Strafverfahren in Burgdorf

19. Oktober 2012 12:29; Akt: 19.10.2012 13:23 Print

Kinderporno-Verdacht - Lehrer entlassen

Der Leiter der Burgdorfer Kadetten hat ein Strafverfahren am Hals - wegen Verdachts auf Kinderpornographie. Dem Mann, der 20 Jahre unterrichtet hatte, ist seine Stelle als Lehrer gekündigt worden.

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Ein Strafverfahren wegen Kinderpornographie im Internet wird dem Leiter der Burgdorfer Kadetten zum Verhängnis. Die Stadt hat ihn als Kadettenchef abgesetzt und ihm als Lehrer gekündigt. Der Kanton sorgte dafür, dass der Mann bereits nicht mehr unterrichtet.

Die Behörden machten den Fall am Freitag publik. Sie versicherten, der Unterricht an der Primarschule Gsteighof laufe dank einer Stellvertretung normal weiter. Auch der Kadettenbetrieb könne ohne Einschränkung weitergeführt werden; der Gemeinderat habe die Leitung bereits neu geregelt.

Die Staatsanwaltschaft habe die Behörden in den Herbstferien über das laufende Verfahren informiert, sagte Dieter Haller, Präsident der Volksschulkommission, an einer Medienkonferenz. Was genau dem Lehrer vorgeworfen werde, sei nicht bekannt.

Für Lehrpersonal gilt «Nulltoleranz»

In Sachen Kinderpornos gelte aber für Lehrpersonen eine «Nulltoleranz». Der Lehrer, der rund 20 Jahre in Burgdorf unterrichtete, habe die Kündigung akzeptiert.

Er habe an der Mittelstufe (3./4. Klasse) engagierte und gute Arbeit geleistet, berichtete Haller. Die Behördenvertreter seien «aufgewühlt, aufgerüttelt und betroffen, dass wir uns unter diesen Umständen von dieser Person trennen mussten».

Der unverheiratete Mann war seit 16 Jahren auch Chef der Burgdorfer Kadetten mit ihren rund 200 Mitgliedern. Fragen der Medienvertreter, inwiefern das Kinderporno-Verfahren in Zusammenhang mit Aktivitäten des Mannes an der Schule und bei den Kadetten stehen könnten, blieben offen.

Kanton zieht Konsequenzen

Der Kanton Bern ist über den Fall im Bild. Die Erziehungsdirektion gab einem Antrag Burgdorfs auf Einstellung im Amt statt. Die Einstellung im Amt ist laut Website der Erziehungsdirektion dann möglich, «wenn das Wohl der Schule es verlangt, insbesondere wenn eine Gefährdung von Schülerinnen und Schülern zu befürchten ist».

Je nach Ausgang des Strafverfahrens werde der Kanton entscheiden, ob der Mann die Unterrichtsberechtigung wieder erhalte oder nicht, sagte Schulinspektor Christoph Joss vor den Medien.

«Gutes Krisenkonzept»

Joss lobte das sehr gute Verhalten der Burgdorfer Behörden in der Angelegenheit. Ähnliche Fälle anderswo seien in den Vergangenheit weniger gut angepackt worden, worauf es zu einer «Krise in der Krise» gekommen sei.

Burgdorf habe wie andere Gemeinden vor einigen Jahren ein Krisenkonzept erstellt. Dieses habe sich nun im Ernstfall bewährt.

Kinder und Eltern wurden am Freitagvormittag über den Fall informiert. Zum Teil wurde die Orientierung vorgezogen, nachdem Journalisten bereits am Donnerstag aufgrund der Einladung zur Medienkonferenz nach Burgdorf gereist und zu recherchieren begonnen hatten.

(sda)

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