Weltraumforschung

23. Juni 2017 05:52; Akt: 23.06.2017 10:22 Print

Uni Bern sucht nach erdähnlichem Planeten

Forscher der Uni Bern helfen tatkräftig mit, Dank zwei speziell dafür konzipierten Satelliten einen Erd-Zwilling zu suchen.

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Die Menschheit stellt sich seit jeher die Frage, ob noch Leben auf einem anderen Planeten existiert. Ab nächstem Jahr soll der Cheops-Satellit um die Erde kreisen und sich auf die Suche nach Planeten machen, die in ihrer Beschaffenheit der Erde ähnlich sind. Die Europäische Weltraumargentur ESA hat nun das Startsignal für den Bau eines zweiten Satelliten mit dem Namen Plato gegeben, berichtet der «Bund». Plato soll aus 26 Teleskopen mit je einem Durchmesser von 12 Zentimetern bestehen. Er soll während vier bis sechs Jahren in einer Entfernung von 1,5 Millionen Kilometern um die Erde kreisen. Dabei soll er das Licht von über hunderttausend Sternen einfangen.

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Gibt es Leben auf einem fremden Planeten?
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Insgesamt 246 Teilnehmer

Erkenntnisse durch Lichtveränderung

Die Halterung der 26 Teleskope von Plato hat das «Center for Space and Habitability» (CSH) an der Universität Bern entworfen.
Bei Cheops ist sie für die gesamte Mission verantwortlich und insbesondere das komplette Teleskop. «Bei beiden Satelliten geht es darum, das Licht von Sternen zu messen», sagt Christopher Broeg, Projektleiter von Cheops-Konzertium. «Wenn ein Planet an einem anderen Stern vorbeizieht, gibt es eine Verdunklung des Lichts», sagt Broeg. So könne man die Grösse des Planeten bestimmen.

Dennoch unterscheiden sich die beiden Projekte klar voneinander: «Bei der Cheops-Mission geht es um die Messung von bekannten Systemen», sagt Broeg. Bei der Plato-Mission wollen die Forscher hingegen möglichst alle hellen Sterne am Himmel sehr lange betrachten und so viele neue Planeten entdecken.

Plato-Satellit soll ab 2026 unterwegs sein

Bis sich Plato auf die Suche nach neuen Planeten aufmachen wird, könnte es aber noch bis ins Jahre 2026 dauern. Denn die ESA wird noch weitere Angebote aus dem Ausland für den Bau des Satelliten einholen. Aber auch Schweizer Unternehmen werden sich an der Befestigung der Teleskope beteiligen. Die Linsen werden dann in Italien eingebaut. Das Projekt verschlingt rund 600 Millionen Euro.

Einiges schneller wird es gehen, bis der Satellit Cheops in den Weltraum fliegt, wo die Uni Bern von der Länggasse aus bei einigen Tests mit dabei ist. «Geplant ist, dass wir Ende 2018 bereit zum Start sein sollen», so Broeg. Effektiv starten werde man dann wahrscheinlich im Januar 2019. Im Unterschied zu Plato ist Cheops mit nur einem Teleskop ausgestattet, dieses sei mit 32 cm Spiegeldurchmesser aber grösser als die Plato- Teleskope. Broeg: «Das Projekt ist auch vom Budget her deutlich kleiner aufgestellt.»

Berner führen Tests an Cheops durch

Derzeit werden an Cheops in der Länggasse noch Tests durchgeführt. «Wir testen, ob das Teleskop funktioniert», sagt Broeg. Dabei sei Sauberkeit enorm wichtig. In einem Reinraum tragen die Forscher mehrere Schichten Kleider, Handschuhe und einen Mundschutz. «Es ist wichtig, dass man stabil misst, wie viel Licht ankommt», sagt Broeg. Denn Dreckteilchen streuten das Licht beispielsweise von der Erde. «Es ist wichtig, dass man stabil misst, wie viel Licht des Sterns ankommt», sagt Broeg. Störungen durch Streulicht könne man da nicht tolerieren. Auch gebe es eine Thermal-Vakuumkammer, in der Druck und Temperatur des Orbits simuliert werden können. In einem Schütteltest werde zudem geprüft, ob das Instrument den Start überlebe. Broeg: «Wir wollen unter realistischen Bedingungen testen.»

Das die Tests in Zusammenarbeit mit der ESA in der Schweiz durchgeführt werden, erstaunt Broeg nicht: «Die Uni Bern hat lange Jahre Erfahrung in der Raumforschung. Hier herrschen optimale Bedingungen.»


(stm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Infantilus am 23.06.2017 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    die Stadt Bern hofft

    vielleicht finden die da den Planeten Utopia von Ursula Wyss, wo alle Velo fahren und Tomäteli auf dem Dachgarten pflanzen.

  • GG am 23.06.2017 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler

    Sollte es nicht eher heissen "Zieht ein Planet an einem Stern vorbei"?

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  • D. Düsentrieb am 23.06.2017 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faktor X

    wenn durch den Urknall Planeten wie die Erde entstanden, kann man davon ausgehen, dass es noch seeeeeehr viele solcher Erden gibt, vermutlich sogar mit der ähnlichen oder gleichen Entwicklung. Logisch, oder?!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Störchlin am 24.06.2017 00:53 Report Diesen Beitrag melden

    Juhu

    das ist aber schön das die Berner auf einen anderen Planeten aussiedeln wollen. So sind wir die endlich los die Spielverderber der Politik

  • pro nachdenken am 23.06.2017 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    lieber von dem sprechen was man weiss

    viele sprechen hier von einer möglichen umsiedelubg der menschen und einem ernwuten ausbeuten, dies ist sehr utopisch denn solange wir die grenzen der relativitätstheorie nicht sprengen können oder wurmlöcher finden, eine reise zu solch einem planeten bei lichtgeschwindigkeit mehrere mio. jahre dauern würde... mehr zeit als die menschheit bereits exisitiert.... Dennoch neue forschungsergebnisse insbesondere aus astrophysik können unser verständnis für die zusammenhänge der natur verbessern und so zu neuen technischem fortschritt führen. lieber 600 mio in neue erkenntnisse als mias in banken!!

  • s.t. am 23.06.2017 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    600millionen

    für ins all zu gucken? traurig dass geld wird wort wörtlich in die luft gelassen. da würden millionen von menschen nicht mehr hungern müssen. echt traurig.

    • Hp am 23.06.2017 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @s.t.

      Wen sie alle Rüstungs Ausgaben der Welt nehmen und den Flüchtlingen geben hat jeder ca. 30'000.- wäre auch eine Möglichkeit, oder? Und da sind die 600mio nur ein tropfen auf den Heissen Stein im Gegensatz zu den Rüstungsausgaben.

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  • Wakka am 23.06.2017 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer

    Ob sie einen finden oder nicht wir werden auf diesen hier sterben, und in der Zukunft könnte man Planet wechseln nur wenn man Millionär ist. Also Interessant zu wissen aber unnützlich für normal sterblichen.

  • Herma am 23.06.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Tragt Sorge zu unserem eigenen Planeten!

    Ein neuer Planet würde der Menschheit ebenso "zum Opfer fallen" wie unsere Erde. Und falls die Ausserirdischen eine so aggressive Spezies sein sollten wie wir Menschen, dann möchte ich eigentlich gar nicht wissen, ob welche existieren.