit Mischverkehr.

Am Montag kündigte das Komitee in einer Medienmitteilung an, betroffene Personen bei Einsprachen zu beraten. Es schreibt auch, die Belastung der künftigen Autobahnanwohner durch die zwölfjährigen Bauarbeiten würden «enorm» sein.

So wie der A5-Westast jetzt geplant sei, sei er nicht umweltverträglich, schreibt auch der VCS Bern. Er werde eine Einsprache prüfen. Auf Anfrage sagte der Präsident der VCS-Regionalgruppe Biel, Urs Scheuss, der VCS sei einspracheberechtigt. Doch wolle er zuerst das Dossier prüfen, bevor er über die Einsprache entscheide.

Ostast ab Ende Oktober offen

Während am A5-Westast für Biel noch geplant wird, steht der A5-Ostast vor der Vollendung: Am 27. Oktober wird das knapp fünf Kilometer lange Nationalstrassen-Teilstück eröffnet, wie die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion mitteilte. Der A5-Ostast führt von der Verzweigung Brüggmoos bis zur Verzweigung Bözingenfeld.

(sda / miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fertig los am 27.03.2017 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf die Plätze

    Die Verhinderungclübler legen die Startblöcke aus . . .

  • Gerard am 27.03.2017 21:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bin froh

    Ich kann es kaum erwarten, dass der Ostast bald fertig ist und auch der Westast ist eine gute Sache, weil Biel jeden Morgen und Abend total überlastet ist. Diese Massnahmen waren längst fällig. Man kann nicht immer nur an die Einen denken. Was ist mit den Leuten die in der Stadt wohnen und tagtäglich diesen Emissionen ausgesetzt sind (bzw. waren)? Biel ist flächenmässig riesig. Da sind Umfahrungen einfach eine absolute Notwendigkeit. Ich hoffe darum, dass alles was dieser VCS jetzt wieder anzuzetteln versucht im Keim erstickt wird.

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  • Adrian Büschi am 27.03.2017 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bagger starten

    Ich habe die Pläne angeschaut und bin zum Schluss gekommen, dass es eine gute Sache ist! In einigen Punkten bin ich zwar nicht ganz einig aber Kompromisse muss man eingehen ansonsten kommen wir nie weiter!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Condorman am 30.03.2017 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfähigkeit

    Pläne bestehen die Umsetzung dauert sicher noch Jahrzehnte !! Biel ist unfähig etwas umzusetzen , nehmt euch ein Beispiel an Neuenburg!! Mit dieser Politik kommt man auf keinen grünen Zweig ....

  • D.N. am 29.03.2017 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Was schon 2019? Das ist aber horrent schnell! Das meint ein 63 jähriger Bieler. Vom Dornröschenschlaf schon aufgewacht?

  • Schnabias am 28.03.2017 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VVCS

    Und wieder einmal droht der Verkehrsverhinderungsclub, ein wirklich durchdachtes Konzept mit einem Bombardement von Einsprachen auf Jahre hinaus zu verzögern. Interessant nur, dass dieser seltsame Verein nie eine ebensolche Aktivität entwickelt, wenn es darum geht, selber brauchbare Vorschläge zu entwickeln.

  • Germann am 28.03.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Wird endlich Zeit mit diesem Ostast. Jedesmal durch biel fahren ist reine Zumutung.

  • Zürihegel am 28.03.2017 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Und bezahlt wird mit Zuckerrüben?

    "Den Rest zahlt der Kanton Bern". Womit denn? Mit Zuckerrüben etwa? Oder vielleicht doch eher aus der Milliarde Franken, die Jahr für Jahr die wirtschaftlich erfolgreichen Kantone mit Zürich an der Spitze an den Kanton Bern als Lastenausgleich zahlen müssen?

    • Copy-Paste am 28.03.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

      @Zürihegel

      Dafür hat der Kanton Bern eins der höchstens Steuersätze aller Kantone. Von wegen Produktivität in Kt. Zürich, Schwyz und Zug. Die grösste Produktivität innerhalb der Schweiz ist im Mittelland ( Kt. Solothurn, Kt. Bern) dem Jurabogen entlangt. Bei euch sind die Steuerverstecker und Abzocker beheimatet.

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