Prozess in Biel

16. März 2016 10:59; Akt: 16.03.2016 10:59 Print

«Falscher Zahnarzt» soll 44 Monate ins Gefängnis

Dem «falschen Zahnarzt» von Biel droht lange Haft: Wenn es nach dem Willen der Anklage geht, muss der Mann drei Jahre und acht Monate hinter Gitter.

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Vor dem Regionalgericht in Biel hat der Staatsanwalt unter anderem ein Berufsverbot gefordert. (Bild: nc)

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Im Prozess um einen mutmasslich falschen Zahnarzt hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von 44 Monaten gefordert. Der 53-Jährige muss sich unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Betrugs und Urkundenfälschung vor Gericht verantworten.

Ausser der langen Freiheitsstrafe forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen und eine Busse von 5000 Franken. Weiter sei der Mann mit einem Berufsverbot zu belegen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich während längerer Zeit als Zahnarzt ausgegeben und unerlaubterweise zahnmedizinische Behandlungen ausgeführt zu haben. Mehrere Menschen soll er durch unsachgemässe Behandlungen schwer geschädigt haben. Im vergangenen Oktober hatten zwei Klägerinnen zum Teil unter Tränen von Schmerzen während und nach den Behandlungen berichtet. Eine Frau erzählte, sie habe sich nach einem Eingriff des Angeklagten 54 Mal nachbehandeln lassen müssen.

Der Angeschuldigte beteuerte vor Gericht, er habe sich nie als Zahnarzt ausgegeben. Viele der klagenden Ex-Patienten hätten genau gewusst, dass er Zahntechniker und nicht Zahnarzt sei.

Das Urteil des Regionalgerichts in Biel wird voraussichtlich am 24. März fallen.

(sda)