Freiburg

09. August 2017 14:03; Akt: 09.08.2017 14:03 Print

Vandalen lassen 60 Hirsche frei

In der Nacht auf Montag haben Unbekannte in Sorens FR Hirsche einer Zuchtfarm freigelassen. Weil sie in Freiheit jedoch nicht überleben können, spricht der Kanton von Tierquälerei.

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Die Zuchthirsche des Schulbauernhofs in Sorens. (Bild: DIAF)

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Beim Schulbauernhof des landwirtschaftlichen Instituts des Kantons Freiburg in Sorens haben sich in der Nacht auf Montag Unbekannte am Gehege von Zuchthirschen zu schaffen gemacht. Sie haben die Türen und Zäune beschädigt und die Tiere ins Freie gejagt, heisst es in einer Mitteilung.

Der Hof gehört zum landwirtschaftlichen Institut des Kantons; der Bio-Schulbauernhof besitzt eines der grössten Hirschgehege der Schweiz. Das Wohlbefinden der Tiere sei ein wichtiges Element. Betriebsleiter Philippe Charrière ist ein Experte in Sachen Hirschhaltung. «Das ist eine dumme und gefährliche Tat», sagt er. «Das sind Zuchttiere, die keinen Überlebens- oder Schutzinstinkt haben. Ein wilder Hirsch flieht vor einem Auto, aber nicht ein Zuchttier.» Die Freilassung der Hirsche könne als Tierquälerei betrachtet werden.

Eine Hirschkuh ist noch frei

Wären sie zur Gefahr für die Öffentlichkeit geworden, hätte man sie schlimmstenfalls erschiessen müssen, heisst es in der Mitteilung. Man sei deshalb froh, dass die Hirsche wieder eingesammelt und zurück ins Gehege gebracht werden konnten. Lediglich ein Tier sei noch nicht gefangen worden, sagt Charrière. Es sei jedoch bereits mehrmals gesichtet worden und dürfte wohl selbst zurück kommen. «Hirsche sind Herdentiere.»

Die freigelassenen Tiere sind Hirschkühe und junge Hirsche. Laut Charrière hatten die Vandalen Glück: Während der Brunftzeit im Herbst befinden sich auch die männlichen Tiere im Gehege. «Sie sind sehr aggressiv.» Der Schaden, den die Vandalen hinterlassen haben, beträgt rund 4000 Franken.

(20minutes/vro)